Aphonie

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Klassifikation nach ICD-10
R49.1 Aphonie
F44.4 Dissoziative Bewegungsstörung
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Aphonie (altgr. άφωνια < α „nicht“ und φωνή „Stimme“) bezeichnet schwere Störungen der Tonbildung bzw. Stimmlosigkeit (tonlose Sprache). Es wird eine organische von einer funktionellen oder psychogenen Ursache unterschieden.

Ursachen, Symptome[Bearbeiten]

Bei einer organisch bedingten Funktionsbeeinträchtigung der Stimmlippen ist durch Veränderungen am Kehlkopf (z.B. nach Operationen) oder Lähmungen die Funktion soweit eingeschränkt, dass ein nur unzureichender Stimmklang erzeugt werden kann.

Die früher als psychogene Aphonie bezeichnete Störung (heutiger Begriff: dissoziative Dysphonie) ist ohne organische Grundlage. Hierfür ist z.B. eine emotionale Ursache oder eine neurotische Konfliktverarbeitung (mit konversions-hysterischer Symptombildung) verantwortlich.

Die funktionelle Einschränkung wird in zwei Formen unterteilt, die jeweils unterschiedliche Funktionsstörungen zur Ursache hat und damit keine normale Stimmgebung ermöglicht:

  1. Hyperfunktionelle Form: Zusammenpressen der Stimmlippen,
  2. Hypofunktionelle Form: Fehlende Zusammenführung der Stimmlippen.

Therapie[Bearbeiten]

Therapeutisch wird eine organische Aphonie durch Beseitigung der Veränderung im Rahmen der Phonochirurgie mit meist ergänzender Stimmtherapie behandelt, während bei der dissoziativen Dysphonie parallel zur Stimmtherapie ein psychotherapeutisches Verfahren zur Aufarbeitung der zugrundeliegenden Störung erforderlich ist.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jürgen Wendler, Wolfgang Seidner, Ulrich Eysholdt: Lehrbuch der Phoniatrie und Pädaudiologie. 4. Auflage. Thieme-Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3131022949, DNB 970785593.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Aphonie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen