Antonius und Cleopatra

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Daten des Dramas
Titel: Antonius und Cleopatra
Originaltitel: The Tragedy of Antony and Cleopatra
Gattung: Tragödie
Originalsprache: Englisch
Autor: William Shakespeare
Erscheinungsjahr: 1623
Ort und Zeit der Handlung: In der Zeit des zweiten Triumvirats
Personen

Das Theaterstück Antonius und Cleopatra (engl. The Tragedy of Antony and Cleopatra) wurde 1607 von William Shakespeare geschrieben und 1623 veröffentlicht.

Handlung[Bearbeiten]

Antonius und Cleopatra von Lawrence Alma-Tadema

In der Zeit des zweiten Triumvirats verliebt sich der Triumvir Marcus Antonius in die ägyptische Königin Kleopatra. In Ägypten erfährt er, dass die Armeen seiner Frau Fulvia und seines Bruders Lucius von Caesar (Oktavian) geschlagen wurden und seine Frau tot sei. In Rom beklagt Caesar gegenüber dem dritten Triumvir Lepidus, dass Antonius seine staatsmännischen Pflichten aufgegeben habe. Nach Antonius’ Rückkehr aber beschließen er und Caesar, gemeinsam gegen Pompeius (d. J.) zu ziehen. Ihr Bund soll durch die Heirat von Antonius mit Caesars Schwester Oktavia bekräftigt werden.

Ein ägyptischer Wahrsager prophezeit Antonius, er werde wieder nach Ägypten eilen und solle sich von Caesar, dessen Glück höher steigen werde, fernhalten („Thy daemon, that thy spirit which keeps thee, [...] / Is all afraid to govern thee near him“ [II.3.17 u. 27]). Kleopatra, die in Ägypten von Antonius’ Heirat erfährt, schlägt in einem Wutausbruch auf den Boten ein, trägt ihm aber dann auf, Oktavia aufzusuchen und ihr sodann über sie zu berichten. Pompeius schließt mit den drei Triumvirn Frieden und veranstaltet für sie ein schwelgerisches Abendessen auf seinem Schiff. Den Vorschlag seines Freundes Menas, die drei betrunkenen Triumvirn jetzt zu töten, lehnt er ab. Als der zurückgekehrte Bote Kleopatra eine unvorteilhafte Schilderung Oktavias gibt, erhält er diesmal Geld von der ägyptischen Königin.

Caesar und Lepidus haben Pompeius besiegt, anschließend hat Caesar Lepidus festgenommen. In Rom macht Caesar Stimmung gegen Antonius, der Kleopatra die Herrschaft über weite Teile des Ostens gegeben habe; seiner Schwester legt Caesar offen, dass Antonius sich wieder mit Kleopatra verbunden hat. Entgegen dem Rat seines Generals, die überlegenen Landstreitkräfte zu nutzen, wählt Antonius die Entscheidung auf See, wo Caesars Truppen stärker sind; Kleopatra will Antonius mit ihren Schiffen beistehen. In der Seeschlacht behalten zunächst Antonius´ Schiffe die Oberhand; als jedoch Kleopatra mit ihrem Schiff die Flucht ergreift, folgt ihr Antonius und Caesar erringt den Sieg. Antonius fordert nun Caesar zum Kampf Mann gegen Mann heraus, worüber dieser nur lacht.

Am nächsten Tag wechselt Antonius’ Freund Enobarbus in Caesars Lager, bekommt dann aber Schuldgefühle („I am alone the villain of the earth“ IV.6.30) und will lieber sterben. Antonius hat sein verbliebenes Heer aufgestellt und siegt zu Lande, so dass Caesars Offizier Agrippa den Rückzug anordnet. Caesar sucht deshalb wieder die Entscheidung zur See. Antonius muss mitansehen, wie die ägyptischen Schiffe auf die Seite Caesars wechseln. Nachdem Antonius deswegen Kleopatra heftige Vorwürfe gemacht hat, lässt sie ihm ausrichten, sie habe sich umgebracht, ihre letzten Worte seien „Antony, most noble Antony!“ (IV.15.30) gewesen, worauf dieser sich nach den Worten „The long day’s task is done, / And we must sleep.“ (IV.15.35f) in sein eigenes Schwert stürzt. Der sterbende Antonius erfährt, dass Kleopatra noch lebt und befiehlt, seinen Körper zu ihr zu tragen. Die beiden küssen sich ein letztes Mal und Antonius stirbt. Da Caesar plant, Kleopatra zu seinem Triumph nach Rom zu bringen, lässt sie sich einen Korb mit Giftschlangen bringen; sie drückt eine Schlange an ihre Brust, eine andere an ihren Arm und stirbt.

Hintergründe[Bearbeiten]

Am 16. September 1966 wurde die neue Metropolitan Opera mit der Uraufführung von Samuel Barbers Oper Antonius und Cleopatra eingeweiht.

Das Stück wurde im Jahr 2006 im historisch nachgebauten Shakespeare’s Globe Theatre in London gespielt. In den Jahren 1999 und 2006 wurde es von der Royal Shakespeare Company gespielt.

Es gab bisher drei Verfilmungen, 1974, 1981 und 1983; in der letzten spielten Timothy Dalton und Lynn Redgrave die Hauptrollen.

Literatur[Bearbeiten]

  • William Shakespeare: Antony and Cleopatra. Englisch-Deutsche Studienausgabe. Deutsche Prosafassung, Anmerkungen, Einleitung und Kommentar von Dimiter Daphinoff. Stauffenburg, Tübingen 1995, ISBN 978-3-86057-542-0.