Antofagasta

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Antofagasta (Begriffsklärung) aufgeführt.
Antofagasta
-23.65-70.4Koordinaten: 23° 39′ S, 70° 24′ W
Karte: Chile
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Antofagasta

Antofagasta auf der Karte von Chile

Basisdaten
Staat Chile
Region Antofagasta
Stadtgründung 22. Oktober 1868
Einwohner 306.700 (2004)
Stadtinsignien
Escudo de Antofagasta.svg
Detaildaten
Gewässer Pazifik
Zeitzone UTC-4
Stadtvorsitz Marcela Hernando
Website municipalidaddeantofagasta.cl municipalidaddeantofagasta.cl/ municipalidaddeantofagasta.cl
Antofagasta
Antofagasta

Antofagasta ist eine Stadt im Norden des südamerikanischen Anden-Staates Chile. Sie hat 306.700 Einwohner (Stand: 2004). Der Name der Stadt stammt aus der Sprache Quechua und heißt in etwa Dorf am großen Salzsee.

Geographie[Bearbeiten]

Die Wüstenstadt Antofagasta liegt am Pazifik, am Rande der Atacama. Die Entfernung nach Santiago beträgt etwa 1400 km.

Das Klima ist trocken, aber angenehm, mitunter im Sommer sehr heiß.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Antofagasta
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 23,1 23,3 22,1 20,3 18,4 17,0 16,4 16,5 17,1 18,1 19,7 21,7 Ø 19,5
Min. Temperatur (°C) 17,8 17,5 16,6 14,2 13,3 12,1 11,7 12,1 12,8 13,9 15,1 16,6 Ø 14,5
Niederschlag (mm) 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,4 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Σ 1,4
Sonnenstunden (h/d) 9,5 10,0 9,2 8,5 7,4 6,0 6,8 6,9 7,6 7,6 8,8 8,9 Ø 8,1
Luftfeuchtigkeit (%) 75 76 78 79 79 79 79 78 78 76 75 74 Ø 77,2
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Geschichte[Bearbeiten]

Die politische Zuordnung der heutigen Region um Antofagasta war nach der Unabhängigkeit Südamerikas von Spanien zwischen den neu entstandenen Staaten zunächst ungeklärt. Bolivien beanspruchte das Gebiet bei seiner Unabhängigkeit 1825 und gründete später 1827 die ca. 130 km nördlich des heutigen Antofagasta gelegene Hafenstadt Cobija. Die wenige Bevölkerung der Region bestand jedoch überwiegend aus Bürgern Chiles, man spricht von 90–95 %, das ebenfalls seit der eigenen Unabhängigkeit sieben Jahre zuvor 1818 Anspruch auf die Region erhob. Da es sich um eine unfruchtbare und scheinbar nutzlose Wüstenregion handelte, maßen beide Länder der Frage keine praktische Relevanz zu.

1866 entdeckte man große Vorkommen von Nitrat (Salpeter) in der Region, das damals ein sehr wichtiger und wertvoller Rohstoff zur Herstellung von Dünger und Sprengstoff war, so dass die Frage des Grenzverlaufs nun hohe wirtschaftliche und politische Bedeutung erlangte.

Das berühmte steinerne Tor „Portada“ im Meer
Mall plaza Antofagasta

1866 und 1874 kam es zu Verträgen zwischen Chile und Bolivien, in denen sich die Staaten auf einen Grenzverlauf im südlichen Bereich des heutigen Antofagasta und damit größtenteils auf die Zugehörigkeit der Region zu Bolivien einigten. Im Gegenzug musste Bolivien in dem Vertrag von 1874 chilenischen Unternehmen das Recht zugestehen, die Nitratvorkommen der Region 25 Jahre lang abzubauen, ohne an den bolivianischen Staat Steuern zahlen zu müssen.

Antofagasta wurde 1870 als Standort für den Salpeterabbau und die Erkundung der Nitratvorkommen in der Wüste Atacama gegründet.

Die Stadt hatte 1875 eine Einwohnerzahl von 5384.

Bei einem Seebeben 1877 wurde die Küste von einem Tsunami getroffen. Cobija wurde dabei am schwersten getroffen und so stark zerstört, dass der dortige Hafen aufgegeben wurde und sich Handel und Verwaltung nach Antofagasta verlegten, einer ursprünglich von Chilenen gegründeten Stadt, die damit zum wirtschaftlichen und politischen Zentrum der Region wurde.

Zur Finanzierung des Wiederaufbaus der Schäden nach dem Seebeben beschloss Bolivien im Februar 1878 die Erhebung einer Sondersteuer von 10 Centavos rückwirkend zum Jahre 1874 pro abgebautem Zentner Salpeter. Chile sah hierin einen Bruch des Vertrages von 1874 und protestierte. Der Bolivianische Präsident blieb jedoch unbeirrt, konfiszierte die chilenischen Unternehmen knapp ein Jahr später im Januar 1879 und bot sie zur Versteigerung in Antofagasta an. Daraufhin sah Chile den Grenzvertrag als annulliert an und ließ Marinetruppen in der Stadt landen. Der Salpeterkrieg brach aus und Antofagasta wurde am 14. Februar 1879 von chilenischen Truppen erobert.

Ein erster Vertrag vom 4. April 1884 sicherte den Verbleib des Gebietes bei Chile, im Friedensvertrag von 1904 erkannte Bolivien den Verbleib von Antofagasta bei Chile endgültig an. Allerdings begann die bolivianische Regierung von Evo Morales im Jahr 2011 verstärkte internationale Bemühungen, um einen Zugang zum Pazifik wiederzuerlangen. Dabei wurde die Rechtsgültigkeit des Vertrags von 1904 öffentlich angezweifelt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hotel Antofagasta

Die Stadt ist für Schiffsreisen beliebt. In der Stadt gibt es zwei Strände, deren Wasser aber durch den Humboldtstrom eher kalt ist. Im Zentrum der Stadt sind sehenswert: das Kupferdenkmal, das Unabhängigkeitsdenkmal, das Eisenbahnmuseum, die Kathedrale sowie einige Gebäude aus kolonialspanischer Zeit.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Hafen von Antofagasta

Der Hafen der Stadt wurde insbesondere als Verladehafen für Salpeter benutzt. Heute wird insbesondere Kupfer und Nitrat exportiert. Die Stadt ist ein Zentrum des Exports von Bergbauerzeugnissen. Daneben wird Stahl in der Stadt hergestellt. Die Stadt ist reich, wirkt aber eher ärmlich. Die Stadt liegt an der Panamericana.

Große Firmen aus dem Sektor Kupfer und Salpeter liegen im Gebiet der Stadt, z. B. Empresa Minera de Mantos Blancos (Kupfer), SQM (Borax), Compañía Minera Zaldivar (Kupfer), Minera Escondida (Kupfer) und Atacama Minerals (Salpeter).

20 Kilometer außerhalb der Stadt liegt das Industriegebiet Ciudad Empresarial La Negra mit rund 24 km² Fläche. Hier liegt die Kupferraffinerie Noranda.

Nördlich der Stadt liegt der Großflughafen Aeropuerto Internacional Cerro Moreno.

Bildung[Bearbeiten]

In Antofagasta gibt es mehrere Universitäten. Die wichtigsten sind die Universidad de Antofagasta und die Universidad Cátolica del Norte, die mit dem Astronomischen Institut "Instituto de Astronomía de la Universidad Católica del Norte" in Zusammenarbeit mit Astronomen des Astronomischen Instituts der Ruhr-Universität Bochum das Hexapod-Teleskop auf dem etwas über 100 km entfernte Berg Cerro Armazones in der Atacamawüste betreibt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Antofagasta – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien