Aoba (1927)

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Aoba
Schwerer Kreuzer Aoba 1938

Schwerer Kreuzer Aoba 1938

p1
Schiffsdaten
Flagge JapanJapan (Seekriegsflagge) Japan
Schiffstyp Schwerer Kreuzer
Klasse Aoba-Klasse
Bauwerft Mitsubishi, Nagasaki
Kiellegung 4. Februar 1924
Stapellauf 25. September 1926
Indienststellung 20. September 1927
Verbleib am 28. Juli 1945 versenkt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
185,17 m (Lüa)
Breite 17,56 m
Tiefgang max. 5,66 m
Verdrängung leicht: 8.738 t[A 1]

Erprobung: 10.822 t maximal: 11.660 t

 
Besatzung 680[A 2]
Maschine
Maschine 10 Kampon-Dampfkessel

4 Parsons-Turbinen

Maschinen-
leistung
110.000 PS (80.095 kW)
Geschwindigkeit max. 34 kn (63 km/h)
Propeller 4
Bewaffnung

1927:

  • 3 × 2 20-cm-L/50 No. 1
  • 4 × 1 12-cm-L/45 Typ 10 Mod. „B“
  • 2 × 1 7,7-mm-L/94 MG
  • 6 × 2 Ø 610-mm-Torpedos

1942:

Die Aoba (jap. 青葉) war ein Schwerer Kreuzer der Kaiserlich Japanischen Marine im Zweiten Weltkrieg. Sie war das Typschiff der aus zwei Schiffen bestehenden Aoba-Klasse. Benannt war sie nach dem Berg Aoba, einem erloschenen Vulkan bei Maizuru in Japan.

Bau und Modernisierungen[Bearbeiten]

Die Aoba kurz nach ihrer Fertigstellung mit Zwillingstürmen. Die Stelle, an der zwischen Brückenaufbau und Turm „B“ ursprünglich ein weiterer Geschützturm geplant war, ist an der Lücke zu erkennen.

Die Aoba wurde auf der Werft von Mitsubishi bei Nagasaki im Januar 1924 auf Kiel gelegt. Sie war als drittes Schiff der Furutaka-Klasse geplant worden, jedoch hatten sich bei ihren beiden Vorgängern mehrere Schwächen in der Konstruktion offenbart, so dass die Pläne zum Bau der Aoba und ihres Schwesterschiffes Kinugasa grundlegend überarbeitet wurden.

Zwischen 1938 und 1940 ging die Aoba erneut in die Werft. Sie erhielt eine verstärkte Flugabwehrbewaffnung und der Brückenaufbau wurde umgebaut, um neue Feuerleitsysteme unterzubringen. Sie erhielt ebenfalls Torpedowülste, die den Rumpf verbreiterten.

Ein Katapult zum Start von Wasserflugzeugen wurde unmittelbar hinter Turm C montiert. Die Aoba konnte in der zweiten Hälfte des Pazifikkrieges bis zu zwei Flugzeuge vom Typ Aichi E13A mitführen.

Einsatzgeschichte[Bearbeiten]

Pazifik[Bearbeiten]

Zu Beginn des Pazifikkrieges hatte die Aoba die Aufgabe, verschiedene Landungsunternehmungen japanischer Truppen zu unterstützen, darunter die Invasionen von Guam und Wake im Dezember 1941 sowie die Landungen auf Rabaul und Kavieng im Frühjahr 1942.

Savo Island[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schlacht vor Savo Island

Unter dem Oberbefehl von Vizeadmiral Mikawa drangen die Aoba und vier weitere schwere Kreuzer am 8. August 1942 in den Sund vor Guadalcanal ein und gerieten in ein Gefecht mit alliierten Kreuzern. Die Aoba lief an zweiter Stelle hinter dem Kreuzer Chōkai, der die Formation führte.

Die Kanoniere der Aoba erzielten mehrere Treffer auf den gegnerischen Kreuzern und einer ihrer Typ-93-Torpedos traf die USS Quincy.

Der Kreuzer selbst erhielt einen Granattreffer und verlor eines seiner Aufklärungsflugzeuge, das vor der Schlacht gestartet war, um die gegnerischen Schiffe mit Leuchtbomben zu illumieren.

Cape Esperance[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schlacht von Cape Esperance

Am 11. Oktober 1942 wurde die Aoba als Flaggschiff von Konteradmiral Gotō eingesetzt, um Henderson Field auf Guadalcanal zu bombardieren. Sie traf gemeinsam mit der Kinugasa und der Furutaka auf eine Flotte amerikanischer schwerer Kreuzer, die, bereits mit Radar ausgerüstet, den japanischen Verband aus der Dunkelheit heraus beschossen. Die Aoba wurde von 40 Granaten getroffen, die vor allem an den Aufbauten schwere Schäden anrichteten und die Brücke zerstörten. Konteradmiral Gotō erlitt dabei eine tödliche Verwundung und rund 80 Seeleute wurden getötet.

Luftaufnahme der Aoba bei Kure am 28. Juli 1945.

Die Aoba musste vom 22. Oktober bis zum 13. Februar des folgenden Jahres in Kure repariert werden. Turm C wurde dabei entfernt und an seine Stelle eine 25-mm-Drillingsmaschinenkanone gesetzt.

Der Kreuzer wurde, vor Anker liegend, bei Kavieng von tief anfliegenden B-17-Bombern überrascht. Eine 500-lb.-(227-kg)-Fliegerbombe explodierte an einem der Torpedorohrsätze der Aoba und sprengte zwei Typ-93-Torpedos. Um das Sinken durch progressive Flutungen zu verhindern, musste sie am 3. April auf den Strand gesetzt werden.

Nach Notreparaturen lief sie zurück nach Japan und war erst im November 1943 wieder einsatzbereit. Sie erhielt hier auch Turm C zurück, der inzwischen repariert worden war. Ein Typ-21-Radarsystem und zwei 25-mm-Zwillingsmaschinenkanonen wurden ebenfalls installiert.

Indischer Ozean[Bearbeiten]

Am 1. März 1944 lief sie als Flaggschiff einer japanischen Flotte unter Konteradmiral Naomasa Sakonju zum Angriff auf alliierte Handelsschifffahrt in den Indischen Ozean aus. Während dieser Attacke im Indischen Ozean versenkte die Flotte den britischen Frachter Behar und nahm 104 Überlebende des Schiffes auf, von denen 89 einige Tage später auf Anordnung von Konteradmiral Sakonju enthauptet oder erschossen wurden.

Transportdienst[Bearbeiten]

Im April 1944 war die Aoba für Transporteinsätze eingeteilt. Von Singapur brachte sie vom 15. bis 19. Torpedos nach Penang. Anschließend lief sie nach Davao aus. Sie hatte technisches Personal für den Luftstützpunkt auf der Insel geladen. In der Straße von Makassar lief am 23. April einer der begleitenden Zerstörer, die Amagiri, auf eine Magnetmine und ging unter. Die Überlebenden wurden von der Aoba geborgen.

Um die strategisch wichtige Insel Biak mit ihrem wichtigen Flugplatz gegen eine erwartete Landung der Alliierten verteidigen zu können, sollten weitere japanische Soldaten dorthin verlegt werden. Die Aoba , der leichte Kreuzer Kinu und die Zerstörer Shikinami, Shigure, Uranami, Harusame, Shiratsuyu und Samidare transportierten für diese Operation im Mai 1944 Soldaten von Palau nach Sorong. Die Aoba nahm aber am letzten Teil des Einsatzes, dem Transport nach Biak, nicht teil.[1]

Philippinen[Bearbeiten]

Als Teil der japanischen Flotten, die im Oktober 1944 die Landung amerikanischer Truppen auf den Philippinen verhindern sollten, wurde die Aoba, wieder als Flaggschiff von Konteradmiral Sakonju, der 16. Kreuzerdivision zugeteilt. [2]

So nahm das Schiff nicht an der See- und Luftschlacht im Golf von Leyte teil, sondern hatte die Aufgabe, einen Konvoi aus Frachtschiffen mit Nachschubgütern nach Mindanao zu eskortieren. Der Konvoi beförderte Truppen des 102. und 30. Infanterieregiments in vier schnellen Frachtern, die von der Aoba, dem leichten Kreuzer Kinu und einem Zerstörer begleitet wurden.[3]

Am frühen Morgen des 23. Oktober 1944 wurde die Aoba um 3:25 Uhr von dem amerikanischen U-Boot USS Bream einige Seemeilen Nord-Westlich von Mindoro angegriffen. Aus dem Torpedofächer von sechs traf einer die Aoba an Steuerbord auf Höhe der Maschinenräume. Maschinenraum 2 lief sofort voll und das Schiff legte sich um 15° auf seine Steuerbordseite. Nach dem Ausfall ihrer Maschinen musste sie von der Kinu zu einer japanischen Reparatureinrichtung bei Manila geschleppt werden. Aufgrund von Funksprüchen war den Amerikanern der Ankerplatz bekannt und sie griffen ihn mit Flugzeugen an. Der Kreuzer konnte jedoch später nach Japan verlegt werden.[4][5]

Ende[Bearbeiten]

Die Aoba liegt auf ihrem Ankerplatz bei Kure im Oktober 1945 auf Grund. Das Loch in der Bordwand am Vorschiff stammt vom Bombentreffer am 24. Juli

In Japan lag die Aoba anschließend wegen Treibstoffmangels fest. Sie wurde nicht vollständig repariert, sondern als schwimmende Flugabwehrplattform bei Kure verankert. Sie wurde am 24. und 28. Juli 1945 an ihrem Ankerplatz von amerikanischen Flugzeugen angegriffen, die von Flugzeugträgern der Task Force 38 gestartet waren.

Am 24. wurde sie von einer 500-lb.-(227-kg)-Bombe auf der Backbordseite auf Höhe der Wasserlinie am Bug getroffen. Die Explosion riss die Bordwand großflächig auf und der Kreuzer nahm so viel Wasser auf, dass er mit dem Vorschiff auf den seichten Grund sackte. Eine schwere Bombe verfehlte knapp das Schiff und wurde durch ihren Verzögerungszünder unterhalb der Wasseroberfläche backbord, neben der Bordwand der Aoba zur Explosion gebracht. Das Resultat war das Volllaufen des Backbordmaschinenraums und, in Kombination mit der von den Schiffssicherung eingeleiteten Gegenflutungen und dem langsamen Vollaufen eines Steuerbordmaschinenraums durch undichte Schotten, das Absacken des Schiffs vom Bug bis zur Schiffsmitte auf den Grund.

Die Besatzung blieb zunächst an Bord, aber nur die 25-mm-Flugabwehrkanonen, für deren Betrieb kein Strom aus den Maschinenräumen gebraucht wurde, funktionierten noch.

Am 28. Juli trafen vier weitere Bomben das Schiff und richteten vor allem achtern so schwere Schäden an, dass die Aoba über die gesamte Schifflänge auf den Meeresgrund sackte.[6]

Die überlebenden Besatzungsmitglieder gingen nach den Angriffen vom 28. endgültig von Bord.

Wrack[Bearbeiten]

Das Wrack der Aoba wurde nach dem Krieg verschrottet.

Belege und Verweise[Bearbeiten]

Bemerkungen[Bearbeiten]

  1. für 1939 nach Japanese Cruisers of the Pacific War. S. 806 – Baudaten vor der Modernisierung sind im Klassenartikel beschrieben.
  2. beinhaltet eine Stabsabteilung von etwa 30 Mann, so beschrieben in Japanese Cruisers of the Pacific War. S. 259.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eric LaCroix, Linton Wells: Japanese Cruisers of the Pacific War. US Naval Institute Press, 1997, ISBN 0-87021-311-3.
  • Furutaka-Klasse / Aoba-Klasse. Gakken Pacific War Series, Nummer 44, Gakken, Tokyo, 2003, ISBN 4056033234.
  • H.P. Willmott: The battle of Leyte Gulf: the last fleet action. Indiana University Press, 2005, ISBN 0253345286.
  • Malcolm H. Murfett: Naval warfare 1919–45: an operational history of the volatile war at sea. Routledge, 2008, ISBN 0415458048.
  • Paul S. Dull: A battle history of the Imperial Japanese Navy, 1941–1945. US Naval Institute Press, 2007, ISBN 1591142199.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A battle history of the Imperial Japanese Navy, 1941–1945. S. 302.
  2. The battle of Leyte Gulf: the last fleet action. S. 269.
  3. Naval warfare 1919-45: an operational history of the volatile war at sea. S. 380.
  4. Aoba auf combinedflett.com, gesichtet am 8. September 2010
  5. The battle of Leyte Gulf: the last fleet action. S. 100, 101.
  6. REPORTS OF THE U. S. NAVAL TECHNICAL MISSION TO JAPAN 1945–1946, S-06-1, Reports of Damage to Japanese Warships-Article 1, S. 26.