Apert-Syndrom

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Klassifikation nach ICD-10
Q87.0 Angeborene Fehlbildungssyndrome mit vorwiegender Beteiligung des Gesichtes
- Akrozephalosyndaktylie-Syndrome (Apert)
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Das Apert-Syndrom, auch Akrozephalosyndaktylie genannt, ist eine genetisch bedingte Besonderheit auf der Grundlage einer Mutation des FGFR2-Gens auf dem Chromosom 10, die zu vielfältigen körperlichen Fehlbildungen führt. Benannt wurde das Syndrom 1896 nach dem französischen Kinderarzt Eugene Apert. Es gehört zur Gruppe der kraniofazialen Fehlbildungen, zu der auch das Carpenter-Syndrom, das Crouzon-Syndrom, das Pfeiffer-Syndrom und das Saethre-Chotzen-Syndrom gehören.

Häufigkeit[Bearbeiten]

In Deutschland leben etwa 400 Personen mit dem Syndrom. Die Inzidenz beträgt etwa 1:1.000.000, für alle fünf Syndrome zusammen bei 1:90.000.

Symptome und Merkmale[Bearbeiten]

möglich sind:

Erscheinungsbild und Fehlbildungen beim Apert-Syndrom
  • Kopfbereich:
  • Hals:
    • zu einem hohen Prozentsatz Segmentationsstörungen der HWS
  • Extremitäten:
  • Knochenbau:
    • Eingeschränkte Bewegung in vielen Gelenken
    • Verkrümmung der Wirbelsäule (Skoliose)
  • Psychologisch:
    • Probleme bei sozialer und emotionaler Entwicklung ("anders sein")

Diagnostik[Bearbeiten]

In der Pränataldiagnostik können typische Merkmale bereits in frühen Stadien der Schwangerschaft im Rahmen des Feinultraschalls auffallen. Die Symptome werden aber aufgrund des seltenen Auftreten des Syndroms häufig nicht richtig gedeutet. Eine Diagnose ist vorgeburtlich durch die Untersuchung des Fruchtwassers möglich, sofern ein Anfangsverdacht besteht und gezielt auf Apert-Syndrom getestet wird. Nachgeburtlich sind die meisten körperlichen Merkmale offensichtlich, eine molekulargenetische Analyse kann den Befund bestätigen.

Behandlung[Bearbeiten]

Sofortige bzw. baldmöglichste Behandlung durch Spezialisten sind für die Entwicklung der Kinder und das Verhindern von Folgeschäden extrem wichtig. Zu nennen sind hier vor allem:

  • Verschlossenen Schädelnähte erfordern höchstwahrscheinlich Schädeloperationen, um Platzmangel für das wachsende Gehirn zu verhindern.
  • Trennungsoperationen an Fingern und Zehen.
  • Untersuchungen zu Atmung, Gehör, Gaumenspalte,...
  • Kontaktaufnahme zur Elterninitiative

Erbgang[Bearbeiten]

Der Erbgang ist autosomal-dominant mit kompletter Penetranz und hoher Varianz (die Ausprägung gestaltet sich in Abhängigkeit von der Mutation und dem Individuum sehr variabel)

  • Fibroblast growth factor receptor (FGFR2)-Gen[1]
  • verschiedene Mutationen aktivieren den Rezeptor und verstärken so vor allem das Signal zu Veränderungen in der Differenzierung von Knochen- und Knorpelgeweben
  • 80 % Neumutationen, väterlicher Alterseffekt

Die Hypochondroplasie (leichtere Manifestationsform) und die Thanatophore Dysplasie (schwerere und letale Manifestationsform) zeigen Mutationen im gleichen FGFR3-Gen.

Literatur[Bearbeiten]

Eckardt, Michael (1932): Über vier Fälle von Akrocephalosyndaktylie. Mediasch (Siebenbürgen): Feder (Diss.med., München).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Apert-Syndrom. In: Online Mendelian Inheritance in Man (engl.).
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