Anton Schumacher

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Anton „Toni“ Schumacher (* 1. Dezember 1938 in Bonn) ist ein ehemaliger deutscher Fußballtorwart. Von 1960 bis 1968 war er beim 1. FC Köln aktiv und absolvierte dabei 21 Spiele in der Oberliga und 58 in der Bundesliga.

Laufbahn[Bearbeiten]

Heimatverein des Jugendfußballers Toni Schumacher war Blau-Weiß Hemmerich. Mit Tura Bonn spielte der Torhüter in der Saison 1959/60 in der Verbandsliga Mittelrhein und belegte mit dem Aufsteiger den vierten Rang. Im Rundenverlauf machte er mit seiner Spielleistung die Verantwortlichen der Geißbock-Elf aus Köln auf sich aufmerksam und wechselte 1960 zum damaligen Oberligisten 1. FC Köln. Unter Trainer Oswald Pfau kam er am 4. Dezember 1960 beim Auswärtsspiel gegen den SV Sodingen zu seinem Debüt in der Oberliga West. Stammtorhüter des FC war der dem Nationalmannschaftskader angehörende Fritz Ewert. Mit insgesamt fünf Einsätzen hatte der Mann aus Bonn Anteil am Gewinn der Meisterschaft in der Oberliga West. In den letzten zwei Runden der damals erstklassigen Oberliga, 1961/62 und 1962/63, änderte sich nichts an der Rollenverteilung im FC-Tor. Toni Schumacher kam auf sieben (1962) beziehungsweise neun (1963) weitere Oberligaeinsätze, immer dann, wenn er für den verletzten Ewert einspringen musste. Insgesamt absolvierte er von 1960 bis 1963 in der Oberliga West 21 Verbandsspiele und gehörte dadurch den Meisterteams des 1. FC Köln in diesen Jahren in der Oberliga West an. Als die Kölner 1962 den Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit Trainer Zlatko Cajkovski feiern konnten, hatte Schumacher in der Endrunde im Gruppenspiel am 21. April beim 3:1-Auswärtserfolg bei Eintracht Frankfurt, im Kölner Tor gestanden.

Auch beim Rückspiel gegen den schottischen Meister FC Dundee am 26. September 1962, im Wettbewerb des Europapokals der Meister, stand Schumacher für den verletzten Ewert beim 4:0-Heimsieg im Kölner Tor. Beim zweiten Gewinn der Deutschen Meisterschaft der Geißbock-Elf im Debütjahr der Fußball-Bundesliga 1963/64, kam er unter Trainer Georg Knöpfle zu vier Einsätzen in der Verbandsrunde. Sein Bundesligadebüt gab Schumacher am 15. Februar 1964 beim 3:1-Heimerfolg gegen Hertha BSC. Im zweiten Bundesligajahr 1964/65 war er mit 23 Ligaeinsätzen die Nummer eins der Kölner; Ewert musste sich mit sieben Ligaspielen begnügen. Die Titelverteidigung klappte zwar nicht, hinter Werder Bremen reichte es zur Vizemeisterschaft. Herausragend waren aber in der zweiten Bundesligasaison die Spiele im Europapokal der Landesmeister.

Im Viertelfinale schlug in den Spielen gegen den englischen Meister FC Liverpool die Stunde des Keepers Toni Schumacher. Gab es noch beim Hinspiel am 10. Februar 1965 gegen die von Manager Bill Shankly angeführten „Reds“ beim 0:0 gegen eine deutlich defensiv eingestellte Elf aus Liverpool fast keine Gelegenheit sich auszuzeichnen, war dazu aber beim Rückspiel am 17. März vor 48.948 Zuschauern an der Anfield Road durch das ständige Anrennen der Heimelf, eine völlig andere Situation. Der FC ging personell geschwächt durch das Fehlen von Hans Schäfer, Christian Müller und Leo Wilden in die Auseinandersetzung und das Spiel entwickelte sich zu „einer einzigen Abwehrschlacht der Geißböcke, die in Toni Schumacher, Wolfgang Weber und dem eigentlichen Reservisten Matthias Hemmersbach ihre herausragenden Akteure hatten“. Im FC-Buch Hennes & Co. wurde die Leistung des Kölner Torstehers sogar mit Weltklasse beurteilt, „denn er hielt einfach alles, was durch die Kölner Deckung kam. Ein halbes Dutzend unglaublicher Paraden brachte die stürmischen Engländer schier zur Verzweiflung“, und so musste ein Entscheidungsspiel den Halbfinalisten ermitteln. Das fand am 24. März in Rotterdam statt und endete nach Verlängerung mit 2:2. Die damaligen Regularien sahen den Münzwurf zur Siegerermittlung vor – im zweiten Versuch entschied er zugunsten des FC Liverpool. Einen Monat danach, am 24. April 1965, saß Toni Schumacher beim WM-Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft in Karlsruhe gegen Zypern auf der deutschen Ersatzbank.

Im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 in England behauptete Schumacher mit 22 Ligaeinsätzen seine Rolle als Stammtorhüter, aber mit dem FC reichte es in der Bundesliga lediglich zum fünften Rang. Zur Saison 1966/67 kam mit Willi Multhaup ein neuer Trainer nach Köln; überraschend für Toni Schumacher aber auch mit Milutin Soskic eine neue Nummer eins. Der „Held von Liverpool“ kam im ersten Multhaup-Jahr zu keinem Einsatz in der Bundesliga. In seiner achten Kölner Saison, 1967/68, absolvierte er nochmals neun Spiele in der Bundesliga und der FC kam auf den vierten Rang. Sein letztes Bundesligaspiel absolvierte er am 3. Februar 1968 beim 1:1 gegen den FC Schalke 04. Der eigentliche Erfolg kam aber im DFB-Pokal zustande. Der 1. FC Köln wurde 1968 DFB-Pokal -Sieger. Schumacher hatte in den zwei Spielen gegen den FC Homburg (4:1) und Eintracht Frankfurt (1:1 n.V.) mitgewirkt.

Zur Runde 1968/69 schloss sich der Torhüter dem SC Viktoria Köln an, kam aber durch langwierige Verletzungen gehindert, zu nur sechs Spielen in der Fußball-Regionalliga West. Auch die Engagements beim KV Mechelen 1969/70 und beim Bonner SC 1970/71 waren nicht mehr von Erfolg und Gesundheit begleitet.

Als in den 1970er und 1980er Jahren Harald Schumacher das Tor des 1. FC Köln hütete, lag es nahe, dass man diesem den Spitznamen „Toni“ verpasste.

Erfolge[Bearbeiten]

  • 1962 Deutscher Meister, 4:0 gegen den 1. FC Nürnberg
  • 1963 Deutscher Vize-Meister, 1:3 gegen Bor. Dortmund
  • 1964 Deutscher Meister, 6 Punkte vor dem Meidericher SV und Eintracht Frankfurt
  • 1965 Deutscher Vize-Meister, 3 Punkte hinter dem SV Werder Bremen
  • 1968 DFB-Pokal-Sieger, 4:1 gegen den VfL Bochum

Literatur[Bearbeiten]

  • B. F. Hoffmann: Das große Lexikon der Bundesliga-Torhüter. Schwarzkopf & Schwarzkopf. Berlin 2003. ISBN 3-89602-526-0
  • Thomas Hardt u.a.: Hennes & Co. Die Geschichte des 1. FC Köln. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2005, ISBN 3-89533-470-7
  • Knieriem, Grüne: Spielerlexikon 1890-1963. Agon-Sportverlag. Kassel 2006. ISBN 978-3-89784-148-2