Schweigeverzerrung

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Der Begriff Schweigeverzerrung (engl. non-response bias) bezeichnet in der Empirie eine Verzerrung des Ergebnisses, die dadurch entsteht, dass Antwortende andere Antworten geben als diejenigen geben würden, die nicht geantwortet haben. Ursache ist somit ein systematischer Antwortausfall. Tritt die Verzerrung bei der Erhebung auf (unit nonresponse) spricht man auch von Selektivität der Stichprobe oder Stichprobenselektivität.

Beispiel[Bearbeiten]

In einem Büro liegen für einen Tag Fragebögen bereit, auf denen die Büromitarbeiter ihre Arbeitsbelastung dokumentieren können. Je nach Büromitarbeiter ist sie (etwas) verschieden, gemessen werden soll die durchschnittliche Arbeitsbelastung.

  • Ein Büromitarbeiter A, der aufgrund seiner hohen Arbeitsbelastung keine Gelegenheit zum Ausfüllen findet, lässt seinen hohen Messwert nicht in das Endergebnis einfließen (er verschweigt ihn).
  • Ein Büromitarbeiter B, der aufgrund seiner geringeren Arbeitsbelastung den Fragebogen ausfüllen kann, lässt seinen niedrigen Messwert hingegen einfließen.

Das Endergebnis der durchschnittlichen Arbeitsbelastung wird durch Schweigen von A verzerrt, der eine andere Antwort als B gegeben hätte.

Prüfung auf Schweigeverzerrung[Bearbeiten]

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um eine Schweigeverzerrung zu verringern. Zum einen können nicht antwortende Befragte gezielt nach den Ursachen für die Nichtbeantwortung befragt werden, etwa durch telefonische Nachfrage. Auch können sie durch wiederholtes Vorlegen des Fragebogens doch noch zu einer Beantwortung gebracht werden.

Es gibt jedoch auch statistische Möglichkeiten, eine Schweigeverzerrung zu erkennen. So können früh eintreffende mit spät eintreffenden Antworten verglichen werden, etwa indem das erste mit dem letzten Drittel der eintreffenden Fragebögen im Rahmen eines t-Tests verglichen werden. Gibt es keine signifikanten Unterschiede im Antwortverhalten, so kann das auf ein Fehlen einer Schweigeverzerrung deuten, da angenommen wird, dass das letzte Drittel der Antwortenden den nicht antwortenden Befragten am nächsten kommt.[1] Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass durch dieses Verfahren nicht das Verhalten der Nichtantwortenden, sondern nur das Verhalten der Spätantwortenden betrachtet wird, wodurch es zwar für eine Prüfung auf Zögerverzerrung (late-response bias) geeignet ist, für eine Prüfung auf Schweigeverzerrung jedoch ungeeignet.[2] Denn eine späte Antwort kann eine gänzlich andere Ursache haben als eine ausbleibende Antwort.

Es können stattdessen von vornherein bekannte Variablen (z. B. Unternehmensgröße, Branche) von Antwortenden und Nichtantwortenden verglichen werden. Hierfür kann oftmals ebenfalls ein t-Test oder ein Chi-Quadrat-Test auf Homogenität verwendet werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1.  J. Scott Armstrong, Terry S. Overton: Estimating Nonresponse Bias in Mail Surveys. In: Journal of Marketing Research. 14, 1977, S. 396–402.
  2.  John T. Mentzer, Daniel J. Flint: Validity in Logistics Research. In: Journal of Business Logistics. 18, 1997, S. 199–216.