Apple A7

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tatsächliches Aussehen des Apple-A7-Chip im iPhone 5s

Der aus Fotomontagen bekannte A7-Schriftzug wird nicht auf die Chips aufgedruckt.
Fotomontage eines Apple-A7-Chip im iPhone 5s
Fotomontage eines Apple-A7-Chip im iPad Air

Der Apple A7 ist ein von dem US-amerikanischen Unternehmen Apple Inc. entwickelter und vom südkoreanischen Unternehmen Samsung Electronics gefertigter System-on-a-Chip (SoC).[1] Er kombiniert eine 64-Bit-ARM-CPU mit einem Grafikprozessor und Hauptspeicher und übernimmt zudem die Funktionen eines herkömmlichen PC-Chipsatzes. Er gehört zu den S5L SoCs.

Geschichte[Bearbeiten]

Der A7 ist der erste Chip von Apple, der auf einer 64-Bit-ARM-Architektur basiert.[2] Er wurde am 10. September 2013 als Teil des iPhone 5s vorgestellt[3] und wird in diesem Gerät vom Sensor-Koprozessor Apple M7 unterstützt. Der Hersteller verbaut den A7-Chip außerdem in seinen Geräten iPad Air und in der 2. Generation des iPad mini. Der A7 ist der Nachfolger des Apple A6.

Laut dem Halbleiterhersteller TSMC hat die Einführung des A7 zu einer beschleunigten Umstellung bei ARM-Prozessoren auf 64 Bit und in der Folge einem schnellen Wechsel auf kleinere Strukturbreiten von 28 und 20 Nanometer geführt. [4]

Technik[Bearbeiten]

Die im iPhone 5s und iPad mini verwendeten A7-SoC haben die Chipbezeichnungen S5L8960X. Sie enthalten jeweils zwei mit 1,3 GHz getaktete RISC-Prozessorkerne, die den 64-bit ARMv8-Befehlssatz unterstützen und zum 32-bit-ARMv7 und ARMv6-Befehlssatz abwärtskompatibel sind. Die Mikroarchitektur unter der Bezeichnung Cyclone stellt eine Eigenentwicklung von Apple dar.[5] Der A7 adressiert in beiden Geräten über einen 64-bit breiten Adressbus jeweils 1024 MB SDRAM-Speicher (LPDDR3), der mit 1333 MHz getaktet ist. Neben dem Arbeitsspeicher und dem Prozessor befindet sich auf dem A7 ein GPU-Cluster des Typs Imagination PowerVR G6430 mit 4 Kernen[6], der Videos in HD-Auflösung codieren und decodieren kann und OpenGL ES 3.0 unterstützt. Darüber hinaus sind ein Speichercontroller für SATA-Peripherie und NAND-Flash-Speicher sowie ein eigenes Audiosubsystem integriert. Der A7 wird im 28-nm-High-K/Metal-Gate-Prozess von Samsung Electronics gefertigt.[7]

Die im iPad Air verwendete Variante (Chipbezeichnung S5L8965X) arbeitet in einem metallischen Gehäuse mit einer Taktrate von 1,4 GHz[8] und besitzt keinen eigenen RAM.

Mikroarchitektur[Bearbeiten]

Blockschaltbild von Apples 64-bit-Mikroarchitektur Cyclone

Die Prozessorkerne des Apple A7 wurden seitens Apple nicht direkt von ARM lizenziert, sondern mittels einer sogenannten ARM-Architekturlizenz, die u.a. auch der Chiphersteller Qualcomm für seine Snapdragon-SoCs nutzt, selbst unter der Bezeichnung Cyclone [9] entwickelt. Da Apple selbst kaum technische Informationen über Cyclone herausgibt, gibt es nur begrenzt gesicherte Informationen über die Mikroarchitektur.

Mittels einiger von Apple veröffentlichter Informationen, eines iPhone 5S und selbst entwickelter Apps hat der Elektronik-Redakteur Frank Riemenschneider versucht, Rückschlüsse auf die Mikroarchitektur von Cyclone zu ziehen.[10] Das präsentierte Blockschaltbild von Cyclone ist das bislang einzig veröffentlichte seiner Art.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Inside the iPhone 5s, Chipworks am 20. September 2013
  2. Apple iPhone 5S Tech Specs, abgerufen am 11. September 2013.
  3. Anand Lal Shimpi: Apple Announces A7, World's First 64-bit Smartphone SoC. Meldung bei Anandtech.com vom 10. September 2013.
  4. TSMC: Apple A7 sorgt für schnellere Aktualisierung von ARM-Prozessoren, MacTechNews am 18. April 2014
  5. Frank Riemenschneider: Neuer iPhone5S-Prozessor kommt mit zwei Cyclone-Cores. Meldung bei Elektroniknet.de vom 18. September 2013.
  6. Anand Lal Shimpi: The iPhone 5s Review: GPU Architecture. 17. September 2013. Abgerufen am 18. September 2013.
  7. Frank Riemenschneider: Das sind die Chips im neuen iPhone5S. Meldung bei Elektroniknet.de vom 20. September 2013.
  8. Anand Lal Shimpi: The iPad Air Review. In: anandtech.com. 30. Oktober 2013, abgerufen am 30. Oktober 2013 (englisch).
  9. Frank Riemenschneider: Nvidia stellt Tegra-4-Mobilprozessor vor http://www.elektroniknet.de/kommunikation/mobilfunk/artikel/93965/
  10. Frank Riemenschneider: Apples “Cyclone”-CPU-Architektur enthüllt. Meldung bei Elektroniknet.de vom 31. März 2014.

Weblinks[Bearbeiten]