Antonia Visconti

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Antonia Visconti (* nach 1350 vermutlich in Mailand; † 26. März 1405 im Alten Schloss Stuttgart) war Gräfin von Württemberg.

Beatrice della Scala und ihr Ehemann Bernabò Visconti, die Eltern von Antonia Visconti, der späteren Gräfin von Württemberg, Gemahlin von Eberhard III., Ausschnitt eines Freskos von Andrea di Bonaiuto aus der Cappella Spagnuolo, Santa Maria Novella, Florenz

Leben[Bearbeiten]

Antonia Visconti ist eine der Töchter von 17 Kindern des Bernabò Visconti', Herzog von Mailand. Antonia Visconti zählt zu den 10 ehelich geborenen Kindern aus seiner Ehe mit Beatrice della Scala aus dem Geschlecht der Scaliger, den Herren von Verona.

Antonia war zunächst König Friedrich III. von Sizilien als Ehefrau versprochen, jedoch verstarb Friedrich III. 1377, vor dem vereinbarten Beilager, woraufhin Bernabo Visconti am 1. Juli 1380 eine Eheabrede mit Eberhard III. von Württemberg für Antonia schloss.

Die Mitgift der Herzogin Antonia bezifferte sich auf 70.000 Gulden, einer für damalige Zeiten ungeheuer hohen Summe, nebst weiterer Kleinodien und Brautgut, die Antonia als Aussteuer nach Urach mitbrachte. Am 27. Oktober 1380 fand in Urach die Hochzeit von Antonia Visconti und Graf Eberhard III., mit vielen Tage andauernden Feierlichkeiten statt.[1]

Eberhard III. überschrieb Antonia Bietigheim und Brackenheim als Wittum. Als Gräfin von Württemberg, förderte Antonia die Verbreitung von Musik, Literatur und allen schönen Künsten in Stuttgart, Bietigheim und ganz Württemberg. Der fraw von Mailant garten (der Herzogin von Mailand's Garten), der südlich des alten Schlosses in Stuttgart entstand, wurde nach den Vorstellungen von Gräfin Antonia entworfen, angelegt und gestaltet.

Aus der Ehe Eberhard III. mit Antonia Visconti gingen mehrere Kinder hervor, von ihnen erreichte nur der spätere Graf Eberhard IV. das Erwachsenenalter.

Von Antonias Geschwistern wurde Herzogin Taddea Gemahlin von Herzog Stephan III. von Bayern, Herzogin Maddalena wurde die Gemahlin des Herzogs Friedrich von Bayern, Herzogin Elisabetta die Gemahlin von Herzog Ernst von Bayern und Herzogin Viridis wurde die Gemahlin von Herzog Leopold III. von Österreich. Auch die Schwestern brachten eine ebenso kostbare Aussteuer über den Brennerpass nach Norden in ihre neue Heimat, wie Antonia.

Antonia Visconti, Gräfin von Württemberg, wurde im Chor der Stuttgarter Stiftskirche beigesetzt. Nach ihrem Tod vermählte sich Eberhard III. mit Elisabeth von Nürnberg.

Noch heute erinnert auch die im Jahr 2002 errichtete Villa Visconti, in der Altstadt von Bietigheim an Antonia Visconti, der Gräfin von Württemberg.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege I. 1988, 5. Auflage 2003, S. 213ff
  • Peter Rückert, Sönke Lorenz (Hrsg.): Die Visconti und der deutsche Südwesten. Kulturtransfer im Spätmittelalter. Ostfildern 2008 (Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte, 11)
  • Matthias Miller, Sönke Lorenz (Hrsg.): Das Haus Württemberg − Ein biographisches Lexikon. Kohlhammer 1997, 1. Aufl., S. 42 f
  • Julia Lauxmann: Antonia Visconti, Gräfin in Württemberg. In: Peter Rückert (Hrsg.): Ein Schatz im Hause Württemberg. Begleitbuch und Katalog zur Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg − Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Stuttgart 2005, S. 52-55

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Antonia Visconti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Das genaue Datum ist nicht gesichert: Dem Inventar ist ein aus 4 Blättern bestehendes Verzeichniß derjenigen Ländereien und Einkünfte des Hauses Wirtemberg angehängt, worauf die Braut versichert wurde; dieses Verzeichniß bezeugt der Notar Johannes Falconus aus Bergamo, in Gegenwart genannter italiänischer Edler (Dr. Faustinus Lantana und Paganinus de Blassano) im Saale des Schlosses zu Urach am 27. October 1380 angeheftet zu haben. Damals war wohl die Hochzeit. In: Paul Friedrich Stälin: Geschichte Württembergs. Band 3. 1856, S. 356, zitiert nach Raff