Antje Möldner-Schmidt

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Antje Möldner-Schmidt (rechts) mit der Bronzemedaille bei den Europameisterschaften 2012

Antje Möldner-Schmidt, geborene Möldner, (* 13. Juni 1984 in Potsdam-Babelsberg) ist eine deutsche Leichtathletin. Ursprünglich eine Mittelstrecklerin, wechselte sie 2008 zum 3000-Meter-Hindernislauf.

Karriere[Bearbeiten]

Möldner-Schmidt stammt aus einer Leichtathleten-Familie: ihr Vater war Geher, ihre Schwester Silke und ihre Zwillingsschwester Berit waren Mittelstrecklerinnen. Ihr Bruder Olaf belegte 1989 bei den DDR-Meisterschaften im 20-Kilometer-Straßengehen den dritten Platz.

2004 gewann sie bei den Deutschen Meisterschaften in der Halle und im Freien Bronze über 1500 Meter. 2005 gewann sie den Titel sowohl in der Halle als auch draußen. Bei den Halleneuropameisterschaften 2005 in Madrid wurde sie Sechste. Im Sommer 2005 gewann sie Bronze bei den U23-Europameisterschaften in Erfurt.

2006 gewann Möldner-Schmidt bei den Deutschen Hallenmeisterschaften den Titel über 1500 Meter und über 3000 Meter. In der Freiluftsaison wurde sie Zweite über 1500 Meter. 2007 wurde sie in der Halle Zweite über 3000 Meter, gewann aber draußen den Titel über 1500 Meter. 2008 gewann sie in der Halle die Titel über 1500 Meter und über 3000 Meter.

Am 31. Mai 2008 startete Antje Möldner-Schmidt im belgischen Neerpelt in ihrem ersten 3000-Meter-Hindernislauf. Sie belegte den zweiten Platz hinter der Äthiopierin Sofia Assefa und verbesserte den deutschen Rekord von Melanie Schulz um über vier Sekunden auf 9:34,21 min. Im Juli 2008 wurde Möldner-Schmidt Deutsche Meisterin im Hindernislauf. Im Vorlauf der Olympischen Spiele 2008 verbesserte sie ihren deutschen Rekord nochmals um mehr als vier Sekunden auf 9:29,86 min, schied jedoch dennoch aus dem Wettbewerb aus.

2009 erreichte sie am 17. Mai in Pliezhausen auf der selten gelaufenen 2000-Meter-Hindernis-Distanz eine Zeit von 6:15,90 min und belegte damit den siebten Rang in der ewigen Weltbestenliste. Am 1. Juni verbesserte sie ihren deutschen Rekord im Hindernislauf abermals auf 9:27,22 min und erfüllte damit die Qualifikationsnorm für die Weltmeisterschaften 2009 in Berlin. Dort gelang ihr im Vorlauf eine weitere Steigerung des Rekords auf 9:21,73 min. Noch einmal schneller lief sie zwei Tage später im Finale, in dem sie in einer Zeit von 9:18,54 min Neunte wurde. Danach musste sie wegen eines Lymphoms, das im Januar 2010 diagnostiziert worden war, für längere Zeit pausieren.[1]

Möldner-Schmidt beim ISTAF 2012

Erst im Oktober 2010 konnte Möldner-Schmidt ihr Training wieder aufnehmen. Nach einigen Vorbereitungswettkämpfen kehrte sie bei den Deutschen Meisterschaften 2011 in Kassel wieder auf die Hindernisstrecke zurück und belegte mit 10:28,74 min den vierten Rang.

Im Jahr darauf wurde sie in Wattenscheid zum dritten Mal Deutsche Meisterin. Bei den Europameisterschaften 2012 in Helsinki wurde sie Dritte in 9:36,37 min und gewann damit ihre erste Medaille bei internationalen Meisterschaften. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London belegte sie im Finallauf den siebten Platz mit einer Zeit von 9:21,78 min, war zweitschnellste Europäerin hinter der Russin Julija Saripowa und beste deutsche Hindernisläuferin vor Gesa Felicitas Krause, die Platz acht belegte.

Den vierten Deutschen Meistertitel gewann sie 2013 bei den Meisterschaften in Ulm. Im Anschluss wurde sie bei den Weltmeisterschaften in Moskau mit Rang acht wieder zweitbeste Europäerin im Finale.

Bei den Europameisterschaften 2014 in Zürich wurde sie Europameisterin.

Antje Möldner-Schmidt startete für den SC Potsdam und seit 2012 für den LC Cottbus. Bei einer Körpergröße von 1,73 m beträgt ihr Wettkampfgewicht 56 kg.

Bestleistungen[Bearbeiten]

  • 1500 Meter: 4:08,81 min, 27. Mai 2005 in Dessau
  • 3000 Meter: 9:00,74 min, 27. April 2005 in Potsdam
  • 3000 Meter Hindernis: 9:18,54 min (deutscher Rekord), 17. August 2009 in Berlin

(Stand: 1. Juli 2012)

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. 2 Bände. Darmstadt 2005 (publiziert über Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Antje Möldner-Schmidt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. leichtathletik.de: Antje Möldner springt ins kalte Wasser, 26. Juli 2011.