Apple Martini

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Apple Martini (Appletini) im typischen Martiniglas, das für viele Frucht-„Martinis“ namensgebend wurde.

Der Apple Martini, auch bekannt als Appletini, ist ein Cocktail mit Apfelgeschmack. Er wurde in den 1990er Jahren populär, als neben dem Cosmopolitan zahlreiche fruchtige Shortdrinks in Mode kamen, von denen viele das Wort „Martini“ im Namen trugen. Wie ihr Vorbild, der klassische Martini Cocktail werden sie zwar in einer Martinischale (auch „Cocktailspitz“, engl. Y-shaped glass) serviert, haben aber geschmacklich und bezüglich der Zutaten kaum Gemeinsamkeiten mit einem echten Martini; der Autor Jason Wilson nennt sie daher „faux tini drinks“ (deutsch etwa „Falsch-tinis“).[1] Die alkoholische Basis dieser Frucht-„Martinis“ ist meist Wodka, der mit Likören, Fruchtsaft und Sirup aromatisiert wird.

Rezepte und Varianten[Bearbeiten]

Zeitweise gehörte der Apple Martini zu den „offiziellen Cocktails“ der International Bartenders Association, kurz IBA. Das IBA-Rezept wurde aus 4 cl Wodka und jeweils 1,5 cl Apfellikör und Triple Sec (Cointreau) zubereitet, auf Eis geschüttelt, ohne Eis in einem Martinikelch serviert und mit einer Apfelscheibe garniert.[2] Ende 2011 wurden die offiziellen IBA-Cocktails überarbeitet und der Apple Martini von der Liste gestrichen.[3]

Neben der früheren IBA-Rezeptur kursieren unzählige weitere Rezepturen und Varianten. Die meisten basieren auf Wodka als alkoholischer Basis, selten wird Gin verwendet.[4] Für den Apfelgeschmack sorgen meist Liköre mit Apfelgeschmack (engl. Apple schnapps liqueur) wie Sour Apple Pucker (De Kuyper) oder Berentzen Saurer Apfel, in der einfachsten Kombination werden sie nur mit Wodka gemischt. Alternativ oder zusätzlich kann frisch gepresster Apfelsaft,[5] Apfelbrand (engl. Applejack oder apple brandy) oder Calvados verwendet werden. Varianten, die mit Zimt und Vanille aromatisiert sind, werden auch Apple Pie Martini genannt, da sie geschmacklich an Apfelstrudel erinnern. Ein verwandter, klassischer Cocktail mit Apfelgeschmack ist der Applejack Rabbit (auch Jack Rabbit) aus Apple Brandy, Zitronen- und Orangensaft und Ahornsirup aus den 1920er Jahren.[6]

Kulturelle Bezüge[Bearbeiten]

Der Apple Martini (Appletini) ist das Lieblingsgetränk des Protagonisten John „J.D.“ Dorian in der TV-Serie Scrubs – Die Anfänger, der ihn ironischerweise für einen „Straight-Guy Drink“ (dt.: „Getränk für echte Männer“) hält und ihn „easy on the tini“ („mit wenig (Mar)tini “) bestellt. Auch Alan Harper und Walden Schmidt aus Two and a Half Men, sowie Ted Mosby aus How I Met Your Mother trinken ihn gelegentlich.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Liza Schafhauser: The Martini: A Collection. Cat Sass Media Design, 2005, ISBN 0968987214.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Appletini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Appletini – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jason Wilson: Boozehound. On the Trail of the Rare, the Obscure, and the Overrated in Spirits. Ten Speed Press (Crown Publishing Group, Random House), New York 2010, ISBN 978-1-58008-288-4, S. 91.
  2. Apple Martini bei der International Bartenders Association Version vom 24. November 2010 aus dem Internet Archive, abgerufen am 15. August 2012.
  3. IBA Official Cocktails Liste der „offiziellen Cocktails“ der International Bartenders Association (IBA), abgerufen am 15. August 2012.
  4. So im Appletini II aus: Ray Foley: The Ultimate Little Martini Book. Sourcebooks, Naperville (Illinois) 2010, ISBN 1402206348, S. 27. Foley verwendet 3 Teile Gin, 1 Teil Melonenlikör, etwas Ananassaft sowie sweet and sour mix (Zucker-Zitronensaftmischung), mit Apfelscheiben wird lediglich garniert.
  5. So im Apple Martini #1 (2 1/2 Teile Wodka, 2 Teile Apfelsaft, 1/4 Teile Zuckersirup 2:1) bei Simon Difford: Diffordsguide Cocktails #7. Sauce Guides, London 2007, ISBN 978-0-9556276-0-6, S. 43.
  6. Jim Meehan: The PDT Cocktail Book. Sterling Epicure, New York 2011, ISBN 978-1-4027-7923-7, S. 52.