Apolori

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Apolori
Apolori im Zoo London

Apolori im Zoo London

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Loris (Loriinae)
Gattung: Keilschwanzloris (Trichoglossus)
Art: Apolori
Wissenschaftlicher Name
Trichoglossus johnstoniae
Hartert, 1903

Der Apolori (Trichoglossus johnstoniae), auch Mindanaolori genannt, ist eine Papageienart aus der Gattung der Keilschwanzloris (Trichoglossus). Er ist auf der Philippinen-Insel Mindanao endemisch. Das Artepitheton ehrt die britische Vogelzüchterin Marianne Johnstone, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstmals die Zucht des Apoloris in England ermöglichte. 1903 wurde die Art am Berg Apo von Walter Goodfellow entdeckt.

Merkmale[Bearbeiten]

Es gibt zwei Unterarten, die sich jedoch nur wenig voneinander unterscheiden: Die Nominatform Trichoglossus johnstoniae johnstoniae erreicht eine Größe von 20 Zentimetern, ein Gewicht von 48 bis 62 Gramm und eine Flügellänge von 110 bis 115 mm. Das Gefieder ist allgemein grün. Stirn und Wangen sind rosenrot. Ein dunkelviolettes Band erstreckt sich von den Zügeln bis zum Hinterkopf. Die Unterseite ist gelb mit einer grünlichen Wellenzeichnung. Die Unterflügeldecken und die Unterschwanzdecken sind grünlichgelb. An den Unterflügeln ist ein gelbliches Band zu erkennen. Der Schnabel ist orangerot. Um die rote Iris verläuft ein dunkelgrauer Augenring. Die Beine sind grünlichgrau. Die Geschlechter sehen gleich aus. Bei den juvenilen Vögeln ist das Gesicht weniger rosenrot. Der Augenstreif der Altvögel wird bei den Jungvögeln durch einen stumpf malvenbraunen Flecken hinter den Augen ersetzt. Um die braune Iris verläuft ein grauweißer Augenring. Der Schnabel ist schwarzbraun. Bei der Unterart Trichoglossus johnstoniae pistra ist die Rotfärbung im Gesicht stumpfer. Der violette Augenstreif, der von den Zügeln bis zum Hinterkopf verläuft, ist breiter. Die Oberseite ist dunkler grün und die Gelbfärbung an der Unterseite ist heller und kräftiger.

Verbreitung[Bearbeiten]

Trichoglossus johnstoniae johnstoniae kommt im Mount Apo Natural Park, am Kitanglad, am Matutum und am Piapayungan in Zentral-Mindanao vor, die Unterart Trichoglossus johnstoniae pistra am Mount Malindang in West-Mindanao.

Lebensraum[Bearbeiten]

Der Apolori bewohnt montane Wälder in Höhenlagen von 1000 bis 2500 m.

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Gefiederfärbung bietet eine gute Tarnung, daher ist die Art nur schwer zu beobachten, wenn sie sich im Laub der Bäume aufhält. Der Apolori geht einzeln, paarweise oder in kleinen Schwärmen von bis zu 30 Individuen auf Nahrungssuche. Die Apoloris fliegen schnell oberhalb der Wipfel oder im Blätterdach. Die Vögel eines Schwarmes fliegen in einer engen Formation, wobei die schwirrenden Flügelschläge zu hören sind. Bei Sonnenuntergang kommen die Loris in niedrigere Höhenlagen herab, um ihre Ruheplätze aufzusuchen. Bei Sonnenaufgang ziehen sie wieder in höhere Waldregionen. Die Nahrung besteht aus Nektar, Blüten, Früchten, Pollen und Insekten. Über das Fortpflanzungsverhalten des Apoloris in der Natur ist nur wenig bekannt. Vögel mit vergrößerten Gonaden wurden zwischen Februar und April beobachtet. Nester und Eier wurden bisher nicht entdeckt.

Status[Bearbeiten]

Der Apolori steht auf der Vorwarnliste der IUCN. Er ist nur örtlich häufig, Bestandszahlen liegen jedoch nicht vor. Die Hauptgefährdungen gehen vom Fang für den Ziervogelhandel und vom Lebensraumverlust aus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Arndt: Lexicon of Parrots. Arndt Verlag, 2001
  • Joseph M. Forshaw: Parrots of the World: An Identification Guide. Princeton University Press, Princeton, New Jersey, and Woodstock, United Kingdom 2006. ISBN 978-0-691-09251-5
  • Del Hoyo, J., Elliot, A. & Sargatal, J. (Hrsg.) (1997). Handbook of the Birds of the World. Volume 4: Sandgrouse to Cuckoos. Lynx Edicions. ISBN 8487334229

Weblinks[Bearbeiten]