Antigua Guatemala

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Antigua Guatemala
14.551666666667-90.732777777778Koordinaten: 14° 33′ N, 90° 44′ W
Karte: Guatemala
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Antigua Guatemala

Antigua Guatemala auf der Karte von Guatemala

Basisdaten
Staat Guatemala
Departamento Sacatepéquez
Stadtgründung 1543
Einwohner 34.685 (2007)
Stadtinsignien
Flag of Guatemala.svg
Detaildaten
Zeitzone UTC-6
Kirche La Merced, der Vulkan Agua im Hintergrund
Kirche La Merced, der Vulkan Agua im Hintergrund
ehemalige Kathedrale San José von Antigua
ehemalige Kathedrale San José von Antigua
Kirche San Pedro de las Huertas
Kirche San Pedro de las Huertas

La Antigua Guatemala (dt. „Alt-Guatemala“; Kurzform: Antigua) ist eine etwa 35.000 Einwohner zählende Kleinstadt im zentralen Hochland Guatemalas. Sie war von 1543 bis 1773 die Hauptstadt der spanischen Kolonien in Zentralamerika. Heute ist Antigua Guatemala Verwaltungssitz der gleichnamigen Großgemeinde (Municipio) und des Departamentos Sacatepéquez.

Die für ihre barocke Kolonialarchitektur bekannte Stadt gehört seit 1979 zum Weltkulturerbe[1].

Geschichte[Bearbeiten]

Im Zug der Eroberung Guatemalas durch Pedro de Alvarado richteten die Spanier am 25. Juli 1524 eine erste Hauptstadt in Tecpán Guatemala bei Iximché (Chimaltenango) ein. Am 22. November 1527 verlegte man sie ins sechs Kilometer südwestlich von Antigua Guatemala gelegene Santiago de Goathemala, das heutige Ciudad Vieja (dt. „Alte Stadt“). Im Herbst 1541 begrub eine Schlammlawine den Ort unter sich, mehrere hundert Menschen starben. Am 10. März 1543 gründete Bischof Francisco Marroquín im nahen Panchoy-Tal die dritte Hauptstadt, die 1566 von König Philipp II. den Namen La Muy Noble y Leal Ciudad de Santiago de los Caballeros de Goathemala erhielt (heute Antigua Guatemala).

In den folgenden 200 Jahren entwickelte sich die Stadt zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum Mittelamerikas, das Mexiko-Stadt oder Lima in nichts nachstand. Erdbeben richteten im Lauf der Zeit mehrmals schwere Schäden an, doch blieben die negativen Auswirkungen auf die städtebauliche Entwicklung nur von kurzer Dauer. Mitte des 18. Jahrhunderts hatte Antigua mehr als 50.000 Einwohner, über 50 Kirchen und Kapellen, Krankenhäuser, Schulen, eine Druckerei und auch eine Hochschule, aus der die heutige Universidad de San Carlos de Guatemala hervorging. Diese Stadt wurde am 29. Juni 1773 durch ein schweres Erdbeben völlig zerstört. Zunächst plante man einen Umzug der Hauptstadt ins etwa 150 km östlich gelegene Jalapa, dann entschied man sich für die nur 45 km entfernte Ermita-Hochfläche, wo sich heute Guatemala-Stadt befindet.

Antigua Guatemala wurde als Stadt nie aufgegeben, erholte sich jedoch nur sehr langsam. Seit 1871 ermöglichten die Säkularisierung des Kirchenbesitzes und die liberalen Reformen der Regierung Barrios in- und ausländische Investitionen und den Aufbau einer auf Kaffee basierenden Exportwirtschaft. Im Jahr 1976 richtete ein weiteres Erdbeben in Antigua, wie auch in anderen Städten Guatemalas, erneut schwere Schäden an. Zahlreiche Ruinen erinnern noch an die verschiedenen Naturkatastrophen, die die Stadt im Lauf der Zeit heimgesucht haben.

Im Jahr 1944 wurde die Kolonialstadt zum Nationaldenkmal von Guatemala erklärt, 1965 erfolgte die Anerkennung zum Kulturerbe Nordamerikas und seit 1979 gehört Antigua laut UNESCO–Beschluss zum Weltkulturerbe der Menschheit.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Antigua ist heute eine der touristischen Hauptattraktionen Guatemalas. Die Stadt weist ein regelmäßiges koloniales Stadtbild mit zahlreichen halbzerstörten Barockkirchen auf und verfügt über zahlreiche Hotels, Restaurants, Geschäfte und Sprachschulen. Ein kultureller Höhepunkt in Antigua Guatemala sind die prachtvollen Prozessionen in der Karwoche (Semana Santa). Eine weitere Attraktion sind die in Sichtweite gelegenen Vulkane Agua, Acatenango und der noch aktive Fuego. Im rückwärtigen Teil der ehemaligen Kathedrale San José befindet sich die Grabstätte des Chronisten und ehemaligen Gouverneurs von Antigua Bernal Díaz del Castillo. Seitlich der Kathedrale liegen die guterhaltenen Gebäude der im Jahr 1676 gegründeten ehemaligen Universität San Carlos.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Gockel: Guatemala, Belize, Honduras und El Salvador. DuMont, Köln 1999, S. 129ff, ISBN 3-7701-4732-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Antigua Guatemala – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch