Anton Bernolák

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Anton Bernolák

Anton Bernolák (* 1. Oktober 1762 in Slanica bei Námestovo; † 15. Januar 1813 in Nové Zámky) war ein slowakischer Priester und Philologe. Er beschäftigte sich als einer der Ersten mit der Grammatik der slowakischen Sprache.

Leben[Bearbeiten]

Er wurde als Kind eines Landherren geboren und besuchte von 1774 bis 1778 das Gymnasium in Ružomberok. Er studierte danach Rhetorik, Philosophie und Poetik in Bratislava und Trnava sowie Theologie in Wien. Nach dem Studium besetzte er von 1778 bis 1791 die Stelle als Kaplan in Lanschütz. Anschließend war er sechs Jahre als Sekretär der erzbischöflichen Vikariats in Trnava tätig. Seit Mai 1797 bis zu seinem Tod leitete er die Pfarrei in Nové Zámky und stand dem dortigen Dekanat vor. Gleichzeitig verwaltete er die dortige Schule.

1792 gründete er mit Juraj Fándly das Slovenské učené tovaryšstvo in Trnava und wurde dessen Vorsitzender. Das Tovaryšstvo hatte weitere Niederlassungen in der Slowakei und war Herausgeber von Büchern in der so erstmals kodifizierten slowakischen Sprache. Der bedeutendste, der in dieser neuen Sprachform schrieb, war Juraj Fándly.

Person[Bearbeiten]

Sein außerordentliches Talent zeigte sich bereits auf dem Generalseminar in Bratislava, als er sich für die kulturellen Reformen der Kaiserin Maria Theresia und von Joseph II. begeisterte. Er leitete den Verein zur Pflege der slowakischen Sprache (Spoločnosť na pestovanie slovenského jazyka) und propagierte die nationale Wiedergeburt der Slowaken. Zur Realisierung seiner Ideen und Ziele hatte er fachliches Grundwissen. Er sprach mehrere Sprachen – sowohl klassische als auch moderne – und hatte ein breitgefächertes Allgemeinwissen, angefangen bei Ökonomie, Medizin, Ästhetik, Musik bis hin zur Politik. Seine Hauptaktivität war der Sprache gewidmet. Ihm war klar, dass ein Volk sich nicht langfristig selbstständig entwickeln kann, wenn es sich nicht mit einer lebendigen Sprache verständigen kann.

In die slowakische Geschichte schrieb er sich schließlich als erster Kodifikator des Schriftslowakischen ein. Auch wenn seine Schriftsprache nicht auf dem gesamten Gebiet verwendet wurde, so setzte er doch Zeichen für ein sich national befreiendes Volk. Den Grundstein dazu legte er bereits bei einem Studium durch den Vorschlag, einen Entwurf für die grammatikalische Bearbeitung der slowakischen Sprache auszuarbeiten. Sein Entwurf wurde 1787 durch die in Latein verfasste Schrift Philologisch-kritische Ausarbeitung der slawischen Buchstaben (Filologicko-kritické rozpravě o slovanských písmenech) realisiert, die er gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Vereins verfasste. Drei Jahre später veröffentlichte er sein Grammatikbuch.

Werke[Bearbeiten]

Denkmal in Bratislava

Der Großteil seiner Werke ist der Linguistik gewidmet. Sein Werk gilt als ein erster, wenn auch erfolgloser Versuch einer Kodifizierung der slowakischen Sprache. Erfolgreicher war der protestantische Geistliche Ľudovít Štúr kurz danach.[1]

Grammatische Werke[Bearbeiten]

  • Dissertatio-critica de literis Slavorum (Bratislava 1787)
  • Gramatica Slavica (Bratislava 1790), sie ist im Schloss Topoľčianky aufbewahrt.[2]
  • Etymológia vocum slavicarum (Trnava 1791)

Wörterbücher[Bearbeiten]

  • Slowár Slowenskí, Česko-Laťinsko-Ňemecko-Uherskí, seu Lexicon Slavicum Latino-Germanico-Ungaricum auctore Antonio Bernolák [Slowakisches Tschechisch-lateinisch-deutsch-ungarisches Wörterbuch, seu …] I–VI, Ofen (heute Budapest), 1825–27 (erst nach seinem Tod durch Juraj Palkovič herausgegeben)

Literatur[Bearbeiten]

  • Katarína Habovštiaková: Bernolákovo jazykovedné dielo, Bratislava 1968
  • J. V. Gajdoš: Knižnica Antona Bernoláka, Martin 1970

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anton Bernolák – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gertraud Marinelli: Oberungarn (Slowakei) in den Wiener Zeitschriften und Almanachen des Vormärz (1805–1848) bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 3. Oktober 2012
  2. Topol'cianky (Klein-Topoltschan) vom 9. März 2010, abgerufen am 3. Oktober 2012