Antimikrobielle Substanz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine antimikrobielle Substanz (englisch antimicrobial agent) ist ein Biozid, das die Vermehrungsfähigkeit oder Infektiosität von Mikroorganismen reduziert oder sie abtötet beziehungsweise inaktiviert. Zu jenen antimikrobiellen Substanzen, die als spezifisches Medikament bei einer Infektionskrankheit eingesetzt werden, gehören die Antibiotika gegen Bakterien und die Antimykotika gegen Pilze und pathogene Hefen (z. B. Candida spp.). Des Weiteren werden alle Antiparasitika zu den antimikrobiellen Substanzen gerechnet, zu denen wiederum die Antihelminthika gegen parasitäre Würmer und die Antiprotozoika gegen pathogene Amöben (z. B. Giardia spp.) gerechnet werden. Diese antimikrobiellen Substanzen werden auch gelegentlich als Antimikrobiotikum (Plural: Antimikrobiotika) bezeichnet.

Neben diesen Substanzgruppen, die der unmittelbaren spezifischen Therapie dienen, zählen auch alle Desinfektionsmittel zu den antimikrobiellen Substanzen. Diese können neben den oben genannten Erregern auch Viren inaktivieren. Es gibt auch technisch hergestellte Oberflächenstrukturen, die durch desinfizierende Wirkung (z. B. Silber und Kupfer) oder mittels Nanostrukturen aus Titandioxid antimikrobiell wirksam sind (vgl. Photokatalytische Selbstreinigung).

Zu den antimikrobiell wirksamen Substanzen treten ferner physikochemische oder physikalische Einflüsse, die ebenfalls eine antimikrobielle Wirkung besitzen wie z. B. der pH-Wert, Hitzeeinwirkung (Pasteurisierung, Hitzesterilisation) oder ionisierende Strahlung (Gammastrahlung). Antimikrobielle Substanzen finden sich als natürliche Substanzen auch bei höheren Lebewesen zur unspezifischen Abwehr von Bakterien und Pilzen - etwa antimikrobielle Peptide und das Lysozym bei Wirbeltieren, verschiedene Stoffe bei Insekten (siehe z. B. Schwimmkäfer). Antimikrobielle Abwehrstoffe der Pflanzen sind beispielsweise die Phytoalexine.

Literatur[Bearbeiten]