Aphthovirus

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Aphthovirus
Systematik
Reich: Viren
Ordnung: Picornavirales
Familie: Picornaviridae
Gattung: Aphthovirus
Taxonomische Merkmale
Genom: (+)ssRNA linear
Baltimore: Gruppe 4
Symmetrie: ikosaedrisch
Hülle: keine
Wissenschaftlicher Name
Aphthovirus (engl.)
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Die Gattung Aphthovirus umfasst derzeit drei Spezies von unbehüllten Viren aus der Familie Picornaviridae. Den Namen erhielten die Aphthoviren von der Erkrankung, die das Maul-und-Klauenseuche-Virus (FMDV) als wichtigster Vertreter der Gattung hervorruft (griech. αφθαι (aphthai) für kleine Bläschen der Mundschleimhaut).

Morphologie[Bearbeiten]

Die Virionen der Aphthoviren sind etwa 27 bis 30 nm im Durchmesser groß und aus 60 Kapsomeren (T=1) zusammengesetzt. Charakteristisch ist die im Vergleich zu anderen Picornaviren sehr glatte Oberflächenstruktur und die Dünnwandigkeit des Kapsids, dessen Dicke im Durchschnitt nur etwa 3 nm beträgt. An den Kapsidecken mit fünfstrahliger Symmetrie findet man Poren. Eine aus 17 bis 23 Aminosäuren bestehende, flexible Proteinschleife (G-H-Loop) des Kapsidproteins 1D, ragt aus der Oberfläche hervor. An ihrer Spitze befindet sich das konservierte Erkennungsmotiv RGD zur Bindung an Integrine auf der Zelloberfläche und Aufnahme der Virionen in die Zelle.

Die Virionen des FMDV sind unterhalb eines pH-Wertes von 6,8 instabil, jene des ERAV erst unterhalb von 5,5. Einige Serotypen des FMDV produzieren leere, RNA-freie und damit nicht-infektiöse Kapside im Überschuss.

Genom[Bearbeiten]

IRES-Struktur bei Aphthoviren

Das Genom der Aphthoviren ist zwischen 7,5 und 8,7 kb lang. Die Translation zu einem einzigen Polyprotein, das dann mittels viraler Proteasen in die einzelnen viralen Proteine gespalten wird, kann anzwei alternativen Startpunkten innerhalb des gleichen Leserasters beginnen. So entstehen zwei unterschiedlich lange Formen des L-Proteins (Lab und Lb), die eine proteolytische Aktivität als Cysteinproteasen besitzen. Die L-Proteine sind auch in der Lage, den zellulären Initiationsfaktors eIF-4G zu spalten, wodurch die gesamte zelluläre, Cap-abhängige Translation verhindert wird. Da die Aphthoviren wie alle Picornaviren zur Translationsinitiation eine IRES am 5'-Ende des Genoms besitzen, bleibt die virale Proteinsynthese hiervon unberührt.

Systematik[Bearbeiten]

  • Genus Aphthovirus

Literatur[Bearbeiten]

  • G. Stanway, F. Brown et al.: Genus Aphthovirus. In: C. M. Fauquet, M. A. Mayo et al.: Eighth Report of the International Committee on Taxonomy of Viruses. London, San Diego 2005, S. 768ff ISBN 0-12-249951-4

Weblinks[Bearbeiten]