Anzeiger-Hochhaus

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Anzeiger-Hochhaus
Fassadendetail

Das Anzeiger-Hochhaus in Hannover ist ein 51 m hohes und 1927–1928 erbautes Hochhaus nahe dem Steintor-Platz. Es ist mit seiner 12 m hohen, grünen Dachkuppel ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt und war eines der ersten Hochhäuser Deutschlands. Das Anzeiger-Hochhaus gehört zu den wenigen Gebäuden im Zentrum Hannovers, die die Luftangriffe auf die Stadt während des Zweiten Weltkriegs nahezu unbeschädigt überstanden haben. Lediglich das damals in der Kuppel befindliche Planetarium brannte im März 1945 aus.

Baustil[Bearbeiten]

Der 51 m hohe Stahlskelettbau mit dunkelroter und teilweise goldglasierter Klinkerfassade entstand nach einem Entwurf von Fritz Höger. Die Kuppel mit grünpatinierter Kupferverkleidung ist im deutschen Hochhausbau einzigartig.[1] Ursprünglich befand sich in der Kuppel ein Planetarium. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hier ein Kino eingerichtet. Die Fassade ist mit dekorativen Elementen an gotisierenden und expressionistischen Detailformen versehen. Die Betonung der Vertikalgliederung durch die keilförmig vorragenden Wandvorlagen wird nachts durch senkrechte Leuchtröhrenbänder verstärkt, die schon zur Vorkriegsausstattung gehörten. Der Bau wird der Stilrichtung der expressionistischen Architektur („Backstein-Expressionismus“) zugerechnet. Weitere Gebäude dieser Art und Epoche in Hannover sind:

Geschichte[Bearbeiten]

Anzeiger-Hochhaus vor dem Zweiten Weltkrieg

Erbaut wurde das zehngeschossige Hochhaus als Verlagshaus der Verlagsgesellschaft Madsack, heute Herausgeberin der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) und der Neuen Presse. Nach dem Zweiten Weltkrieg erschien hier erstmals die von Rudolf Augstein herausgegebene Zeitschrift Der Spiegel. Die Redaktion verlegte 1949 ihren Sitz nach Hamburg. 1948 wurde im Anzeiger-Hochhaus der Stern von Henri Nannen gegründet. 1962 waren in dem als Pressehaus genutzten Anzeiger-Hochhaus über 800 Mitarbeiter beschäftigt. Bis 1966 befand sich im 7. Obergeschoss eine Café-Dachterrasse. 1974 verließ die HAZ das Hochhaus und bezog ein neues Druck- und Verlagszentrum außerhalb des Stadtzentrums, welches heute zum Stadtteil Bemerode gehört. In der früheren Halle der Rotationspressen hinter dem Hochhaus wurde bis zum 3. Januar 1988 die Diskothek Rotation betrieben.

Aktuelle Nutzung[Bearbeiten]

Fassade bei Nacht

Heute hat in dem Gebäude die HIS Hochschul-Informations-System GmbH ihren Sitz. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung ist mit ihrer City-Redaktion vertreten. Außerdem wird das Wochenmagazin "sonntag" für iPads und andere Tablet-Computer der Mediengruppe Madsack im Anzeiger-Hochhaus produziert.

Das Gebäude ist Teil des Medienzentrums Hannover. Unternehmen wie die RTL und Sat.1 Regionalredaktionen sowie ffn und Hitradio Antenne haben hier Abteilungen untergebracht. Die Neue Presse hat ihren Sitz im angrenzenden Neubau von Alessandro Mendini.

Unter der grünen, weithin sichtbaren Kuppel des Anzeiger-Hochhauses befinden sich die Hochhaus-Lichtspiele, das höchstgelegene Kino in Deutschland. Nordöstlich schließt sich der Gebäudekomplex des 1905 fertiggestellten Goseriedebades an, der heute von der Kestnergesellschaft und von radio ffn genutzt wird. Im Erdgeschoss des Anzeiger-Hochhauses richtete die Mediengruppe Madsack Schulungsräume und einen Showroom ein, der unter anderem zur Präsentation neuer Produkte für Tablet-Computer genutzt wird. Diese Räume weisen eine sehenswerte Deckenkonstruktion mit Licht- und Dekorelementen auf, die nach dem Architekten Fritz Höger als das „Högersche Auge“ bezeichnet wird.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anzeiger-Hochhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Stadtlexikon Hannover, S. 30, Anzeiger-Hochhaus

52.3769444444449.7313888888889Koordinaten: 52° 22′ 37″ N, 9° 43′ 53″ O