Antonio Barberini

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Kardinal Antonio Barberini

Antonio Kardinal Barberini (* 4. August 1607 in Rom; † 4. August 1671 in Nemi), Herzog von Urbino, war Erzbischof von Reims, Sohn Carlo Barberinis und Neffe des Papstes Urban VIII.

Leben[Bearbeiten]

Der jüngere Bruder des Kardinaldekans Francesco Barberini wurde am 30. August 1627 Kardinaldiakon der Titelkirche Sant’Agata dei Goti, war von 1628 bis 1632 Kardinaldiakon der Titelkirche Santa Maria in Aquiro, 1631 Herzog von Urbino, ab 1637 der Kardinalpriester der Titelkirche San Pietro in Vincoli, ab 1642 von Santa Maria in Via Lata, ab 1653 von Santissima Trinità al Monte Pincio, wurde in Frankreich unter Ludwig XIII. Bischof von Poitiers, dann Großalmosenier, 1638 Kardinalkämmerer und 1657 Erzbischof von Reims, kehrte nach seiner Aussöhnung mit dem Papst nach Italien zurück und starb 1671 in Nemi. Er zeichnete sich als Förderer der Wissenschaften aus und dichtete selbst in lateinischer und italienischer Sprache.

Barberini skandalisierte in den 1640er Jahren die römische Gesellschaft durch seine Liebesbeziehung zur Sängerin Leonora Baroni, die er schließlich mit seinem Privatsekretär Castellani verheiratete, und seine anschließende langjährige homosexuelle Freundschaft mit dem Kastraten Marc'Antonio Pasqualini[1]

Barberini war Großkreuz-Ritter des Souveränen Malteserordens und von 1635 bis 1639 Großprior des Großpriorates von Rom des Malteserordens.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georges Dethan: The Young Mazarin. 1977, S. 63 f. Auch bei Roger Freitas: The Eroticism of Emasculation: Confronting the Baroque Body of the Castrato. In: The Journal of Musicology. Vol. 20, No. 2, Spring 2003, ISSN 0277-9269, S. 196–249, hier S. 215f., doi:10.1525/jm.2003.20.2.196, der sich auf Dethan beruft.
  2. Liste der Großpriore von Rom
Vorgänger Amt Nachfolger
Giulio III. Sacchetti Kardinalbischof von Frascati
1655–1661
Girolamo II. Colonna
Heinrich von Savoyen-Nemours Erzbischof von Reims
1657–1671
Charles Maurice Le Tellier
Bernardino Spada Kardinalbischof von Palestrina
1661–1671
Rinaldo d’Este