Apachen

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Dieser Artikel beschreibt den Stamm; für den Film siehe Apachen (Film).
Sigesh, eine unverheiratete Apachenfrau (Fotografie von Edward Curtis, ca. 1907)
Apachen (18. Jahrhundert): Ch - Chiricahua, M - Mescalero, J - Jicarilla, L - Lipan, Pl - Kiowa Apache, WA - Westliche Apachen, N - Navajo
Apachen

Apachen (abgeleitet vom Zuñi-Wort Apachù für „Feind“; deutsch auch „Apatschen“), Eigenbezeichnung je nach Dialekt Inde, T'Inde, N'de, N'ne („das Volk, die Menschen“), ist die Sammelbezeichnung für verschiedene südliche Athapasken-Gruppen im Südwesten der heutigen USA und im Norden Mexikos. Die Sprachen der Apachen, Apache, bilden eine eigene Untergruppe der Na-Dené-Sprachfamilie, wie auch die der Navajo (auch Diné). Die Apachen leben heute mehrheitlich in Reservaten in den US-Bundesstaaten New Mexico, Arizona und Oklahoma.

Geschichte der Apachen[Bearbeiten]

Die Apachen-Stämme wanderten im 14. und 15. Jahrhundert zusammen mit den Diné vom Norden, vermutlich über die östlichen Ausläufer der Rocky Mountains, in die Gegend der heutigen US-Bundesstaaten New Mexico und Arizona sowie ins westliche Texas, südöstliche Colorado und nördliche Mexiko ein. Nach dem Zuzug der Comanche aus dem Norden in die Südlichen Plains verdrängten diese die dort lebenden Apachen mit Unterstützung der texanischen Stämme sowie spanischer und französischer Waffenhilfe. Seitdem umfasste die Comancheria den größten Teil der Südlichen Plains.

Spanisch-indianische Allianzen gegen die Apachen[Bearbeiten]

Als vielleicht erster Weißer stieß 1540 der spanische Konquistador Francisco Vásquez de Coronado auf Apachen-Indianer. 1598 traf sein Landsmann Juan de Oñate auf sie. Er war der erste, der den Zuni-Begriff Apachù (‘Feind’) als ‘Apache’ übernahm.

Mit der unfreiwilligen Einführung des Pferdes durch die Spanier nach dem Pueblo-Aufstand von 1680 erhöhten sich die Mobilität und der Aktionsradius der Apachen-Gruppen enorm. Vom Arkansas River im südlichen Colorado im Norden bis in die mexikanischen Staaten Sonora, Sinaloa, Chihuahua, Coahuila, Durango und Jalisco im Süden, vom Colorado River im Westen bis nach Zentral- und Süd-Texas im Osten plünderten die Apachen indianische und weiße Besitzungen gleichermaßen. Tausende Indianer und Weiße wurden getötet und entführt, ganze Landstriche entvölkert. Hierdurch konnten die Apachen die Spanier und Mexikaner größtenteils aus ihrem Gebiet, das die Spanier Apacheria nannten, fernhalten.

Zum gemeinsamen Schutz und um die Apachen zu isolieren, schlossen die Spanier und später die Mexikaner Allianzen mit den Pima, Opata, Tarahumara, Pueblo, Wichita, Caddo, Ute und ab 1786 mit den Comanche. Als Gegenleistung für die indianische Unterstützung öffneten die Spanier und Mexikaner ihre Märkte den indianischen Produkten und Waren und versorgten die Stämme mit Waffen und logistischer Unterstützung in deren Kämpfen gegen die Apachen.

Nach heftigen Kämpfen gegen Spanier und deren indianische Verbündete, der Zwangseingliederung in die Anti-Apache-Allianz der Jicarilla Apache sowie ab 1793 der Navajo und der, dank spanischer Unterstützung, immer mehr erstarkenden Comanche, mussten bald viele Horden (englisch bands „Gruppen“) der Apachen um Frieden ersuchen. Mehrere südliche Gruppen der Chiricahua, die südlichen Mescalero in Coahuila und Chihuahua sowie große Gruppen der Lipan wurden vernichtend geschlagen, 1790 trieben die Spanier fliehende Mescalero nach Norden in die Comancheria, wo die Comanche (span. Angaben nach) mehr als 300 Mescalero töteten. Die sich ergebenden ca. 400 Chiricahua wurden im Opata-Presidio Bacoachi angesiedelt und gezwungen, als Scouts gegen noch kämpfende Chiricahua sowie die weit nördlich und in relativer Sicherheit lebenden Westlichen Apachen[1] zu dienen, die Mescalero (ca. 3.000 wurden zwischen 1790 - 1796 im Presidio del Norte sowie weiteren Chihuahua-Presidios angesiedelt)[2] und Lipan mussten als Scouts gegen die nördlichen Gruppen, in den Bergen New Mexicos und den Plains von West und Südwest-Texas lebenden, stammesverwandten Mescalero und Lipan dienen. 1798 ließen sich ca. 800 - 900 Chihenne in San Buenaventura nieder, nachdem sie mehrmals durch Spanier und Comanche sowie Chiricahua-Scouts angegriffen wurden und große Verluste hinnehmen mussten.[3] Zwischen 1790 und 1800 ergaben sich immer mehr Apachen und ließen sich entweder in sogenannten Friedenssiedlungen (span. ‘establecimiento de paz’ oder ‘campos de paz apaches’) nieder, wo sie Ackerbau betreiben mussten und einen Pass benötigten, wenn sie auf die Jagd gehen wollten, oder versicherten den Spaniern, in ihren jeweiligen Streifgebieten friedfertig zu leben und keine anderen Indianer zu berauben.[4] 1793 gab es acht establecimiento de paz, in denen ca. 2.000 Apachen angesiedelt waren - obwohl die meisten Mescalero bereits 1796 ihre campos de paz apaches wieder verließen, verhielten sie sich doch in den folgenden Jahren relativ friedlich. Da auch die ca. 3.000 Diné sowie die Comanche ihre Zusagen einhielten und letztere die Spanier weiterhin im Kampf gegen freie, räuberische Apachen unterstützten, erlebten die spanischen Nordprovinzen einen Frieden, den sie vormals nie erlebt hatten.

Unabhängigkeit Mexikos und Zusammenbruch der Nordgrenze[Bearbeiten]

Der relative Frieden dauerte bis 1820, als die Mexikaner die Kontrolle über das Gebiet während des Unabhängigkeitskrieges gegen Spanien (1810 - 1822) übernahmen. Diese hatten finanzielle Probleme und stellten die Lieferung von Lebensmitteln ein. Alsbald nahmen die Apachen ihre alte Lebensweise wieder auf und überfielen erneut die Siedlungen entlang der Nordgrenze sowie tief in Mexiko. Bald hatten sie ihre Vormachtstellung im südlichen Texas, in der Bolsón de Mapimi sowie in ihren mexikanischen Siedlungsgebieten wieder hergestellt. Da Mexiko nicht über die finanziellen und personellen Mittel wie das Vizekönigreich Neuspanien verfügte, mussten die Presidios mit immer weniger und schlechter ausgestatteten Soldaten die Nordgrenze sowie das Hinterland gegen die einfallenden Apachen verteidigen. Zudem waren die Comanche nicht mehr bereit, Hilfstruppen gegen die Apachen zur Verfügung zu stellen, da sie durchaus die Schwäche der Mexikaner bemerkt hatten, und unternahmen nun ihrerseits brutale Raubzüge. Dabei bildete der Río Conchos eine virtuelle Linie, östlich derer die Comanche, einige Mescalero und die Lipan raubten. Westlich vom Rio Conchos raubten Mescalero, Chiricahua und Westliche Apachen.

Im Jahr 1835 führten die mexikanischen Staaten Sonora und Chihuahua wieder Prämien auf Apachen-Skalpe ein, um des „Apache-Problems” Herr zu werden. Für einen Krieger (ab 14 Jahre) bekam man 100 Pesos, für eine Frau 50 und für ein Kind 25, später erließen andere Staaten ähnliche Gesetze, und die Höhe der Skalp-Prämien wurde mehrmals erhöht. Während dieser Auseinandersetzungen schlossen immer wieder einzelne mexikanische Staaten mit verschiedenen Apachen Verträge ab, boten diesen Schutz vor Verfolgungen durch die Armee und erlaubten den Horden Zugang zu ihren Märkten, um dort Beute und Produkte gegen Waffen, Munition, Kaffee, Zucker und andere Waren einzutauschen.

Der Kommandeur der nördlichen Presidio-Linie, Don Ignacio Zúniga, schätzte, dass allein in den Jahren 1820 bis 1835 durch die Apachen ca. 5.000 Mexikaner getötet, 100 Siedlungen zerstört und mehr als 4.000 Siedler gezwungen waren, die Region zu verlassen. Mit Ausnahme der durch Truppen geschützten Tucson und Tubac war ganz Nord-Sonora und weite Teile Nordmexikos ranchos despoblados. 1848 wurde von den Apachen sogar die wichtige Stadt Fronteras eingenommen und über mehrere Monate gegenüber den Mexikanern gehalten.[5]

Amerikaner übernehmen die nördlichen Gebiete der Apacheria[Bearbeiten]

Als später die USA ehemals mexikanische Gebiete übernahmen, lieferten die Apachen der US-Armee erbitterte Kämpfe. Die „Apachen-Kriege” (1850–1890) waren die längsten und kostspieligsten Kriege der USA im 19. Jahrhundert - neben dem Bürgerkrieg. Durch die hohen Verluste an Soldaten und Zivilisten, die Schwierigkeiten im Gelände, die Schnelligkeit, Schlauheit und Grausamkeit der Apachen und ihren verzweifelten und langandauernden Widerstand wurden viele ihrer Anführer berühmt. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts kapitulierten die letzten Apachen und zogen in Reservate. Die letzten Überfälle kleiner Apachen-Gruppen erfolgten 1930 auf Ansiedlungen und Auswanderer im Norden Mexikos.

Geschichte im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Noch Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Apachen-Kinder von ihren Eltern getrennt und weißen US-Bürgern zur Adoption gegeben. Die Enkel oder Urenkel erfahren dies heute nur noch aus mündlichen Überlieferungen, wenn ein Apachen-Kind damals alt genug war, sich zu erinnern.

Gesellschaft und interne Struktur[Bearbeiten]

Kultur und Lebensweise[Bearbeiten]

Die Apachen-Gruppen (Horden, englisch bands) lebten als halbnomadische Sammler und Jäger, einige Gruppen betrieben zusätzlich Ackerbau. Hinzu gesellte sich das Beutemachen auf Raubzügen gegen ihre indianischen Nachbarn, die Pima, Pueblo-Indianer, Yuma, Pawnee, Caddo und Opata. Zu ihren traditionellen Feinden zählten im 17. Jahrhundert die texanischen Stämme sowie die Ackerbau treibenden Stämme Nordmexikos, im 18. Jahrhundert traten die Comanchen und Kiowa im Osten als die gefährlichsten Feinde der Apachen auf, im 19. Jahrhundert traten besonders die Oberen Pima und Opata als Feinde im Westen in Erscheinung, während im Osten Anfang des 19. Jahrhunderts Frieden zwischen Comanchen, Kiowa und Apache geschlossen wurde.

Zwischen Raubüberfällen (in Apache: ‘to search out enemy property’) und Kriegszügen (in Apache: ‘to take death from an enemy’) gab es bei den Apachen einen scharfen sozialen Unterschied: Raubzüge wurden organisiert, um Nahrungsvorräte, Pferde, Waffen und anderes zu besorgen. Ziel war es hierbei nicht zu töten, sondern möglichst ohne Verluste und Begegnung mit dem Feind erfolgreich die Familien zu versorgen. Kriegszüge wurden organisiert, um den Tod eines Apachen zu rächen, und konnten aus bis zu 200 Kriegern bestehen. Dabei gab es bei den Apachen keine Kriegerbünde, die Apachen zählten keine Coups und erlangten durch die Tötung eines Feindes kein Prestige. Zudem nahmen sie keine Skalpe.

Die Apachen-Gruppen in Arizona, New Mexico und Mexiko lebten in Wickiups, einfachen Strauch- und Grashütten, die auf den Plains in Texas beheimateten Lipan- und Kiowa-Apachen in Tipis und die Mescalero und Jicarilla sowohl in Wickiups als auch in Tipis. Die Apachen bezeichneten ihre Behausungen als „Kowa”.

Sozio-Politische Organisation[Bearbeiten]

Die Apachen waren nicht zentralistisch organisiert und bildeten keine „Stämme” im eigentlichen Sinn. Die höchste organisatorische Einheit war die Horde, die sich in der Regel in kleinere Lokalgruppen unterteilte (englisch local bands). Die Lokalgruppe wiederum bestand aus mehreren matrilokalen und matrilinearen Großfamilien (sog. gotah). In einer Horde war jedes Mitglied mit den meisten, wenn nicht mit allen anderen verwandt. Die gotah bestand wiederum aus mehreren eine rancheria bildenden kowa (Wickiups oder Tipis) einzelner Familien.

Besonders im Winter oder zur Organisation einer Jagd, des Sammelns, der Verarbeitung und Haltbarmachung von Beeren und Wildpflanzen sowie aus kulturellen und religiösen Anlässen kamen Lokalgruppen zusammen. Kriegszüge wurden meistens von Lokalgruppen oder sogar der ganzen Horde unternommen, diese konnten oft zwischen 100 und 200 Krieger umfassen. Raubzüge wurden, im Gegensatz zu den Kriegszügen, nur von einer oder mehreren gotah (‘Großfamilie’) organisiert und bestanden meist nur aus 10 bis 30 Kriegern.

Die Apachen-Krieger waren keinem Häuptling (Nantan) zum Gehorsam verpflichtet, sondern schlossen sich einflussreichen Männern (und gelegentlich Frauen) an, die aufgrund ihres Reichtums, ihrer Fähigkeiten, persönlichen Überzeugungskraft und ihrer Diyah (‘Kraft’) Prestige besaßen. Meistens waren daher die Anführer gleichzeitig auch Schamanen (Diyin). Neben Diya besaßen manche Frauen und Männer zudem Inda-ce-ho-ndi (‘Enemies-Against-Power’), die ihnen ermöglichte, Feinde zu lokalisieren, deren Anzahl zu benennen und diesen durch ihre Macht zu schaden. Es gab zuweilen auch Kriegerinnen, wie zum Beispiel Lozen (‘geschickte Pferdediebin’) oder Gouyen (‘Weise Frau’), die es entweder ablehnten zu heiraten oder die ihre Männer auf die Kriegs- und Raubzüge begleiteten.

Stämme der Apachen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der Apachen-Stämme

Zu den Apachen gehören die Chiricahua, Mescalero, Jicarilla, Lipan, Kiowa-Apachen und die Westlichen Apachen.

Demografie[Bearbeiten]

Die Westlichen Apache waren mit ca. 4500 bis 5000 Angehörigen die größte und bevölkerungsreichste Gruppe unter den Apachen, wobei bedacht werden muss, dass hiervon 25 % Männer waren, und der Rest Frauen (35 %) und Kinder (40 %). Hierbei waren wiederum die ca. 1500 zählenden White Mountain Apache die größte und mit ca. 375 Kriegern mächtigste Gruppe der Westlichen Apache, während mit ca. 1000 Angehörigen (ca. 250 Kriegern) die Cibecue Apache die zweitgrößte Gruppe darstellten. Die San Carlos Apache und Südlichen Tonto Apache zählten jeweils 900 Stammesmitglieder (mit je 225 Kriegern), so dass die Nördlichen Tonto Apache mit ca. 450 Mitgliedern (und ca. 110 Kriegern) die kleinste Gruppe bildeten. Zusammen konnten somit die Westlichen Apache ca. 1200 Krieger stellen.

In der 1860er zählten die Chiricahua Apache ca. 3000 Stammesmitglieder und konnten ca. 750 Krieger mustern. Als Ergebnis der ständigen Kämpfe mit Mexikanern und Amerikanern sowie benachbarten Stämmen nahm die Zahl der Chiricahua langsam ab, so dass in den 1870er diese ca. 600 Krieger stellen konnten, aufgeteilt auf die vier unabhängig agierenden Horden (bands): Chihenne (ca. 175 Krieger), Chokonen (ca. 150 Krieger), Südliche Chiricahua (ca. 150 Krieger) sowie die Bedonkohe als kleinste Gruppe ca. 125 Krieger.

Anfang des 19. Jahrhunderts gab es nur noch ca. 1800 Jicarilla Apache mit ca. 450 Kriegern. Um 1840 schätzte man die Jicarilla, die zudem durch die ständigen Kriege aufgerieben waren, nur noch auf 800 bis 1200 Stammesmitglieder sowie ca. 200 bis 300 Krieger.

Um 1700 schätzte man, dass es ca. 6000 Lipan Apache gab, die ca. 1500 Krieger stellen konnten. Nach harten Kämpfen gegen Spanier und Comanche glaubte man um 1750 hingegen, dass es nur noch ca. 3000 bis 4000 Lipan Apache gab mit ca. 750 bis 1000 Kriegern. Nach schweren Pockenepidemien und einem auf die Ausrottung der Lipan Apache ausgerichteten Bündnis der Spanier mit Comanche und anderen südwestlichen Stämmen, das zu mehreren schweren Niederlagen seitens der Lipan Apache führte, schätzte man diese auf ca. 2000 (ca. 500 Krieger), 1845 auf ca. 1500 (ca. 375 Krieger), 1865 ca. 350 (ca. 90 Krieger) und 1913 ganze 35 Stammesmitglieder.

Man schätzt, dass es vor dem Eindringen der Amerikaner in den Südwesten ca. 2500 bis 3000 Mescalero Apache gab, die daher ca. 625 bis 750 Krieger stellen konnten.

1840 zählten sie etwa 15.000, 1906 nur noch 6.000. Der US-Zensus von 2000 nennt 96.833 Apachen, wovon rund 31.000 gemischter ethnischer Herkunft sind. Die Zahlenangabe von 1840 ist höchstwahrscheinlich eine Übertreibung der Spanier und Mexikaner, deren Schätzungen bis zu 30.000 Menschen reichten, anscheinend zählten alle Apachen zusammen niemals mehr als 10.000.

Häuptlinge und Anführer[Bearbeiten]

Karl Mays Winnetou[Bearbeiten]

Durch den Umstand, dass ein französischer Schriftsteller bereits einen Comanchen zum Helden seiner Abenteuergeschichten auserkoren hatte, sah sich der Schriftsteller Karl May veranlasst, seinen „Edelindianer“ Winnetou einem anderen Indianervolk zugehörig zu erklären. Er wählte, nicht ohne Hintergedanken, die Todfeinde der Comanchen, nämlich die Apachen, und verpasste damit seiner Romanfigur die Identität eines Mescalero.

Neben den Büchern Mays sind auch die Karl-May-Filme der 1960er Jahre zu einem nicht unwesentlichen Anteil Ursache an diesem Interesse. Es war - nach eigenen Angaben - das Verdienst des französischen Schauspielers Pierre Brice, immer wieder ein Stück mehr "Authentizität" in die Darstellung dieser Indianerfigur zu importieren, sei es durch Kostümwahl oder durch Einflussnahme seinerseits auf die Handlung. Auch wegen der Popularität dieses Schauspielers kamen Vertreter der nordamerikanischen Indianer nach Bad Segeberg, wo man den Schauspieler zum Ehrenhäuptling ernannte.

Einen „größten Häuptling der Apachen“ hat es jedoch nie gegeben. Die Apachen lebten und jagten in Lokalgruppen mit jeweiligem Anführer. Darauf geht Winnetou auch in der Serie Mein Freund Winnetou ein, als er darauf hinweist, dass das Wort „Häuptling“ ein Wort der Weißen sei und dass er bei den Chiricahua-Apachen nicht erwarten könne, auf Gehör zu stoßen, da er Mescalero sei.

Verfilmungen[Bearbeiten]

  • 1954: Apache (dt. Titel: Massai, der große Apache), Regie: Robert Aldrich; Hauptdarsteller: Burt Lancaster; Handlung: Massai, ein Apache, weigert sich im 19. Jahrhundert, mit dem Rest seines Clans in ein Reservat zu ziehen, was er als Gefangenschaft empfindet. Lange leistet er bewaffneten Widerstand, aber seiner schwangeren Gefährtin zuliebe versucht er mit ihr, in den Bergen ein neues Leben zu beginnen. Dort jedoch wird er von Truppen aufgespürt und ob es ein Happy End gibt, bleibt bis zur letzten Minute offen.
  • 1973/74 drehte die DEFA die Spielfilme Apachen und Ulzana, die das Leben der Apachen, speziell das des Häuptlings Ulzana, thematisieren. Das Bestreben der Indianer, mit ihren weißen Nachbarn friedlich zusammenzuleben und sich von der Landwirtschaft zu ernähren, sowie die blutige Niederschlagung dieses Unterfangens werden in den beiden Filmen packend, aber trotzdem so geschichtsnah wie möglich dokumentiert.
  • 1993: Geronimo – Eine Legende (Geronimo: An American Legend). Einer der letzten von mindestens 20 Filmen im 20. Jahrhundert, die mehr oder weniger Verfilmungen von Teilen des Lebens Geronimos sind.

Bekannte Apachen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Ein schwarzer Schmuckstein, eine Form des Obsidians, heißt „Träne der Apachen“ oder „Apachenträne“.
  • Ein bekannter Nonsensvers von Robert Gernhardt lautet: Paulus schrieb an die Apatschen: „Ihr sollt nicht nach der Predigt klatschen.“
  • Der Kampfhubschrauber Hughes AH-64 trägt den Namen und die umgangssprachliche Bezeichnung „Apache“.
  • Der Webserver Apache HTTP Server wurde aus Respekt dem Stamm gegenüber so genannt.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Edwin R. Sweeney: Mangas Coloradas. Chief of the Chiricahua Apaches. University of Oklahoma Press, Norman OK 1998, ISBN 0-8061-3063-6, (The civilization of the American Indian series 231).
  • Donald E. Worcester: Die Apachen: Adler des Südwestens. Econ Verlag, Düsseldorf u. a. 1982, ISBN 3-430-19854-2.
  • Alys Swan-Jackson: Apachen. Die Apachen und die Puebloindianer des Südwestens. Karl Müller Verlag, Erlangen 1996, ISBN 3-86070-547-4, (Blick in die Geschichte).
  • Nikolaus Baumhauer: Die Apachen. Band 1: Entstehung der Rivalität. Verlag für Amerikanistik, Wyk auf Föhr 1993, ISBN 3-924696-88-8.
  • Helge Ingstad: Die letzten Apachen. Hans von Hugo Verlag, Berlin 1940.
  • Ian W. Record: Big Sycamore Stands Alone: The Western Apaches, Aravaipas, and the Struggle for Place, University of Oklahoma Press, 2008, ISBN 978-0-8061-3972-2.
  • Eve Ball: Indeh: An Apache Odyssey, University of Oklahoma Press, 1988, ISBN 0-8061-2165-3
  • James L. Haley: Apaches: A History and Culture Portrait, University of Oklahoma Press, 1997, ISBN 0-8061-2978-6
  • Grenville Goodwin: Western Apache Raiding & Warfare, Hrsg.: Keith H. Basso, University of Arizona Press, 1971, ISBN 0-8165-0297-8.
  • Thomas A. Britton: The Lipan Apaches: People of Wind and Lightning, University of New Mexico Press, 2009, ISBN 978-0-8263-4586-8.
  • Nancy McGown Minor: The Light Gray People: An Ethno-History of the Lipan Apaches of Texas and northern Mexico, University Press of America, 2009, ISBN 978-0-7618-4854-7.
  • Nancy McGown Minor: Turning Adversity to Advantage: A History of the Lipan Apaches of Texas and northern Mexico, 1700 - 1900, University of America, 2009, ISBN 978-0-7618-4859-2.
  • C. L. Sonnichsen: The Mescalero Apaches, University of Oklahoma Press, 1973, ISBN 0-8061-1615-3.
  • José Cortéz: Views from the Apache Frontier: Report on the northern Provinces of New Spain. Hrsg.: Elizabeth A. H. John, University of Oklahoma Press, 1989, ISBN 0-8061-2609-4.
  • Maria F. Wade: The Native Americans of the Edwards Plateau, 1582 - 1799. University of Texas Press, 2003, ISBN 0-292-79156-9.
  • F. Todd Smith: From Dominance to Disappearance: The Indians of Texas and the Near Southwest, 1786 - 1859. University of Nebraska Press, 2005, ISBN 0-8032-4313-8.
  • Scott Zesch: The Captured: A True Story of Abduction by Indians on the Texas Frontier, St. Martin's Press, 2004, ISBN 0-312-31787-5.
  • Timothy Braatz: Surviving Conquest: A History of the Yavapai Peoples, Board of Regents of the University of Nebraska, 2003, ISBN 0-8032-2242-4.
  • Anka G. Krämer de Huerta: Places of Power. Zur Bedeutung und Konzeption sakraler Orte bei den West-Apachen., LIT Verlag, bayreuther forum transit 12, 2011, ISBN 978-3-643-11109-8.
  • Anka G. Krämer de Huerta: Geheime Machenschaften. Mount Graham, Apachen und die Spionageprogramme der Geheimdienste. In: Coyote 99, 2013/4, S. 34, ISSN 0939-4362.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Apachen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harassing the Western Apaches, 1782–1792
  2. eigentl. Presidio del Norte de la Junta de los Ríos and Presidio de Belén war die Bezeichnung sowohl eines Presidios als auch der dazugehörigen Siedlung am südlichen Ufer des Rio Grande bei La Junta de los Ríos, dem heutigen Ojinaga, Chihuahua
  3. Donald E. Worcester: The Apaches: Eagles of the Southwest. University of Oklahoma Press, 1992, ISBN 0-8061-2397-4, S. 26.
  4. Peace With the Western Apaches, 1793–1821
  5. History of Arizona:Early Spanish Missions and Missionaries and Military Annals. S. 72.
  6. FAQ auf apache.org