App Inventor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
App Inventor Block Editor

App Inventor ist eine Anwendung von Google Inc., die es erlaubt, Software-Anwendungen für das Betriebssystem Android zu programmieren. Der App Inventor verwendet eine grafische Schnittstelle, die den Benutzeroberflächen Scratch und StarLogo TNG sehr ähnlich ist und es Anwendern per Drag and Drop ermöglicht, grafische Blöcke (grafische Programmiersprache) zu einer Anwendung für Mobiltelefone mit dem Android-System zu erstellen.[1] Der App Inventor wurde erstmals am 12. Juli 2010 als closed Beta für registrierte Benutzer zur Verfügung gestellt. Seit dem 15. Dezember 2010 ist die Anwendung öffentlich zugänglich. Die Anwendung soll den Einstieg in die Programmierung von Applikationen für Mobiltelefone erleichtern.[2] Durch einen leichteren Zugang zur Programmierung eigener Applikationen soll die Bindung vor allem junger Menschen an Mobiltelefone mit dem Android-Betriebssystem erhöht werden.[3] Seit dem 31. Dezember 2011 wurde der Support für App Inventor im Rahmen der Auflösung der Google Labs von Google beendet. Nachdem das MIT App Inventor zunächst als geschlossene Beta für ausgewählte Nutzer betrieben hat, ist die Anwendung seit dem 4. März 2012 wieder für die Öffentlichkeit verfügbar. [4]
Der App Inventor wird als Teil der Roberta-Initiative dazu genutzt, Kinder und insbesondere Mädchen für die so genannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern und sie darin zu fördern.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei der Erstellung des App Inventors nutzte Google geleistete Forschungsarbeiten im Bereich der Bildungsinformatik und innerhalb der Google Online-Entwicklungsumgebungen.[5]

Der Block-Editor verwendet die Open-Blocks Java-Bibliothek zur Erstellung von grafisch-basierten Programmiersprachen. Open Blocks wird durch das Massachusetts Institute of Technology's Scheller Teacher Education Program (STEP) bereitgestellt und leitet sich aus der Masterarbeit von Ricarose Roque ab. Eric Klopfer und Daniel Wendel vom Scheller-Programm unterstützt die Verbreitung von Open-Blocks unter der MIT License.[6] Die visuelle Programmierung von Open Blocks ist eng mit StarLogo TNG verbunden, einem Projekt von Klopfers STEP und Scratch und dem MIT Media Laboratory's Lifelong Kindergarten Group. Diese Projekte selbst sind vom konstruktivistischen Lernansatz geprägt, welche die kreative Entfaltung von Schülern wie Lehrern im Rahmen des Unterrichts befördern soll. Als solche sind sie Teil einer laufenden Weiterentwicklung des Wissensstands der Bildungsinformatik, die mit der Arbeit von Seymour Papert und der MIT Logo Gruppe in den 1960er Jahren begann und durch die Arbeiten von Mitchel Resnick an Lego Mindstorms und StarLogo weiter fortgeführt wurde. [6][5]

Der Compiler übersetzt die grafischen Blöcke für die Implementierung auf Android. Genutzt wird die Entwicklungsumgebung Kawa und eine Kawa spezifische Abwandlung der Programmiersprache Scheme. Diese wurde von Per Bothner entwickelt und unter der GNU General Public License verbreitet.

Der App Inventor ist nur mit einem Google-Konto nutzbar.[7]

Aufbau[Bearbeiten]

Der App Inventor teilt sich in zwei Ebenen auf; der Design Editor und der Blocks Editor.

Design Editor[Bearbeiten]

Mit dem Design Editor wird das Layout der App gestaltet. Hierfür steht eine Auswahl verschiedener Kategorien zur Verfügung. Es können einfache Eingabefelder ebenso wie vorkonfigurierte Social Media Komponenten ausgewählt werden.

Blocks Editor[Bearbeiten]

Im Blocks Editor wird die Programmierung der im Design Editor selektieren Komponenten vorgenommen. Die einzelnen Komponenten werden dabei zueinander in Beziehung gesetzt und durch Parameter und Kontrollstrukturen einer logischen Ordnung zugeführt. Jede Komponente besitzt eine Auswahl verschiedener Blöcke. Zusätzlich zu den jeweiligen Funktionen der Blöcke stehen Kontrollstrukturen, wie while- und for-Schleifen, sowie logische und mathematische Funktionen als Programmblöcke zur Auswahl.
Der Blocks Editor stellt auch einen Emulator zu Verfügung, unter dem die in Entwicklung befindliche Anwendung auch ohne ein real vorhandenes Android-Gerät getestet werden kann.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thorsten Leimbach: Manual zum erstellen eigener Applikation mit Google App Inventor". 1. März 2011. 
  2. Steve Lohr: Google's Do-It-Yourself App Tool". In: The New York Times, 12. Juli 2010. 
  3. Christopher Dawson: Google App Inventor: Slick tool for schools". In: ZDNet, 12. Juli 2010. 
  4. App Inventor. 
  5. a b Larry Hardesty: The MIT roots of Google's new software, MIT News Office. 19. August 2010. 
  6. a b On the Shoulders of Giants!. Google. Abgerufen am 10. August 2010.
  7. Tobias Hager: MIT App Inventor. In: PC-Welt am 12. Januar 2013