Antonio Starabba di Rudinì

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Antonio Starabba, Marchese di Rudinì

Antonio Starabba, Marchese di Rudinì (* 6. April 1839 in Palermo; † 6. August 1908 in Rom) war ein italienischer Politiker. Er war Präsident des Ministerrats (Ministerpräsident) Italiens von 1891 bis 1892 und erneut von 1896 bis 1898.

Politischer Aufstieg[Bearbeiten]

Starrabba stammte aus einem alten sizilianischen Adelsgeschlecht. 1859 schloss er sich einem revolutionären Komitee an, das Giuseppe Garibaldi bekämpfte. Dann wurde er zum Sindaco (Bürgermeister) von Palermo berufen, nachdem er kurzzeitig Außenminister in Turin war. 1866 war er maßgeblich an der Niederschlagung eines Aufstandes beteiligt, welchen die Anhänger der Bourbonen mit Unterstützung der Kirche gegen die italienische Regierung inszenierten. Der so erworbene Ruhm führte zur Ernennung Stabarras zum Präfekten von Palermo. 1868 wurde er Präfekt von Neapel.

Im Oktober 1869 wurde er Innenminister im Kabinett Menabrea, trat jedoch mit dieser Regierung wenige Monate später zurück. In der Deputiertenkammer (ab der 10. Legislaturperiode) vertrat Starrabba als Abgeordneter Canicattì (Provinz Agrigent); ab 1882 wurde er für Syrakus in die Kammer gewählt. 1886 wurde er zum Führer der Linken. Er folgte dem im Amt verstorbenen Marco Minghetti nach.

Der Präsident Starabba[Bearbeiten]

Erste Amtszeit und Sturz[Bearbeiten]

Anfang 1891 folgte er Francesco Crispi als Ministerpräsident und Außenminister nach und bildete eine Koalitionsregierung mit einer Fraktion der von Nicotera geführten Linken. Sein Kabinett verlängerte den Vertrag vom Dreibund. Seine Regierung wurde im Mai 1892 wegen einer Wahl im Parlament gestürzt, und sein Amt wurde von Giovanni Giolitti übernommen. Als sein Gegner Francesco Crispi im Dezember 1893 wieder die Macht ergriff, setzte er seine politische Tätigkeit fort und verbündete sich mit dem radikalen Parteichef Felice Cavallotti.

Zweite Amtszeit[Bearbeiten]

Die als Folge der Niederlage bei Adua ausgebrochene Krise (1. März 1896) erlaubte es Starabba, in einer von General Ricotti gebildeten Regierung wieder als Ministerpräsident und Innenminister zu agieren. Starabba schloss mit Äthiopien den Friedensvertrag ab, aber setzte die Beziehungen zum Vereinigten Königreich wegen einer unerlaubten Veröffentlichung eines heimlichen diplomatischen Briefwechsels über das äthiopische Problem unter Druck. Um die Partei gegen die Kolonialpolitik zufriedenzustellen, gab er Kassala an die Briten ab und enttäuschte somit die italienische öffentliche Meinung sehr.

Ende der politischen Karriere[Bearbeiten]

Als er Anfang 1898 das Abgeordnetenhaus auflöste, veranlasste er die Gefechte vom Mai 1898, deren Unterdrückung ein erhebliches Blutvergießen und den Belagerungsstand in Mailand, Neapel, Florenz und Livorno erforderte. Die Empörung wegen seiner Politik führt letztlich im Juni 1898 zu seinem Sturz. Während seiner zweiten Amtszeit veränderte er dreimal sein Kabinett (Juli 1896, Dezember 1897 und Mai 1898), ohne dass er seine politische Lage verbessern konnte.

Starabba war einer der mächtigsten Großgrundbesitzer Siziliens, der seine Güter nach liberalen Grundsätzen leitete.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Antonio Rudinì – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkung[Bearbeiten]