Antoine Bourdelle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Antoine Bourdelle, Foto aus dem Jahr 1925
Beethoven (Standort: Beethovenhalle Bonn)

Antoine Bourdelle (vollständig Émile-Antoine Bourdelle; * 30. Oktober 1861 in Montauban, Tarn-et-Garonne; † 1. Oktober 1929 in Le Vésinet, Yvelines) war ein französischer Bildhauer und Kunstlehrer.

Leben[Bearbeiten]

Bourdelle verließ mit 13 Jahren die Schule, um als Holzschnitzer in seines Vaters Möbeltischlerei zu arbeiten. Er lernte Zeichnen beim Gründer des Ingres Museums in Montauban, dann Bildhauerei an der Kunstschule in Toulouse. Hiernach verbrachte er zehn Jahre an der École des Beaux-Arts in Toulouse und bekam 24-jährig ein Stipendium für die École nationale supérieure des beaux-arts in Paris unter Alexandre Falguière und später unter Jules Dalou.

1888 fertigte er erste Skulpturen von Beethoven. Sein von Pathos und monumentalem Anspruch erfülltes Werk ist charakterisiert von rhythmisierter Bewegung. Er war einer der Pioniere monumentaler Skulpturen des 20. Jahrhunderts. Auguste Rodin bewunderte sein Werk, und ab 1893 arbeitete Bourdelle als Rodins Assistent. Bourdelle entwickelte sich zu einem bekannten Lehrer, sowohl in Rodins als auch in seinem eigenen Studio. Viele später bedeutende Künstler wie beispielsweise Henri Matisse und Alberto Giacometti erhielten von ihm Unterricht, wodurch er beträchtlichen Einfluss auf die Bildhauerei ausübte. Von 1909 bis zu seinem Tod 1929 war er Lehrer an der bedeutenden Académie de la Grande Chaumière in Paris.

1927 suchte der junge deutsche Bildhauer Arno Breker kurz nach seinem Umzug nach Paris Bourdelle in dessen Atelier auf, wo er vor allem die große Porträtbüste Ludwig van Beethoven bewunderte. Breker wurde schließlich selbst zum Sammler.

Im Jahr 1929 starb Bourdelle im Alter von 67 Jahren in Le Vésinet bei Paris. Er wurde auf dem Friedhof Montparnasse in Paris bestattet.

Bourdelle war der Gründer und Vizepräsident des „Salon des Tuileries“ in Paris. Das Museum Antoine Bourdelle (Adresse: 18, rue Antoine Bourdelle, 75015 Paris) besteht aus Bourdelles Haus, Studio und Garten, wo er von 1884 bis 1929 arbeitete.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Schüler (Auswahl)[Bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Luigi Carluccio: The sacret and profane in Symbolist art. AGO, Toronto 1969 (Katalog der gleichnamigen Ausstellung, Art Gallery of Ontario, 1. November bis 26. November 1969).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerhard Kolberg, Karin Schuller-Procopovici (Hrsg.): Skulptur in Köln. Bildwerke des 20. Jahrhunderts im Stadtbild. Wienand-Verlag, Köln 1988, Seite 49 (im Auftrag des Museums Ludwig).
  2. Seite des Museums zur Ausstellung, abgerufen am 22. April 2014.

Weblinks[Bearbeiten]