Antoni Angelowicz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Antoni Angelowicz, Metropolit von Lemberg (1808-1814)

Antoni Angelowicz (ukrainisch: Антін Ангелович, polnisch: Anton Anhełłowycz) (* 13. April 1759 in Hryniw, Galizien; † 6. Juni 1814 in Lemberg[1]) war ein ukrainischer katholischer Theologe der Unierten Kirchen, von 1796 bis 1808 Bischof von Przemyśl und anschließend bis zu seinem Tod erster Metropolit von Lemberg.

Leben[Bearbeiten]

Antoni Angelowicz stammte aus Galizien und wurde auf der Lemburger Akademie, die von den Jesuiten geleitet wurde, vorgebildet. Danach setzte er seine Ausbildung am Konvikt für Adlige fort und begann 16-jährig eine Tätigkeit in einer Ordinariatskanzlei. Außerdem studierte er Theologie und Philosophie am griechisch-katholischen Generalseminar in Wien.

1780 wurde Angelowicz am Seminar, das in diesem Jahr nach Lemberg umzog, Professor. Drei Jahre später wurde er zum Rektor befördert, womit er Oberhaupt der griechisch-unierten Geistlichen aus Ungarn, Galizien und Siebenbürgen wurde. 1784 wurde er Gubernialrat, als zur Klosterauflösung eine Liquidationskommission berufen worden war, und repräsentierte ab 1789 die theologischen Studien bei der Studienhofkommission, die anlässlich einer Studienplanänderung gebildet worden war.

Angelowicz wurde am 14. Februar 1796[2] zum Bischof von Przemyśl durch Vazynsky von Chełm geweiht. Am 25. September 1808 wurde er erster Metropolit von Halytsch’; sein Sitz war in Lemberg.

Weil Angelowicz sich weigerte, den Aufruf der polnischen Truppen aus Warschau, der sich dafür einsetzte, dass die Region von Österreich wieder unabhängig wurde, zu unterschreiben und zu verbreiten, wurde er inhaftiert. Er flüchtete und erhielt für seinen Patriotismus von Österreich 1809 das Großkreuz des Österreichisch-kaiserlichen Leopold-Ordens.

Das Bischofsamt hielt Angelowicz bis zum 6. Juni 1814, seinem Todestag inne.

Angelowicz hatte sich sehr für den Staat und für die Kirche eingesetzt. Er regulierte die Diözesen Lemberg und Przemyśl und richtete sie ein. Diese Änderung bestand noch Mitte des 19. Jahrhunderts. Für die Bibliothek des Lemberger Kapitels stiftete er 8000 Bücher und verschenkte die erzbischöflichen Insignien, die er für 30000 Gulden erkauft hatte. Ferner kaufte er die Starostei Halytsch für 96000 Gudeln, woraufhin er sie der Lemberger Metropole schenkte. Allerdings verstarb er, bevor er diesen Preis zahlen konnte. Franz II. bezahlte für ihn die restliche Hälfte des Geldes.

Angelowicz selbst verfasste nur eine Übersetzung einer Flugschrift in die polnische Sprache: Kto jest zaczenpną stroną, Austrya lub Francya? (1809).

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Die Lebensdaten stammen aus catholic-hierarchy.org; Constantin von Wurzbach gibt als Geburtsdatum 1756, als Todesdatum 1812 an.
  2. Constantin von Wurzbach gibt 1794 an.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
--- Metropolit von Lemberg
18081814
Mihail Lewicki
Maksymialian Ryłło Bischof von Przemyśl
17961808
Mihail Lewicki