Aphonopelma

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Aphonopelma
Aphonopelma chalcodes

Aphonopelma chalcodes

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Theraphosinae
Gattung: Aphonopelma
Wissenschaftlicher Name
Aphonopelma
Pocock, 1901

Aphonopelma ist eine Gattung der Vogelspinnen, die 1901 vom britischen Arachnologen Reginald Innes Pocock aufgestellt wurde. Mit 87 Arten (Stand: September 2014)[1] ist sie eine sehr artenreiche Gattung innerhalb der Unterfamilie der Theraphosinae. Die Verbreitung ist auf den amerikanischen Kontinent beschränkt. Die meisten Spezies kommen in den USA vor; es gibt aber auch einige Arten in Mittelamerika und wenige in Südamerika.

Merkmale[Bearbeiten]

Zu dieser Gattung gehören die größten Spinnen der USA. Die nordamerikanischen Aphonopelma helluo, Aphonopelma crinitum und Aphonopelma chamberlini erreichen Körperlängen bis 7,0 Zentimeter. Die kleinsten Vertreter dieser Gattung sind Aphonopelma marxi und Aphonopelma radinum. Die Männchen dieser Arten werden nur 19 bis 20 Millimeter lang.[2] Die meisten Arten erreichen durchschnittlich eine Körperlänge von fünf Zentimeter und gehören deshalb zu den mittelgroßen Vogelspinnenarten.[3]

Die Gattung ist im Aussehen und im Verhalten sehr heterogen. Die Einordnung der südamerikanischen Arten wird deshalb von einigen Arachnologen in Zweifel gezogen. Eine Gemeinsamkeit unter den Aphonopelmaarten ist, dass die Skopula (dichte Haarbüschel) bei den Tarsen des vierten Laufbeins nicht durch ein Borstenband getrennt sind. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass sie alle den gleichen Reizhaartyp haben.[2]

Die meisten Aphonoplema-Arten weisen eine braune Grundfärbung auf und lassen sich äußerlich nur schwer unterscheiden. Vor allem die nordamerikanischen Arten gleichen sich sehr. Die südlichen Arten weisen manchmal eine sehr ausgeprägte und charakteristische Zeichnung auf wie zum Beispiel die Gestreifte Guatemala-Vogelspinne (Aphonopelma seemanni) mit einer blauen Grundfärbung und weißen Streifen oder Aphonopelma bicoloratum mit intensiv orange gefärbten Beinen von Patella bis Metatarsus, sowie Carapax und Beißklauen.[3]

Verhalten[Bearbeiten]

Die Arten dieser Gattung gehören zu den erdbewohnenden Vogelspinnen. Sie graben Löcher und Wohnröhren ins Erdreich; meistens an einer vor Überschwemmung geschützten Hanglage. Manchmal behausen sie auch verlassene Nagetierlöcher. Sie tapezieren die Wohnröhren mit Spinnseide aus und leben dort während der Häutungsphasen, der Brutzeit und der kalten Monate. Diese Zeit kann bis zu fünf Monate im Jahr betragen. In der übrigen Zeit verstecken sie sich unter Steinen, Wurzeln, Rindenstücken oder Falllaub. Ausgewachsene Weibchen vieler Arten verlassen die Wohnröhre häufig nicht mehr und ernähren sich von den Beutetieren, die in der Nähe ihrer Wohnröhre vorbeiziehen.[2][3]

Einige Arten gelten als Kulturfolger, die von Menschen angelegte Wiesen (wie zum Beispiel Fußballfelder) bewohnen. Unter günstigen Bedingungen kann es zu einer kolonieartigen Häufung der Tiere kommen. Ansonsten sind sie weit gestreut. Die meisten Aphonopelma-Arten haben einen ruhigen Charakter und setzen ihre Reizhaare selten zur Verteidigung ein.[3]

Lebensraum[Bearbeiten]

Ungefähres Verbreitungsgebiet

Die meisten Arten kommen aus geringen Höhenlagen nicht höher als 700 Meter über NN. Wenige dagegen kommen aus Höhenlagen bis 1000 Meter über NN vor. Einige Aphonopelma-Arten (zum Beispiel Aphonopelma bicoloratum) spezialisierten sich auf Landschaften mit vulkanischem Gestein wie zum Beispiel die Vulkangegend im Staat Veracruz in Mexico (500 M.ü.NN). Einige bevorzugen gut bearbeitbare Lössböden.[3]

Haltung im Terrarium[Bearbeiten]

Einige Arten werden in Terrarien gepflegt. Hier ist vor allem die Gestreifte Guatemala-Vogelspinne zu erwähnen, die als eine der ersten von Liebhabern gehaltenen Vogelspinnen ihren Weg in den Fachhandel fand.

Arten[Bearbeiten]

87 Arten werden laut „World Spider Catalog“ der Gattung Aphonopelma zugerechnet (Stand: September 2014).[1]

Auswahl:

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaas, P. (2003): Vogelspinnen: Herkunft, Pflege, Arten. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart. ISBN 3-8001-3696-1
  • Schmidt, Dr. Günther (1993): Vogelspinnen, Lebensweise - Bestimmungsschlüssel - Haltung - Zucht : 77-82.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Naturhistorisches Museum der Burgergemeinde Bern: World Spider Catalog Version 15.5 – Aphonopelma. Abgerufen am 5. September 2014
  2. a b c Günther Schmidt: Die Vogelspinnen, Westarp Wissenschaften-Verlagsgesellschaften mbH, Hohenwarsleben 2003, ISBN 3-89432-899-1, S. 122-150
  3. a b c d e Peter Klaas: Vogelspinnen / Herkunft, Pflege, Arten, Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2003, 2007, ISBN 978-3-8001-4660-4, S.61-63