Antitheismus

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Antitheismus (auch „starker Atheismus“ genannt) ist die weltanschauliche Grundhaltung, die aktiv gegen jede Form von Theismus eintritt, im weitesten Sinne wird der Glaube an einen Gott als nicht sinnvoll abgelehnt, und im engeren Sinne Religion als schädlich und gefährlich eingestuft. In Abgrenzung dazu versteht man unter Atheismus im Allgemeinen lediglich das Fehlen des Glaubens an Götter. Beim schwachen Atheismus werden keinerlei Annahmen über Beweisbarkeit von Existenz oder Nichtexistenz von Göttern oder der Nützlichkeit eines Gottesglauben getroffen (siehe Agnostizismus).

Definition[Bearbeiten]

Theismus geht von der Existenz eines oder mehrerer göttlicher Wesen aus, der Antitheismus verneint diese Annahme. Er richtet sich gegen theistische Weltanschauungen, nicht gegen deren Anhänger.

Die Weltanschauung vieler Menschen, die sich heute als Atheisten (nicht als Antitheisten) bezeichnen, teilen in der Regel dieselben Gedanken, die auch die Grundaussagen des Antitheismus darstellen. Diese Haltung lässt jedoch den grundlegenden Unterschied außer Acht, dass der fehlende Glaube an die Existenz Gottes (Atheismus) philosophisch und psychologisch etwas völlig anderes ist als die Überzeugung, dass ein solcher Glaube irrational oder schädlich (Antitheismus) ist.

Atheistische Literaten und Redner der Gegenwart wie Richard Dawkins scheinen den Begriff „Antitheismus“ für sich so zu definieren, dass sie sämtlichen Theismen nicht nur absprechen wahr zu sein, sondern ihnen auch die Nützlichkeit völlig oder wenigstens überwiegend absprechen. Dies geschieht vor allem in Abgrenzung zu Atheisten, die zwar nicht an die Existenz Gottes glauben, aber oft einen Nutzen in der Religiosität (zum Beispiel für die Moral und Ethik einer Gesellschaft) sehen. So stellt etwa Christopher Hitchens heraus, dass der Glaube an die Existenz eines allmächtigen und allwissenden Wesens, das in alle Ewigkeit Anbetung verlange, in keiner Weise als wünschenswert anzusehen sei, da dies dem Leben in einem totalitären Überwachungsstaat entspräche.

Kritik am Begriff[Bearbeiten]

Kritiker äußern, dass „Antitheismus“ eine überflüssige Wortschöpfung sei, weil aus ihrer Sicht kein signifikanter Unterschied zum Atheismus bestehe, da der Atheismus an sich schon anti-theistisch sei. Nach dieser Definition ist Antitheismus ganz einfach Atheismus, „schwacher“ Atheismus hingegen Agnostizismus.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • P.C.H.: Anti-Theism: its moral and philosophical blindness in a world of realities. 1856
  • Richard Hill Sandys: Antitheism: remarks on its modern spirit. London 1883
  • Karl Schulze-Jahde: Atheismus und Antitheismus. 1925
  • Howard R. Burkle: The Non-Existence of God: Antitheism from Hegel to Dumery. New York 1969
  • Manfred Balkenohl: Der Antitheismus Nietzsches: Fragen und Suchen nach Gott: eine sozialanthropologische Untersuchung. (Abhandlungen zur Sozialethik; Bd. 12) Schöningh, München u.a. 1976, zugleich Diss. Kath. Theol. unter dem Titel: Der Antitheismus in Leben und Werk Friedrich Nietzsches. Eine anthropologische u. theologische Untersuchung. Münster, 1972
  • B. J. Diebner, Karel Adriaan Deurloo: YHWH - Kyrios - Antitheism or The power of the word: Festschrift für Rochus Zuurmond. Heidelberg 1996
  • Brian F. Beeching: Antitheism and eschatological theology: Wolfhart Pannenberg's indictment of thirteenth century theology. Univ. S. Pauli, Ottawa o.J.
  • Richard Dawkins: The God Delusion. 2006
  • Christopher Hitchens: Der Herr ist kein Hirte: Wie Religion die Welt vergiftet. Blessing Verlag, München 2007, ISBN 978-3-89667-355-8

Weblinks[Bearbeiten]