Anzing

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Anzing (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Anzing
Anzing
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Anzing hervorgehoben
48.1511.85519Koordinaten: 48° 9′ N, 11° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Ebersberg
Höhe: 519 m ü. NHN
Fläche: 16,19 km²
Einwohner: 3802 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 235 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 85646,
85570 (Köppelmühle)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 08121
Kfz-Kennzeichen: EBE
Gemeindeschlüssel: 09 1 75 111
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 1
85646 Anzing
Webpräsenz: www.anzing.de
Bürgermeister: Franz Finauer (Unabh.Bürgergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Anzing im Landkreis Ebersberg
Pliening Poing Vaterstetten Zorneding Oberpframmern Egmating Markt Schwaben Forstinning Anzing Anzinger Forst Ebersberger Forst (gemeindefreies Gebiet) Eglhartinger Forst Hohenlinden Steinhöring Frauenneuharting Emmering (Landkreis Ebersberg) Aßling Baiern (Landkreis Ebersberg) Glonn Kirchseeon Ebersberg Grafing bei München Moosach Bruck (Oberbayern) Landkreis Erding Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Rosenheim München München Landkreis München Landkreis RosenheimKarte
Über dieses Bild

Anzing ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Ebersberg.

Geographie[Bearbeiten]

Anzing befindet sich im Norden des Landkreises Ebersberg. Die Marktgemeinde Markt Schwaben liegt im Norden, im Westen die Gemeinden Poing und Vaterstetten, Forstinning liegt östlich. Im Süden befindet sich der Ebersberger Forst, der nördliche Teil wird als Anzinger Forst bezeichnet.

Die A 94 führt durch den Norden des Gemeindegebiets.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ortsteile sind Anzing, Auhofen, Boden, Froschkern, Frotzhofen, Garkofen, Heilig Kreuz, Höggerloh, Kaisersberg, Köppelmühle, Lindach, Mauerstetten, Obelfing, Oberasbach, Ranharting, Ried, Staudach, Unterasbach und Ziegelstadel.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Hammer aus der Jungsteinzeit ist einer der ältesten Funde auf dem Gebiet von Anzing, der auf eine Besiedlung schließen lässt. 2012 fand man ein Skelett, das auf die Zeit um 2000 vor Christus datiert wurde.

Am 23. April 812 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung „in loco anzinga“. Die Urkunde ist das Testament des Kirchendieners Suuidhart in dem er eine Schenkung an das Freisinger Hochstift tätigt:

„Da ich, der Diakon Suuidhart, im Namen Gottes nachdenke und auf mein zukünftiges Leben bedacht bin, auf daß meine Seele im ewigen Leben ein wenig Trost verdiente, habe ich deswegen an die allzeit selige Jungfrau Maria mein persönliches Erbgut im Orte Anzing, welches mir meine Mutter Kerlind als mir zugehöriges Erbteil hinterlassen hat, übergeben, das ist: einen Hof mit Haus und allen Gebäulichkeiten sowie den häuslichen Gerätschaften und die Hälfte der abgegrenzten Grundstücke, welche zu eben diesem Hause dazugehörigen, und auch sechs unfreie im Hause und vier gut zur Dienstleistung ausgestattete Hofstätten.“

Zwei Adelsgeschlechter spielten in Anzing eine Rolle: Die Sunderndorfer (Sonderndorfer) und die Höger. Erstmals wurden die Sunderndorfer 1180 in einer Schenkungsurkunde an Ebersberg erwähnt. „Sunderndorf“ bedeutet in etwa „südliches Dorf“ und eben im südlichen Teil Anzings hatten sie vermutlich bis 1621 ihren Sitz. Entsprechend wird der Ortsteil noch heute teilweise als „Unterdorf“ bezeichnet. Die Sunderndorfer gelten als die Bauherrn der ersten Marienkirche Anzings.

1676 wurden die aus einer Münchner Handelsfamilie stammenden Franz Benedikt und Hans Benno Höger vom Kurfürsten Ferdinand Maria in den Adelsstand erhoben. Von 1633 bis 1783 hatte die Familie ihren Sitz in Anzing. Das Högerische Schloss mit Graben und Brücke stand am heutigen Westrand des Ortes. Daneben wurden die Höger-Kapelle errichtet und ein Schlößl am Kaisersberg.[2]

Die heutige katholische Pfarrkirche Mariä Geburt wurde von 1677 bis 1681 erbaut, und beherbergt in Turm ein fünfstimmiges Bronzegeläute in Tonfolge cis' - e' - fis' - gis' - h'.

Der Ort gehörte zum Rentamt München/Landgericht Schwaben. Im Zuge der Verwaltungsreformen wurde Anzing 1818 eine selbständige politische Gemeinde im Königreich Bayern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen auch nach Anzing zahlreiche Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Ihre Unterbringung gestaltete sich als schwierig. Die alliierten Besatzungskräfte organisierte die Verteilung der Flüchtlinge auf die einheimischen Familien.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der aktuelle Gemeinderat besteht aus 16 Gemeinderäten aus 6 Gruppierungen:

  • 5 Gemeinderäte zzgl. dem ersten Bürgermeister stellt die UBA (Unabhängige Bürgergemeinschaft Anzing),
  • 5 Gemeinderäte stellt die CSU,
  • 3 Gemeinderäte stellt die SPD,
  • 2 Gemeinderäte stellt Bündnis 90/Die Grünen,
  • 1 Gemeinderat stellt die AJA (Aktive Jugend Anzing)

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • Erster Bürgermeister: Franz Finauer (UBA)
  • Zweiter Bürgermeister: Peter Moossmann (CSU)
  • Dritter Bürgermeister: Reinhardt Friedrich (SPD)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde erst am 15. März 1967 nach einem Entwurf des Heraldikers C. Blessing vom Bayerischen Innenministerium genehmigt. Die offizielle Beschreibung des Wappens lautet:

„Das Wappen zeigt auf goldenem Grund einen aus dem unteren Schildrand wachsenden, rot bewehrten, schwarzen Löwen, darüber zwei schräg gekreuzte blaue Lilienstäbe.“

Das Anzinger Wappen ist eine Kombination der Wappen der alten Adelsgeschlechter Anzings. Die Lilienstäbe stammen vom Sunderndorfer Wappen, der schwarz-rote Löwe vom Wappen der Höger.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Anzing besitzt eine Anschlussstelle zur A 94, die im Endausbau von München über Mühldorf am Inn nach Passau führen soll. Anzing liegt rund 22 km östlich der Landeshauptstadt München, 18 km südlich von Erding, 34 km vom Flughafen München und 14 km von Ebersberg entfernt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sepp Maier (* 1944), ehemaliger Torwart des FC Bayern München und Torhüter der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, lebte früher in Anzing („die Katze von Anzing“).

Bärbel Narnhammer (* 1948), ehemalige Bayerische Landtagsabgeordnete (SPD), Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, des Bayerischen Verdienstordens, der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber sowie der Willy-Brandt-Medaille

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b 1200 Jahre Anzing: Wappen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anzing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien