Antitheismus

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Antitheismus („starker Atheismus“ genannt) ist die weltanschauliche Grundhaltung, die aktiv gegen jede Form von Theismus eintritt, also explizit die Existenz von Göttern verneint. In Abgrenzung dazu versteht man unter (schwachem) Atheismus das Fehlen des Glaubens an Götter. Beim schwachen Atheismus werden keinerlei Annahmen über Existenz oder Nichtexistenz eines Gottes, ja nicht einmal Annahmen über die prinzipielle Beweisbarkeit von Existenz oder Nichtexistenz von Göttern getroffen.

Theismus geht von der Existenz eines oder mehrerer göttlicher Wesen aus, der Antitheismus verneint das. Er richtet sich gegen theistische Weltanschauungen, nicht gegen deren Anhänger.

Kritiker äußern, dass „Antitheismus“ eine überflüssige Wortschöpfung sei, weil aus ihrer Sicht kein signifikanter Unterschied zum Atheismus bestehe, da der Atheismus an sich schon anti-theistisch sei. Die Weltanschauung vieler Menschen, die sich als Atheisten (nicht als Antitheisten) bezeichnen, teilen in der Regel dieselben Gedanken, die auch die Grundaussagen des Antitheismus darstellen. Diese Haltung lässt jedoch den grundlegenden Unterschied außer Acht, dass der Glaube an die Abwesenheit Gottes (Atheismus) philosophisch und psychologisch etwas völlig anderes als die Überzeugung von der Abwesenheit eines Gottes (Antitheismus) ist.

Atheistische Literaten und Redner der Gegenwart scheinen den Begriff "Antitheismus" dagegen für sich so zu definieren, dass sie sämtlichen Theismen nicht nur absprechen wahr zu sein, sondern ihnen auch die Nützlichkeit völlig oder wenigstens überwiegend absprechen. Dies geschieht vor allem in Abgrenzung zu Atheisten, die zwar nicht an die Existenz Gottes glauben, aber einen Nutzen in der Religiosität (zum Beispiel für die Moral und Ethik einer Gesellschaft) sehen. So stellt etwa Christopher Hitchens heraus, dass die Existenz eines allmächtigen und allwissenden Wesens, das in alle Ewigkeit Anbetung verlange, in keiner Weise als wünschenswert anzusehen sei, da dies dem Leben in einem totalitären Überwachungsstaat entspräche.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • P.C.H.: Anti-Theism: its moral and philosophical blindness in a world of realities. 1856
  • Richard Hill Sandys: Antitheism: remarks on its modern spirit. London 1883
  • Karl Schulze-Jahde: Atheismus und Antitheismus. 1925
  • Howard R. Burkle: The Non-Existence of God: Antitheism from Hegel to Dumery. New York 1969
  • Manfred Balkenohl: Der Antitheismus Nietzsches: Fragen und Suchen nach Gott: eine sozialanthropologische Untersuchung. (Abhandlungen zur Sozialethik; Bd. 12) Schöningh, München u.a. 1976, zugleich Diss. Kath. Theol. unter dem Titel: Der Antitheismus in Leben und Werk Friedrich Nietzsches. Eine anthropologische u. theologische Untersuchung. Münster, 1972
  • B. J. Diebner, Karel Adriaan Deurloo: YHWH - Kyrios - Antitheism or The power of the word: Festschrift für Rochus Zuurmond. Heidelberg 1996
  • Brian F. Beeching: Antitheism and eschatological theology: Wolfhart Pannenberg's indictment of thirteenth century theology. Univ. S. Pauli, Ottawa o.J.
  • Richard Dawkins: The God Delusion. 2006
  • Christopher Hitchens: Der Herr ist kein Hirte: Wie Religion die Welt vergiftet. Blessing Verlag, München 2007, ISBN 978-3-89667-355-8

[Bearbeiten] Weblinks

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