Antonio de Nebrija

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Antonio de Nebrija (Statue in Madrid, Anselmo Nogués)

Elio Antonio de Nebrija, (* 1444 als Antonio Martínez de Cala in Lebrija, Provinz Sevilla; † 5. Juli 1522 in Alcalá de Henares) war ein spanischer Humanist und Philologe.

Antonio de Nebrija wurde als Antonio Martínez de Cala geboren, änderte seinen Namen aber zu Ehren seiner Heimatstadt Lebrija (lateinisch: Nebrissa Veneria) und des römischen Heerführers Elio, der die Provinz Baetica eroberte, in Elio Antonio de Nebrija. In seinem Werk Introductiones latinae lautet sein Name in Latein: Antonius Lebrixen (Ausgabe von 1481) oder Antonius Nebrissen (Ausgabe von 1501).

Leben und Werk[Bearbeiten]

1459–1463 studierte er Philosophie und Mathematik an der Universität Salamanca. Nach seinem Abschluss ging er für mehrere Jahre nach Italien an die Universität Bologna und vertiefte und erweiterte sein Wissen im humanistischen Umfeld der fortschrittlicheren italienischen Kultur. 1470 kehrte er nach Spanien zurück und arbeitete einige Jahre für den Bischof Fonseca von Sevilla.

1476 wurde er zum Professor für Grammatik an seiner ehemaligen Universität Salamanca ernannt, an der er den Latein-Unterricht in Spanien erneuerte. 1481 veröffentlichte er die Introductiones latinae, ein Lehrbuch des Lateins, das bis ins 19. Jahrhundert verwendet wurde. Seine 'populäre' Art der Behandlung des ehrwürdigen Lateins führte zu einem Streit mit seinen Kollegen, so dass er 1490 nach Alcalá de Henares wechselte. Dort arbeitete er an der Complutensischen Polyglotte mit, einer mehrsprachigen Ausgabe der Bibel, sowie als königlicher Dichter und Chronist.

1492 erschien seine Gramática de la lengua castellana – Grammatik der kastilischen Sprache (die außerhalb Spaniens heute als „spanische Sprache“ gilt). Nebrijas kastilische Grammatik war die erste gedruckte Grammatik einer romanischen und nichtklassischen Sprache. Ihre Bedeutung wurde allerdings erst im 18. Jahrhundert erkannt. Nebrija widmete die Grammatik der spanischen Königin Isabella I., da er die „Sprache als Begleiterin des Imperiums“ sah, vergleichbar mit dem Latein der Römer. Im Prolog verwies er auf die Geschichtlichkeit der Sprache und die Notwendigkeit der sprachlichen Einheit. Mit seiner Forderung nach einer bewussten spanischen Sprachpflege wie nach Ausbreitung des Kastilischen über die Grenzen Spaniens hinaus bewies er prophetische Gaben, da im selben Jahr Kolumbus Amerika entdeckte, für die spanische Krone in Besitz nahm und – zumindest mittelfristig – dem Spanischen damit zu Weltgeltung verhalf. Nebrija war seiner Zeit voraus, so dass von der Grammatik nur eine Auflage erschien, da, trotz wachsenden Sprachbewusstseins für die Volkssprache, Latein weiterhin die Vormachtrolle in Kultur und Wissenschaft einnahm.

1495 gab er das erste spanisch-lateinische Wörterbuch heraus.

1509 versuchte er wieder in Salamanca Fuß zu fassen, kam dort jedoch wieder in Konflikt mit weniger aufgeschlossenen Professoren und verließ Salamanca 1512, um nach Sevilla zu gehen, wo er aber auch nur ein Jahr blieb.

Incipit und Vorwort aus der Gramática castellana (Salamanca, 18. August 1492).

Von 1513 bis 1522 hatte Nebrija den Lehrstuhl für Rhetorik an der Universität in Alcalá de Henares inne.

Werke[Bearbeiten]

  • Introducciones latinas, 1481
  • Gramática castellana, 1492
  • Diccionario latino-español de Nebrija (1492)
  • Vocabulario español-latino (1494).
  • Reglas de ortografía española (1517)
  • Postum erschienen Reglas de ortografía en la lengua castellana (1523).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Antonio de Nebrija – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien