Antimon(III)-chlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Antimon(III)-chlorid
Sb3+: __  /  Cl: __
Allgemeines
Name Antimon(III)-chlorid
Andere Namen
  • Antimontrichlorid
  • Spießglanzbutter
  • Antimonbutter
Verhältnisformel SbCl3
CAS-Nummer 10025-91-9
PubChem 24814
Kurzbeschreibung

farblose, hygroskopische, weiche Masse mit stechendem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 228,11 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,14 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

73 °C[1]

Siedepunkt

223 °C[1]

Dampfdruck

16 Pa (20 °C)[1]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
05 – Ätzend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314-411
P: 273-​301+330+331-​305+351+338-​309-​310 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Ätzend Umweltgefährlich
Ätzend Umwelt-
gefährlich
(C) (N)
R- und S-Sätze R: 34-51/53
S: (1/2)-26-45-61
LD50

525–675 mg·kg−1 (Ratte, peroral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Antimon(III)-chlorid ist eine chemische Verbindung bestehend aus den Elementen Antimon und Chlor Es gehört zur Stoffklasse der Chloride.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Antimon(III)-chlorid wurde zuerst von Johann Rudolph Glauber dargestellt.

[Bearbeiten] Gewinnung und Darstellung

Antimon(III)-chlorid kann durch Reaktion von Antimon oder Antimon(III)-oxid mit konzentrierter Salzsäure gewonnen werden.[2]

[Bearbeiten] Eigenschaften

[Bearbeiten] Physikalische Eigenschaften

Antimon(III)-chlorid kristallisiert in einer verzerrten Uran(III)-chlorid-Struktur. Es liegt in Form einer weichen Masse mit stechendem Geruch vor, welche an feuchter Luft raucht. Die Dämpfe von Antimon(III)-chlorid sind 7,88 mal schwerer als Luft.

[Bearbeiten] Chemische Eigenschaften

Antimon(III)-chlorid ist leicht löslich in Wasser, hydrolysiert jedoch heftig bei Zugabe größerer Mengen Wasser, wobei Antimonhypochlorit und Chlorwasserstoff entstehen.

\mathrm{SbCl_3 + \ H_2O \longrightarrow \ SbOCl + 2 \ HCl}

[Bearbeiten] Verwendung

Antimon(III)-chlorid wird als Reagenz zum Nachweis von Vitamin A und anderen Carotinoiden beim Carr-Price-Test verwendet, wobei eine blaue Komplexverbindung entsteht, die durch Kolorimetrie gemessen werden kann. Es dient weiterhin als Katalysator für Polymerisations- und Chlorierungsreaktionen in der organischen Chemie, bei der Herstellung von Flammschutzmitteln, Pigmenten und anderen Antimonverbindungen. Weiterhin wurde die Verbindung früher Absinth zugesetzt, um künstlich eine milchige Trübung des Getränks hervorzurufen.

[Bearbeiten] Sicherheitshinweise

Antimon(III)-chlorid ist als krebserzeugend nach Kategorie 2 und keimzellmutagen nach Kategorie 3B eingestuft.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Eintrag zu CAS-Nr. 10025-91-9 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 23. Oktober 2007 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c d Toxikologische Bewertung von Antimon(III)-chlorid bei BG Chemie, abgerufen am 22. August 2012.
  3. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 10025-91-9 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.