Apiru

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Apiru in Hieroglyphen
a
p
G43 r
Z1

Aper
ˁpr
1) Winzer/Traubenkelterer
2) Hebräer?[1]

Die Apiru (ugaritisch ˁapiru; babylonisch Ḫabiru, Chabiru; altägyptisch Aper(u)) sind eine aus verschiedenen altorientalischenen Quellen bekannte Menschengruppe im Gebiet der Levante um 1200 v. Chr.

Etymologie[Bearbeiten]

Die Etymologie ist nicht sicher geklärt. Das als Grundlage dienende akkadische Verb ḫpr bezeichnete Personen, die zu einem Apiru werden und meinte damit flüchtige Schuldner oder Sklaven. Aus dieser Form entwickelte sich die babylonische Form Ḫabiru. Die möglichen Bedeutungen überqueren, plündern, staubig sind ohne Beleg und stellen daher Vermutungen dar.[2]

Ähnliche babylonische Bezeichnungen šaggāšum, SA.GAZ, ḫabbâtum stehen möglicherweise mit dem amurritischen Apiru in Verbindung, das sich wohl auf Räuber, Wegelagerer sowie Heimatlose bezieht und vielleicht im weiteren Sinn Gesetzlose oder Rechtlose meint.[2]

Für Altägypten liegen verschiedene Namensbedeutungen vor. Der Begriff ˁpr(w) konnte für Schiffsmannschaft, Kompanie, Winzer und Traubenkelterer angewendet werden; in der Erweiterung ˁpr(w)-sẖ3w auch für die Arbeitermannschaft der Pylen, die möglicherweise 200 Mann umfasste.[1]

Bedeutung[Bearbeiten]

Die Apiru werden oft mit den Hebräern des Alten Testamentes in Verbindung gebracht und sind möglicherweise eine von mehreren sozialen[3] oder ethnischen Gruppierungen, aus denen sich während der sogenannten Landnahmezeit das Volk Israel herausbildete.

Die Apiru sind jedoch dezidiert in sozialen Kategorien zu verstehen. So erscheinen sie gerade in den Amarna-Briefen als Banden, die die Gesellschaft der damaligen Stadtstaaten durch Überfälle und Schutzgelderpressungen verunsicherten oder sich als Söldner wechselnder Stadtstaaten verdingten. Sie setzten sich aus von der Gesellschaft auf Grund von Verschuldung, Verbrechen oder familiärer Probleme verstoßener Männer zusammen. Durch ihren Beitrag zur allgemeinen Verunsicherung im Gebiet der Levante um 1200 v. Chr. waren sie ein wichtiger Faktor für die folgende bis zum 1. Jahrtausend andauernden Deurbanisierung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gary Arthur Thomson: Habiru: The Rise of Earliest Israel. iUniverse, 2011, ISBN 1462039960
  • Rainer Hannig: Großes Handwörterbuch Ägyptisch-Deutsch: (2800-950 v. Chr.). von Zabern, Mainz 2006, ISBN 3-8053-1771-9, S. 150.
  • Rainer Kessler: Sozialgeschichte des alten Israel. Eine Einführung, Darmstadt 2006.
  • Oswald Loretz: Habiru-Hebräer: Eine sozio-linguistische Studie über die Herkunft des Gentiliziums cibrí vom Appellativum habiru. Walter de Gruyter, Berlin 1984, ISBN 3110097303
  • Helmut Engel: Die Vorfahren Israels in Ägypten: forschungsgeschichtlicher Überblick über die Darstellungen seit Richard Lepsius (1849). Josef Knecht, 1979, ISBN 378200437X

Weblink[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b Es liegt keine gesicherte Übersetzung für Hebräer vor; gemäß Rainer Hannig: Großes Handwörterbuch Ägyptisch-Deutsch. S. 110.
  2. a b Klaas R. Veenhof: Geschichte des Alten Orients bis zur Zeit Alexanders des Großen. S. 170–171.
  3. Israel Finkelstein, Neil Asher Silberman: Keine Posaunen vor Jericho, S.118