Anton Vilsmeier

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Anton Vilsmeier (* 12. Juni 1894 in Burgweinting, heute zu Regensburg; † 12. Februar 1962 in Ludwigshafen am Rhein) war ein deutscher Chemiker. Die von ihm entdeckte Vilsmeier-Reaktion zur Formylierung von Aromaten trägt seinen Namen.

Biografie[Bearbeiten]

Vilsmeier wuchs als Sohn eines Mühlenbesitzers auf. Nach dem Schulbesuch in Regensburg wurde er mit Beginn des Ersten Weltkriegs Soldat und geriet in englische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Freilassung begann er 1920 ein Chemiestudium an der Universität München, das er in Erlangen fortsetzte. Dort wurde er bei Otto Fischer 1924 mit einer Arbeit über „Gamma-Chlor-Iso-Chinocyanine aus Methyl-(Aethyl-)Acetanilid und Phosporoxychloridpromoviert . Er blieb zunächst als Assistent an der Universität und entdeckte dort 1926 die heute nach ihm benannte Reaktion von Aromaten mit substituierten Formamiden und Phosphoroxychlorid.

Ab 1927 war er bei der BASF AG beschäftigt. Er trat 1959 in den Ruhestand und verstarb drei Jahre später.

Trivia[Bearbeiten]

Im Jahr 2012 wurde an der Fakultät für Chemie und Pharmazie der Universität Regensburg die jährlich stattfindende „Anton Vilsmeier Vorlesung“ ins Leben gerufen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fischer, O.; Müller, A.; Vilsmeier, A.: Über die Einwirkung von Phosphoroxychlorid auf Methyl-(Äthyl-)acetanilid. Synthesen von γ-Chlorisochinocyaninen. Journal für Praktische Chemie [II] 109 (1925), S. 69-87.

Quellen[Bearbeiten]

  • Christoph Meinel, "Ein Mann und seine Reaktion", Nachrichten aus der Chemie 60 (2012), 1187-1190. (PDF)
  • Anton-Vilsmeier-Vorlesung an der Universität Regensburg: Lebenslinien eines Chemikers (Regensburg: Universität, 2012). (PDF)