Anwanden
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
|
Anwanden
Stadt Zirndorf
|
|
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 25′ N, 10° 56′ OKoordinaten: 49° 24′ 31″ N, 10° 55′ 52″ O |
| Eingemeindung: | 1976 |
| Postleitzahl: | 90513 |
| Vorwahl: | 0911 |
| Lage von Anwanden im Landkreis Fürth | |
Anwanden ist seit dem 1. Januar 1976 ein Ortsteil der Stadt Zirndorf im mittelfränkischen Landkreis Fürth.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Anwanden befindet sich im Rangau zwischen den Städten Fürth, Ansbach und Rothenburg ob der Tauber. Der Ort liegt, südlich oberhalb, des unteren Biberttals. Höhenlage 360 m über NN.
[Bearbeiten] Geschichte
Im bergschen Reichslehenbuch wurde 1396 bestätigt, dass ein Kundradus Fütter „ain gut zu Antwanten“ besitzt. Das war die erste urkundliche Erwähnung. „Abantten“ gehörte 1430 bereits zur Pfarrei Zirndorf und Kaiser Maximilian I. gab 1495 ein Gut als Lehen an einen Bernhard Müller. Obwohl Anwanden 1555 bereits kirchlich zu Zirndorf zählte, mussten die Anwandener den Getreidezehnt an den Domkapitel in Eichstätt abgegeben, weil Zirndorf noch Eigenkirche von Eichstätt gewesen ist. Von vor 1577 bis 1615 gehörte die Grundherrschaft Anwanden der Nürnberger Familie Dietherr von Anwanden, die wahrscheinlich um 1550 das Anwandener Schloss errichteten. Den Dietherr folgten (durch Heirat) die Kötzler. Das Schloss wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und um 1900 abgebrochen.
Die meisten Dörfer in der unmittelbaren Umgebung zur Alten Veste wurden 1632 im Dreißigjährigen Krieg von den Truppen Wallensteins bei deren Rückzug zerstört. Anwanden wurde völlig zerstört und fast ganz aufgegeben. Georg Albrecht Pfaff, „alter Pfaff“ genannt, soll der einzige Überlebende des Krieges gewesen sein. Erst 1677 und 1687 wurde von Wiederaufbau und Bauern, die die Felder bestellen, berichtet. Eine Kaufurkunde von 1685 bezeugt, dass ein Hans Conrad einen Bauernhof erstand, welcher „in völliger Ödschaft“ lag.
Das Fürstentum Ansbach ging 1792 in das Königreich Preußenüber, es wurde von 8 Anwesen in Anwanden berichtet. Gerichtsbarkeit und Gemeideherrschaft übte Roßtal aus. Roßtal war bis 1797 Außenstelle des Oberamtes Cadolzburg. Besitzer waren das Kastenamt in Cadolzburg, das Gotteshaus in Buchschwabach sowie die Nürnberger Patrizierfamilien Tucher von Simmelsdorf, Ebner von Eschenbach und Haller von Hallerstein.
Leichendorf wurde 1808 zur Gemeinde ernannt, sie wurde gebildet aus den Orten Anwanden, Lind, Leichendorfermühle und Wintersdorf. Das Dorf Anwanden zählte im Jahr 1824 13 Wohngebäude und 79 Bewohner. Die Freiwillige Feuerwehr Anwanden-Lind wurde 1894 gegründet. Eine Volkszählung im Jahr 1900 ergab 17 Wohngebäude und 124 Einwohner
In den 1970er und 1980er Jahren setzte in Anwanden eine rege Bautätigkeit ein, die Einwohnerzahl stieg auf über 400 an. Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Leichendorf 1976 aufgelöst und am 1. Januar 1976 nach Zirndorf eingemeindet. Eine Zusammenlegung mit der Gemeinde Weinzierlein wurde von staatlicher Seite abgelehnt. Um einer Eingemeindung vorzubeugen investierte die Altgemeinde in Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen-, Wasserleitungs- und Schulneubau. Zum Zeitpunkt der Eingliederung hatte die Gemeinde Leichendorf 1914 Einwohner. Die letzten Bürgermeister waren Urban Haspel und Alfred Gronau. 2007 hatte Anwanden 646 Einwohner.
[Bearbeiten] Verkehr
Die Ortschaft liegt an der Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim. Am 15. Mai 1875 wurde die Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim eröffnet, an der Anwanden einen Haltepunkt hat, die ursprünglich geplante Trassenführung durch das Biberttal wurde durch den Industriellen Graf Faber-Castell verhindert.
Bis 2010 soll Anwanden an das Nürnberger S-Bahnnetz angeschlossen werden.
Durch die Zirndorfer Stadtbuslinie (151) ist Anwanden an den Zirndorfer Bahnhof bzw. an die Rangaubahn und an die Buslinien des OVF, sowie an die Nürnberger Stadtbuslinien angebunden. Anwanden liegt im Geltungsbereich des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN).
[Bearbeiten] Brauchtum
Jeweils am dritten Wochenende im Monat Juli ist in Anwanden Kärwa.
[Bearbeiten] Literatur
Festschrift „75 Jahre Stadt Zirndorf“, 1987

