Antoine d’Orléans, duc de Montpensier

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Porträt von Franz Xaver Winterhalter: Antoine d’Orléans, duc de Montpensier, 1844
Marie Amélie de Bourbon, reine des Français, et ses deux fils cadets, 1835

Antoine-Marie-Philippe-Louis d’Orléans, duc de Montpensier (* 31. Juli 1824 in Neuilly-sur-Seine; † 4. Februar 1890 in Sanlúcar de Barrameda) war ein französischer Offizier und spanischer Thronprätendent.

Herkunft[Bearbeiten]

Der Herzog von Montpensier war der fünfte Sohn des Herzogs von Orléans und späteren Bürgerkönigs Louis-Philippe (1773–1850) und der Maria Amalia von Neapel-Sizilien (1782–1866). Er trat 1842 in das 3. Artillerieregiment ein, nahm 1844-45 an mehreren Feldzügen in Algerien teil und wurde am 10. Oktober 1846 mit der spanischen Infantin Maria Luisa Ferdinanda (1832–1897) vermählt, wodurch sich das Haus Orléans bei der voraussichtlichen Kinderlosigkeit der Ehe der Königin Isabella II. den spanischen Thron gesichert zu haben glaubte.

Späteres Leben[Bearbeiten]

Nach der Februarrevolution 1848 begab er sich nach England, dann nach Spanien, wo er in Sevilla residierte und am 10. Oktober 1859 zum Generalkapitän der spanischen Armee und Infanten von Spanien ernannt wurde. Anfang Juli 1868 kam die spanische Regierung einer vor allem unter den höheren Offizieren der Armee weit verbreiteten Verschwörung auf die Spur, die nach Entthronung der Königin den Herzog von Montpensier auf den spanischen Thron bringen wollte und wies den Herzog aus Spanien aus, der, nachdem er seine spanischen Titel und Würden niedergelegt hatte, dem Befehl gehorchte, aber nach der Septemberrevolution 1868 von Lissabon nach Sevilla zurückkehrte.

Seine Hoffnung, nun auf den Thron erhoben zu werden, ging aber nicht in Erfüllung, da er beim Volk so wenig beliebt war, dass er 1870 zweimal bei den Corteswahlen durchfiel. Auch hatte er den Einfluss Napoleons III. gegen sich, der keinen Orléans in Spanien zum König haben wollte. Wegen seiner ehrgeizigen Ränke geriet er mit seinem Cousin, dem Infanten Heinrich von Bourbon (Enrique, Herzog von Sevilla), in Streit und erschoss diesen am 12. März 1870 im Duell. Bei der Königswahl am 16. November 1870 erhielt er nur 25 Stimmen. Er verließ Spanien und begab sich 1871 wieder nach Frankreich, wo er sich mit der Königin Isabella versöhnte.

Nachkommen[Bearbeiten]

Aus der Ehe gingen neun Kinder hervor, von denen nur fünf das Erwachsenenalter erreichten: