Antitussivum

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Das Hustenmittel Cocillana-Etyfin (Ethylmorphine)

Ein Antitussivum (von griech. αντί antí „gegen“ und lat. tussire „husten“; Plural: Antitussiva) ist ein Medikament, welches den Hustenreiz unterdrückt. Zumeist werden diese als Lösung auf Basis von Sirupus Simplex oder Alkoholische Lösung eingenommen, weshalb auch der umgangssprachliche Begriff Hustensaft gebraucht wird.

Die meisten hustenstillenden Arzneistoffe sind Opiatabkömmlinge und verschreibungspflichtig. Verwendet werden bei trockenem Reizhusten ohne Schleimbildung beispielsweise Codein, Dihydrocodein, Dextromethorphan (nicht verschreibungspflichtig), Noscapin sowie Hydrocodon, das besonders stark wirksam ist und unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Auch Papaverin wirkt antitussiv. Ursprünglich wurde auch Heroin als Antitussivum entwickelt und vermarktet.[1]

Diese Substanzen wirken über das Zentralnervensystem und haben neben einem dämpfenden Effekt auf das Hustenzentrum im Stammhirn noch einen beruhigenden (sedierenden) Effekt. Alle genannten Arzneistoffe sollten nur wenige Tage angewendet werden, da eine Abhängigkeitsgefahr besteht.

Kein Suchtpotential bei einer gleichzeitig fehlenden dämpfenden (sedierenden) Nebenwirkung haben jüngere Substanzen wie Clobutinol und das etwas schwächer wirksame Pentoxyverin. Für Clobutinol-haltige Arzneimittel ordnete das Bundesinstitut für Arzneimittel im August 2007 das Ruhen der Zulassung an, da durch die Einnahme in seltenen Fällen Herzrhythmusstörungen auftreten können.[2] Viele Hersteller nahmen ihre Produkte kurz darauf vom Markt.

Acetylcystein und Ambroxol zur Behandlung von Husten mit Schleimbildung sollen das Abhusten erleichtern. Die Wirksamkeit ist aber noch nicht vollständig belegt. Allerdings besteht für die Kombination von ACC bzw. Acetylcystein (Mukolytikum) oder Ambroxol (Sekretolytikum) mit Antitussiva eine Kontraindikation, da der Hustenreiz zum Abhusten des gelösten Schleims benötigt wird.

Weitere antitussive Wirkstoffe sind:

Hustenstillende Medikamente sollten nur bei unproduktivem, trockenem Reizhusten oder vor einer Bronchoskopie eingenommen werden. Eine Kombination mit schleimlösenden Mitteln (Expektorantien) ist zu vermeiden, da der dabei entstehende Schleim sonst nicht abgehustet wird.

Auch Heilpflanzen können einen Hustenreiz lindern. Dazu werden Zubereitungen aus Schleimstoffdrogen eingesetzt, beispielsweise als wässriger Auszug (Tee), wobei die enthaltenen Schleimstoffe die entzündeten Schleimhäute der Atemwege schützend überziehen und reizmildernd auf die dort befindlichen Rezeptoren für Hustenreiz wirken sollen. Pharmazeutisch klassisch verwendete Heilpflanzen sind Eibischwurzel, Lindenblüten, Malvenblüten, Spitzwegerichkraut, Wollblumen, Isländisches Moos, Thymian (nur Thymus vulgaris und Thymus zygis) sowie Pei Pa Koa als Loquat-Sirup, einer Kräuterarznei der Traditionellen chinesischen Medizin.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael de Ridder: Heroin: Vom Arzneistoff zur Droge, 2000, ISBN 3-593-36464-6.
  2. BfArM: Ruhen der Zulassung Clobutinol-haltiger Arzneimittel

Literatur[Bearbeiten]

  • H. J. Roth. u. H. Fenner: Arzneistoffe. Thieme, Stuttgart u. New York, 1988.
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