Antilia

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Dieser Artikel behandelt eine mythische Insel; zum nach der Insel benannten größten Einfamilienhaus der Welt siehe Antilia (Gebäude).

Antilia (Insel der sieben Städte) ist eine mythische Insel, die im Atlantik gelegen haben soll. Sie ist damit eine der sogenannten Phantominseln.

Geschichte und Legende[Bearbeiten]

Im 15. Jahrhundert war in Europa eine Legende über eine kleine Insel namens Antilia, die von einer christlichen Gemeinschaft bewohnt sein sollte, weit verbreitet. Diese ging wohl auf eine ältere portugiesische Überlieferung aus der Zeit der maurischen Eroberung der Iberischen Halbinsel zurück. Darin wird von sechs Bischöfen unter Führung des Erzbischofs von Porto berichtet, die Portugal vor den Mauren fliehend 714 oder 734 mit Schiffen verließen, um eine Insel im Westen zu besiedeln. Sie gründeten dort sieben Städte, für jeden der Bischöfe eine.

Erstmals, soweit bekannt, taucht die Insel Antilia auf der Pizzigano Karte von 1424 auf. Deutlich erkennbar ist sie auch auf der Weltkarte des Niederländers Johannes Ruysch von 1508 westlich der Azoren und östlich der amerikanischen Küste (südöstlich Neufundlands), also etwa am Standort der heutigen Bermuda-Inseln.

Lokalisierungen und Erklärungsversuche[Bearbeiten]

Auf der Karte des Piri Reis von 1513 ist in arabischer Schrift eine Insel mit „antilia“ bezeichnet, von der Lage her wird dahinter die Insel Kuba vermutet. Die Lage Antilias soll etwa auf dem 31. Breitengrad gewesen sein. Nach einer Version der Herkunft des Namens der Großen und Kleinen Antillen soll dieser eine Ableitung des Namens Antilia sein.

Vermutungen über eine reale Existenz von Antilia verbinden diese mit den Bermudas, da die Azoren und die östlichen der Antilleninseln inklusive Hispaniola bereits 1508 auf der Ruysch-Weltkarte dargestellt sind. Andere Deutungen gehen davon aus, dass es im Atlantik tatsächlich Inseln gegeben hat, die im Laufe der Erdgeschichte untergegangen sind. Als Beweise werden unter anderem angeführt:

  • Bergspitzen von untermeerischen Bergen, die tatsächlich bis knapp unter die Meeresoberfläche reichen.
  • Süßwasserquellen auf dem Meeresboden, die zum Beispiel von Fischern von den Azoren mittels ausgeklügelter Kübel genutzt werden.
  • Funde von vulkanischen Schichten in Meerestiefen bis zu 3.600 Metern, die nur über Wasser entstanden sein können.
  • Der Mittelatlantische Rücken ist eine der tektonisch aktivsten Zonen der Welt.
  • Auch noch in historischer Zeit angeblich gesichtete Inseln, die später nicht mehr aufzufinden waren. So wurde beispielsweise 1762 eine Inselgruppe von dem Schiff Aurora entdeckt. Über die Aurora-Inseln berichteten bis 1892 verschiedene Seefahrer. Danach wurden sie jedoch nie wieder gesichtet.

Weitere Inseln[Bearbeiten]

Weitere mythische oder erfundene Inseln des Atlantiks sind unter anderem: Atlantis, Brasil, die Brendaninseln, Isla Granda, die Thompsoninsel und die Chimney-Inseln.

Geheimgesellschaft[Bearbeiten]

Im 16. Jahrhundert gab es in England eine Geheimgesellschaft „Antilia“, die sich der Reformierung von Erziehung und Gesellschaft widmete, um sich auf die Wiederkunft Christi vorzubereiten. Ihr gehörte auch der „Great Intelligencer of Europe“ Samuel Hartlib an.

Weblinks[Bearbeiten]