Apach

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Apach
Wappen von Apach
Apach (Frankreich)
Apach
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Thionville-Est
Kanton Sierck-les-Bains
Gemeindeverband Trois Frontières.
Koordinaten 49° 28′ N, 6° 22′ O49.4588888888896.3747222222222154Koordinaten: 49° 28′ N, 6° 22′ O
Höhe 145–365 m
Fläche 3,35 km²
Einwohner 1.004 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 300 Einw./km²
Postleitzahl 57480
INSEE-Code

Apach (luxemburgisch Opéch) ist eine französische Gemeinde mit 1004 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Moselle in der Region Lothringen. Sie gehört zum Arrondissement Thionville und zum Kanton Sierck-les-Bains.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Apach liegt an der Mosel im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg.

Die angrenzenden Gemeinden sind Perl (Deutschland) im Norden, die französischen Gemeinden Merschweiller im Osten, Kirsch-lès-Sierck im Südosten, Rustroff im Süden und Sierck-les-Bains im Südwesten sowie Schengen (Luxemburg) im Nordwesten.

Zur Gemeinde gehört auch der östlich gelegene Ortsteil Belmach.

Apach ist Standort einer Schleuse der Mosel mit Namen Pierre Ricard. Ein Relief des Pioniers der Moselschifffahrt (1899–1956) schmückt den Schleusenturm.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1196 erstmals als Aspach erwähnt. Im Mittelalter gehörte es über Jahrhunderte zur Herrschaft Sierck-Meinsberg in der Grafschaft Lützelburg und kam 1606 zu Frankreich. Von 1815 bis 1833 war Apach in den Nachbarort Kirsch-lès-Sierck eingemeindet. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 kam es durch den Frieden von Frankfurt zum neu gegründeten Deutschen Reich. Nach der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg kam Apach wie der übrige nordöstliche Teil Lothringens durch den Versailler Vertrag wieder an Frankreich. Französisch war seither alleinige Amtssprache, bis 1940 die Stadt von Truppen des nationalsozialistisch regierten deutschen Reiches besetzt wurde. Somit wurde Apach faktisch annektiert, wobei es nie zu einer vollständigen Annexion kam. Seit 1945 ist Apach wieder französisch.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 799 841 848 864 798 813 943

Sprache[Bearbeiten]

Nicht nur wegen der unmittelbaren Nähe, auch aufgrund der langen politischen Zugehörigkeit zu Luxemburg ist der privat gesprochene Dialekt der Apacher Bevölkerung allerdings nicht das übliche rheinfränkische Lothringisch sondern Moselfränkisch. Dieses luxemburgische Sprachgebiet schloss einmal, der ursprünglichen Ausdehnung der Grafschaft Lützelburg folgend, im heutigen Deutschland in Nord-Süd-Richtung größere Gebiete im Westen des ehemaligen rheinland-pfälzischen Landkreises Saarburg und die am westlichsten gelegenen Teile des saarländischen Landkreises Merzig-Wadern, sowie im heutigen Frankreich den nördlich liegenden Gebieten einer in Ost-West-Richtung laufenden Grenze südlich von Thionville (luxemburgisch: Diddennueven, deutsch: Diedenhofen) ein. Während in den deutschen Regionen dieser Dialekt nach wie vor "lebendig" gesprochen wird, ging in Frankreich auch er durch das massive Wegdrängen aller deutschsprachigen Dialekte in Lothringen (nach 1945 bis Mitte der 1970er-Jahre war es innerhalb der Schulgebäude sogar verboten, sie auch nur untereinander zu sprechen), analog zum alemannischen Dialekt im Elsass, über die Jahrzehnte immer weiter zurück und starb expressis verbis - bis auf die unmittelbaren Grenzregionen, hier wird nach wie vor "über die Grenz geheiratet" - in der Fläche aus.

Seit etwas mehr als zehn Jahren erleben die Dialekte speziell bei jüngeren Lothringern - als Basis um ein gutes Hochdeutsch zu lernen und daraus auch wesentlich leichter Englisch - jedoch wieder rasant wachsende Bedeutung vorrangig wegen der wesentlich größeren Chancen der Zweisprachigkeit am deutschen Arbeitsmarkt. (Aus der verpönten „langue de l'ennemi“, der „Sprache des Feindes“ der Großvätergeneration erlebt Deutsch bei deren Enkeln neben der Muttersprache Französisch sozusagen als Zweitsprache nun die „renaissance de la langue de la Grand-Mère“, die „Wiedergeburt der Großmuttersprache“.) Einhergehend mit der Freiheit des Schengener Abkommens ist allein im Saarland bereits jeder fünfte Arbeitsplatz mit Lothringern, vor allem Lothringerinnen, meist aus der unmittelbaren französischen Grenzregion, besetzt.

Apach von der luxemburgischen Seite der Mosel aus gesehen
Hauptstraße in Apach

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kirche Saint-Donat, 1832 errichtet
  • Kapelle Chapelle Notre-Dame-des-Sept-Douleurs aus dem Jahr 1718
  • Kapelle Saint-Antoine im Ortsteil Belmach aus dem 18. Jahrhundert
  • Apacher Eiffelturm: Der neun Meter hohe Turm (ohne Sockel) wurde 2009 von einem Unternehmer gestiftet. Im Herbst 2011 wurde neben dem Turm ein Freundschaftsbaum gepflanzt und eine Sitzgruppe installiert. Der Apacher Eiffelturm befindet sich am Grenzübergang nach Perl (N 153 / B 419), etwa 400 m von Schengen entfernt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Apach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien