Anthelminthikum

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Ein Anthelminthikum (Wurmmittel, Vermizid, Vermicidum oder Vermifugum) ist ein Medikament gegen Wurminfektionen, das bei dem Krankheitsbild der Helminthiasis, der durch Eingeweidewürmer hervorgerufenen Wurmkrankheit, eingesetzt wird. In der Regel handelt es sich um Stoffe, die als spezifisches Gift in den Stoffwechsel von Würmern (Helminthen bzw. Helminthes, von griech. ἕλμινς, Genitiv ἕλμινθος – Wurm) eingreifen. Die Verabreichung eines Anthelminthikums wird auch als Entwurmung bezeichnet.

Wirkungsmechanismen[Bearbeiten]

Mebendazol wirkt gegen Fadenwürmer (Nematoden). Es lagert sich an die Mikrotubuli der Wurmzelle an und verhindert so die Ausbildung des Spindelapparats zur Zellteilung. Es hat somit den gleichen Wirkmechanismus wie das Gichttherapeutikum Colchizin, aber Mebendazol ist weitgehend spezifisch für die Mikrotubuli von Wurmzellen. Es sollte nicht während der Schwangerschaft eingesetzt werden.

Praziquantel wirkt gegen Bandwürmer (Cestoden) und gegen Bilharzien. Es öffnet die Calcium-Kanäle in der Zellmembran der Wurmzelle. Calcium vermittelt in kontraktilen Zellen die Muskelkontraktion. Damit führt Praziquantel zu einer Dauerkontraktion des Muskelschlauchs des Wurmkörpers. Es kann Bauchschmerzen und Kopfschmerzen verursachen.

Wirkstoffe[Bearbeiten]

Weitere Wurmmittel sind: Albendazol, Diethylcarbamazin, Flubendazol, Ivermectin, Levamisol, Metrifonat, Niclosamid, Oxamniquin, Oxantel, Piperazin, Pyrantel, Pyrvinium, Thiabendazol, Pyrviniumembonat.

An natürlichen Mitteln sind verschiedene Pflanzen als Wurmkräuter bekannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

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