Antony Flew

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Antony Flew (oft irrtümlich Anthony Flew geschrieben) (* 11. Februar 1923 in London; † 8. April 2010 in Reading) war ein britischer Philosoph, lange Zeit bekannt als Vertreter von Libertarismus und Atheismus.

In seinem Buch Thinking about Thinking schrieb er über eine Form von logischem Fehlschluss, die seither als Kein wahrer Schotte (No true Scotsman fallacy) bekannt ist.

Leben[Bearbeiten]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen:
  • biographische Stationen


Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Flew, Sohn eines methodistischen Priesters, war seit den 1950er Jahren ein zunehmend prominenter atheistischer Autor in der anglophonen Welt. Seine Konversion zum Deismus, die sich um 2005 vollzog, erregte dementsprechend großes Aufsehen. Nach Erscheinen seines letzten, nicht von ihm selbst verfassten (s.u.) Buches, There is a God: How the World’s Most Notorious Atheist Changed His Mind (2007), lebte er in einem Pflegeheim für Demente und stand für öffentliche Äußerungen nicht mehr zur Verfügung.[1]

Flew war Mitglied des Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal.

Konversion zum Deismus[Bearbeiten]

Nachdem Flew über Jahrzehnte als Atheist bekannt war, bekannte er sich seit 2004 dazu, seine Ansicht gewechselt zu haben und nunmehr Deist zu sein. Dieser deistische Gott sei nicht mit dem christlichen, jüdischen oder islamischen Gott identisch und interessiere sich nicht für den Glauben der Menschen oder deren Tun[2]. Flew begründet seinen Positionswechsel in einem Brief an Richard Carrier (Okt. 2004) ursprünglich mit der „Unmöglichkeit, eine naturalistische Theorie des Ursprungs der ersten Art vorzulegen, die sich mittels DNA reproduziert“. Dies sei der einzige Grund, weshalb er begann, einen aristotelischen Gott in Betracht zu ziehen[3]. Er zog diese Begründung allerdings kurze Zeit später in einem weiteren Brief an R. Carrier (29. Dez. 2004) zurück: „Ich habe bemerkt, dass ich mich blamiert habe, als ich annahm, dass es keine vorweisbaren Theorien für die Entwicklung unbelebter Materie hin zum ersten reproduktionsfähigen Lebewesen gäbe.“ [4]

In einer 2005 geplanten Neuauflage von God and Philosophy wollte Flew diese Thematik einarbeiten und seine neue Position erklären. Diese 2005 erschienene Neuauflage von God and Philosophy erwähnt allerdings nur in einem neuen Vorwort zehn Punkte, die in zukünftigen Auflagen abgehandelt werden sollten, ohne genaue Auskunft über seine tatsächliche Position zu geben.

In seinem 2007 erschienenen Buch „There Is a God: How the World's Most Notorious Atheist Changed His Mind“ erläutert Flew, wieso er vom Atheisten zum Gläubigen wurde. Obwohl Antony Flew gegenüber einem Reporter der New York Times einräumte, dass er das Buch, obwohl unter seinem Namen erschienen, nicht selbst geschrieben hat. Das Buch wurde demnach im Wesentlichen von dem christlichen Autor Roy Varghese geschrieben, welcher dies auch selbst bestätigt. Diese Version von Roy Varghese wurde nach Angaben des publizierenden Verlagshauses HarperCollins nochmals von dem evangelikalen Pastor Bob Hostetler überarbeitet und erweitert.[5] Nach dieser Kontroverse wurde Antony Flew erneut gefragt; in einer späteren Stellungnahme bestätigte er, dass er zu dem steht, was in dem Buch geschrieben wurde [6].

Schriften[Bearbeiten]

  • Logic and Language, (A. Flew ed.), Basil Blackwell, Oxford 1951
  • A New Approach to Psychical Research, Watts & Co.. London 1953
  • Essays in conceptual analysis, (A. Flew ed.), London 1956
  • Hume's Philosophy of Belief: a study of his First Inquiry, Routledge Kegan Paul, 1961
  • God and Philosophy, Harcourt Brace and World, 1966
  • Evolutionary Ethics (New Study in Ethics S.), Macmillan 1968
  • An introduction to western philosophy: ideas and argument from Plato to Sartre, The Bobbs-Merrill Company, 1971
  • Thinking about Thinking, Fontana, 1976
  • Dictionary of Philosophy, St. Martin's Press, 1979
  • Politics of Procrustes: Contradictions of Enforced Equality, Temple Smith, London 1981
  • Did Jesus Rise From the Dead? The Resurrection Debate, mit Gary R. Habermas, Harper Collins, 1987
  • Merely Mortal?: Can You Survive Your own Death?, Prometheus Books, Amherst, NY, 2000
  • How to Think Straight: An Introduction to Critical Reasoning
  • Does God Exist?: The Craig-Flew Debate
  • God and Philosophy
  • Atheistic Humanism
  • There is a God: How the World's Most Notorious Atheist Changed His Mind, HarperOne 2007

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 'Antony Flew, 1923–2010-Following the Argument Wherever it Leads' eSkeptic, April 21st, 2010, by Kenneth Grubbs
  2. “The deist god, unlike the god of the Jewish, Christian or, for heaven’s sake, the Islamic revelation, is neither interested in nor concerned about either human beliefs or human behavior,” aus The Turning of an Atheist The New York Times , 4. Nov. 2007
  3. „My one and only piece of relevant evidence [for an Aristotelian God] is the apparent impossibility of providing a naturalistic theory of the origin from DNA of the first reproducing species ... [In fact] the only reason which I have for beginning to think of believing in a First Cause god is the impossibility of providing a naturalistic account of the origin of the first reproducing organisms.“ Richard Carrier. SecWeb, October 10, 2004.
  4. In einem Brief an Richard Carrier (29. Dez. 2004) zog Flew seine Behauptung „a deity or a 'super-intelligence' [is] the only good explanation for the origin of life and the complexity of nature.“ zurück: „I now realize that I have made a fool of myself by believing that there were no presentable theories of the development of inanimate matter up to the first living creature capable of reproduction.“
  5. Mark Oppenheimer: The Turning of an Atheist New York Times, November 4, 2007
  6. „Times Magazine Piece on Former Atheist Kicks Up Controversy“ Publishers Weekly November 14, 2007