Antoine Baumé

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Dieser Artikel behandelt Antoine Baumé. Zu anderen Bedeutungen von Baumé siehe Baume und Grad Baumé.


Antoine Baumé

Antoine Baumé (* 26. Februar 1728 in Senlis; † 15. Oktober 1804 in Paris) war ein französischer Chemiker und Pharmazeut, der ein Aräometer erfand, dessen Gradeinteilung nach ihm benannt wurde (Grad Baumé, Einheit °Bé).

Baumé war der Sohn eines Gastwirts, absolvierte eine Apothekerlehre in Compiegne und war ab 1745 in der Apotheke von Claude Joseph Geoffroy in Paris. Er führte nach der Meisterprüfung 1752 in Paris eine Apotheke, errichtete mit Geoffroy eine Fabrik für Ammoniumsalz und hielt ab 1761 mit Pierre Joseph Macquer Vorlesungen an einer mit diesem gegründeten chemisch-pharmazeutischen Schule, die für die Entwicklung der Chemie in Frankreich von großer Bedeutung war. 1770 bis 1780 untersuchte er als Eigentümer einer kleinen Chemiefabrik Ton zur Porzellan-Herstellung, die Bleichung von Rohseide u. a.. Er wurde 1787 Mitarbeiter des Collège de Pharmacie.

Er isolierte Narkotin aus Opium (1762), synthetisierte Diethylether (1757) und stellte ab 1772 Calomel her (Quecksilberchlorid, als Medimanent u. a. gegen Syphilis). Weiterhin untersuchte Baumé die Wirkung und Entstehung von Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff, analysierte Kaliumsulfat, Methan (Sumpfluft) und Wasser sowie die Kristallisation von Salzen.

Das von ihm entwickelte Skalenaräometer mit der Baumé-Skala machte es möglich, die Dichten von Schwefelsäure oder galvanischen Bädern zu bestimmen und wurde auch zur Messung des Alkoholgehalts benutzt. Auch verbesserte Destillationsgeräte und Lampenöfen wurden von Baumé konstruiert.

1762 veröffentlichte er ein weitverbreitetes Pharmazie-Lehrbuch (Éléments de pharmacie théorique et pratique).

Baumé war ab 1773 Mitglied der Académie des sciences.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]