Apple iPhone (Erste Generation)

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iPhone
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iPhone
Entwickler Apple
Hersteller Foxconn[1]
Veröffentlichung 9. November 2007 (in der Bundesrepublik Deutschland)
Technische Daten
Anzeige 89 mm (3,5),
480 × 320 Pixel (163 ppi),
berührungsempfindlich
Digitalkamera 2 MP
Betriebssystem iOS 3.1.3
System-on-a-Chip Samsung S5L8900
Prozessor ARM 1176 412MHz
RAM 128 MB eDRAM
Grafikprozessor PowerVR MBX Lite
Interner Speicher 4, 8 oder 16 GB NAND
Sensoren

Beschleunigungssensor, Annäherungssensor, Umgebungslichtsensor

Konnektivität
Mobilfunknetze

GSM, GPRS, EDGE

Weitere Funkverbindungen

WLAN, Bluetooth

Akkumulator
Typ Lithium-Polymer-Akkumulator
Abmessungen und Gewicht
Maße (H×B×T) 115 mm × 61 mm × 11,6 mm
Gewicht 135[2] g

Das iPhone (inoffiziell auch iPhone 2G oder iPhone EDGE) ist das erste Smartphone der iPhone-Reihe von Apple. Es wurde am 9. Januar 2007 von Steve Jobs, Apples damaligen CEO, vorgestellt.[3]

Auf dem iPhone kommt Apples Betriebssystem iOS zum Einsatz. Bei der Einführung wurde Version 1.0.0 mitgeliefert, die höchste von Apple angebotene Version ist 3.1.3. Theoretisch unterstützt die Hardware des iPhones auch iOS bis zur Version 4.2.1, es wird jedoch seitens Apple nicht mehr unterstützt. Das iPhone wird hauptsächlich durch Fingerberührungen am Multi-Touch-Bildschirm bedient.

Nachfolgermodell ist das iPhone 3G.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Wartende iPhone-Käufer am 29. Juni 2007 vor einem AT&T-Store in New York City
Der „Großvater“ des iPhone: das Newton MessagePad

Steve Jobs stellte das iPhone am 9. Januar 2007 auf der Macworld Conference & Expo in San Francisco vor. Anfang Juni 2007 kündigte ein Fernseh-Werbespot den Verkaufsbeginn in den Vereinigten Staaten für den 29. Juni an. Das Gerät wurde am ersten Tag in rund 200 Apple Stores und etwa 1800 Verkaufsstellen des Netzbetreibers AT&T Wireless (ehemals Cingular Wireless) angeboten. iPhones mit 4 GB Speicher kosteten 499 $, die 8-GB-Versionen 599 $. Laut dem Apple-Bericht für das dritte Quartal des Wirtschaftsjahres wurden innerhalb der ersten zwei Verkaufstage rund 270.000 iPhones verkauft. Am 5. September verkündete Steve Jobs eine Preissenkung: Die 8-GB-Version sollte ab sofort nur 399 $ kosten, die 4-GB-Version wurde nicht mehr angeboten. Verärgerten Erstkunden bot Apple einen Gutschein über 100 $ an. Wer das 8-GB-Gerät innerhalb der zehn Tage vor Ankündigung der Preissenkung gekauft hatte, sollte die volle Differenz von 200 $ erstattet bekommen. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2007 (bis 29. September 2007) wurden nach Angaben von Apple etwa 1,1 Millionen iPhones verkauft.

In Europa war das Gerät ab dem 9. November 2007 erhältlich. In Deutschland wurde es zunächst nur über T-Mobile zum Preis von 399 Euro vertrieben, gekoppelt mit einem Zweijahresvertrag und einer Sperre, die eine Nutzung während der Mindestvertragslaufzeit ausschließlich im T-Mobile-Netz erlaubte. Im Gegenzug beteiligte T-Mobile das Unternehmen Apple an den monatlichen Umsätzen.[5] Nach Ablauf des Vertrags konnte diese Sperre kostenlos entfernt werden, sodass eine Aktivierung des Gerätes über iTunes auch mit SIM-Karten anderer Anbieter offiziell möglich wurde.[6]

Ab dem 9. November war das iPhone auch in Großbritannien erhältlich. Der Kauf war für 269 £ (rund 387 Euro) nur mit einer Vertragsbindung an O2 möglich.

In Frankreich wurde das Gerät erst ab dem 28. November verkauft. Hier bekam die France-Télécom-Tochter Orange den Alleinvertrieb, musste das iPhone aber aufgrund eines französischen Gleichheitsgesetzes auch ohne SIM-Lock oder mit einer Option auf Freischaltung anbieten. Die Gerätepreise lagen hier zwischen 399 Euro (mit Vertragsbindung) und 749 Euro (inklusive 100 Euro Freischaltungsgebühr, ohne Vertrag).

Am 17. März 2009 wurde bei der Vorstellung von iPhone OS 3.0 darauf hingewiesen, dass es nun in 80 Ländern verfügbar war. 2008 verkaufte Apple 13,7 Millionen iPhones.

Technische Daten[Bearbeiten]

Hauptprozessor[Bearbeiten]

Das iPhone verwendet einen von Samsung hergestellten ARM1176 Prozessor, der mit 412MHz getaktet wird. Die Bezeichnung des Prozessors lautet S5L8900, es handelt sich um den gleichen Prozessor wie im iPhone 3G und dem iPod touch der ersten Generation. Der Prozessor unterstützt ARMv6, eine 32-Bit Architektur.

Bedienung[Bearbeiten]

Das iPhone ist mit einem kapazitiven Bildschirm (Touchscreen) unter einer Abdeckung aus optischem Glas ausgestattet, den Apple als Multi-Touch bezeichnet und der bis zu fünf Berührungsimpulse gleichzeitig verarbeiten kann. Die Bedienung ist sowohl mit Fingern als auch mit einem leitfähigen Eingabestift möglich. Das iPhone verfügt lediglich über fünf physische Bedienelemente: die Home-Taste auf der Vorderseite, seitlich zwei Tasten zur Lautstärkeeinstellung, einen Schalter zum Stummschalten und die Standby-Taste an der oberen Schmalseite. Zum Schreiben blendet es bei Bedarf eine Tastatur ein; zur Eingabe von Ziffern (beispielsweise dem Eingeben einer Telefonnummer) kann es einen Ziffernblock anzeigen. Das Display hat eine Auflösung von 320 x 480 Pixeln.

Sensoren[Bearbeiten]

Die erste iPhone-Generation hat drei Sensoren:

  • Durch einen Näherungssensor wird bei dem Gerät automatisch die Eingabefunktion sowie die Bildschirmbeleuchtung ausgeschaltet, wenn es ans Ohr gehalten wird.
  • Die Anzeige wechselt automatisch entsprechend der vertikalen oder horizontalen Haltung des Geräts. Dazu dient ein Drei-Achsen-Beschleunigungssensor.
  • Ein zuschaltbarer Helligkeitssensor passt die Bildschirmhelligkeit an die Lichtverhältnisse der Umgebung an, wodurch sich die Akkulaufzeit deutlich erhöht.

Mobilfunk und Vernetzung[Bearbeiten]

Die Telefonie erfolgt bei der ersten Version des iPhones ausschließlich über GSM; Daten können per EDGE empfangen werden.

Das Gerät ist ein Quadband-Telefon und unterstützt die Frequenzen 850, 900, 1800 und 1900 MHz. Des Weiteren kann es sich per WLAN (802.11b/g) oder Bluetooth verbinden. Da sich das iPhone nicht an den Bluetooth-Standard Advanced Audio Distribution Profile (A2DP) hielt, war eine Zusammenarbeit mit entsprechenden Bluetooth-Stereo-Geräten wie Kopfhörern und Autoradioschnittstellen anderer Hersteller nicht möglich. Dies änderte sich mit der Einführung von Software Version 3.0.1. Zahlreiche andere Bluetooth-Profile sind nicht vorhanden oder aktiviert. Das hat unter anderem auch zur Folge, dass sich keine Daten mit anderen Bluetoothgeräten austauschen lassen. Das iPhone der ersten Generation unterstützt auch keinen Breitbandzugang per UMTS oder HSDPA. Auch die im November 2007 eingeführte Europa-Version bot kein UMTS.

Ein GPS-Empfänger ist in diesem Modell nicht vorhanden. Eine Ortsbestimmung (und Anzeige in Google Maps) ist dennoch möglich, sie basiert auf Trilateration der jeweils vom iPhone empfangenen Mobilfunkzellen sowie der Auswertung von bekannten WLAN-Hotspots. In Städten ist die erreichbare Genauigkeit mitunter relativ hoch und kann unter 50 Meter liegen, eine Internetverbindung ist zur Positionsbestimmung wegen der Online-Standortabfragen der empfangenen Zellen zwingend notwendig.

Medienwiedergabe[Bearbeiten]

Größenvergleich zwischen einem iPod (4G), iPhone und iPod Nano (1G, von unten nach oben)

Der Prozessor des iPhones ermöglicht das Abspielen von hochauflösenden komprimierten Videos im H.264-Standard, die auf die 480 × 320 Pixel des Bildschirms heruntergerechnet werden. MMS für Audio und Video wird nicht unterstützt, was Apple Kritik einbrachte, da dieser Dienst bei anderen Handys fast durchweg Standard ist. Das Gerät besitzt sämtliche Funktionen des iPods mit Video-Abspielmöglichkeit und die aus iTunes bekannten Animationen der CD-Titelbilder (Cover Flow). Bei der Wiedergabe von Videos wechselt die Ansicht in die Horizontale, wodurch man einen Widescreen-Bildschirm erhält.

Sprechgarnitur[Bearbeiten]

Das vom Hersteller mitgelieferte Headset des iPhones ist mit weißen Stereokopfhörern ausgestattet und verfügt über ein Mikrofon. Es verfügt darüber hinaus über einen sogenannten „Klicker“ zur Steuerung des iPhones.

Digitalkamera[Bearbeiten]

Aluminium-Rückseite der ersten iPhone-Generation mit Digitalkamera die eine Auflösung von 2 Megapixel besitzt

Das Gerät verfügt über eine Zwei-Megapixel-Digitalkamera, deren Linsenöffnung ohne Abdeckung in der Rückwand des Mobiltelefons ausgespart ist und die keine Videosequenzen, sondern nur einzelne Bilder aufnehmen kann. Diese Beschränkung ist jedoch nur im Fehlen der entsprechenden Software begründet, auch ältere Modelle lassen sich nach einer von Apple nicht autorisierten Modifikation des Betriebssystems mit einer Videosoftware nachrüsten.

Datenspeicher[Bearbeiten]

Der Speicher ist ein 4 GB, 8 GB oder 16 GB großer NAND-Flash-Speicher. Ein Erweiterungssteckplatz für Speicherkarten ist nicht vorhanden. Die Größe des Arbeitsspeichers (RAM) beträgt 128 MB DRAM.

Energiespeicher[Bearbeiten]

Die Akkukapazität des Lithium-Polymer-Akkus genügt laut Hersteller für Telefongespräche von bis zu acht Stunden sowie sieben Stunden für Videofunktionen und sechs Stunden Surfen im Internet. Sie solle ferner ausreichen, um bis zu 24 Stunden Musik hören zu können. Die Akkukapazität im Standby-Modus betrage 250 Stunden. Nach ersten Tests beträgt die Sprechzeit über sieben Stunden, Musik kann man knapp über 22 Stunden lang hören, und bei Internetnutzung entlädt sich der Akku in etwas mehr als neun Stunden. Oftmals erreicht der Akku erst nach einigen Wochen Betrieb seine volle Leistungsfähigkeit, daher können die Laufzeiten bei Neugeräten kürzer sein.

Der eingebaute Akku kann vom Anwender nicht selbst ausgetauscht werden. Apple bietet in den USA den Wechsel für rund 86 $ (inklusive Versandkosten) innerhalb von drei Werktagen an. Das Unternehmen wurde von amerikanischen Verbraucherschützern kritisiert, dieses für Highend-Smartphones unübliche und teure Verfahren nicht öffentlich zu kommunizieren.

Anschlüsse[Bearbeiten]

Das iPhone verfügt über eine 30-polige Anschlussbuchse Dock-Connector, die physikalisch weitgehend identisch mit der der iPods ist. Der Anschluss enthält Leitungen für Stereoton, Composite-Video (FBAS), Komponenten-Video (NTSC und PAL, eine Neuerung gegenüber früheren iPods, die einen S-Video Ausgang haben; für die Verwendung dieses Ausgangs mit typischen europäischen Fernsehern wird eine Wandlerbox zur Wandlung in ein SCART-RGB-Signal benötigt), eine serielle Schnittstelle (zum Beispiel zur Steuerung), USB und FireWire. Das iPhone verfügt nicht über einen speziellen Antennenanschluss. Auf der Oberseite des iPhones ist eine 3,5 Millimeter-Klinkenbuchse mit vier Kontakten (Stereoübertragung plus Zusatzleitung zum Anschluss des Mikrofons, des Headsets oder eines TTY-Schreibtelefons für Gehörlose und Schwerhörige) untergebracht, in die Kopfhörer und Headsets eingesteckt werden können.

Zulieferer und Fertigung[Bearbeiten]

Die Federführung der Produktion des Bildschirms hatte das deutsche SDAX-Unternehmen Balda.[7] Die Produktion selbst erfolgte unter anderem durch den Bildschirm-Hersteller TPK in der chinesischen Sonderwirtschaftszone Xiamen,[8] aber auch durch Werke in Peking und Suzhou. Balda ist zu 50 Prozent Anteilseigner von TPK. Die Fertigungsmaschine, mit der die neuartigen Touchscreens für das iPhone von Apple produziert und mit der auch sonstige Oberflächen von Kunststoffteilen für Mobiltelefone und tragbare Spielekonsolen veredelt werden können, wurde von Balda in Kooperation mit dem TecDAX-notierten Maschinenbauer Singulus entwickelt.[9]

Der im iPhone verbaute NAND-Flash-Speicher stammte von den Unternehmen Hynix, Intel, Micron, Samsung Electronics und Toshiba, mit denen Apple eine Übereinkunft bis 2010 vereinbart hatte.[10] Zulieferer für den Baseband-Prozessor S-Gold 2 ist Infineon.[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CNET-Artikel "iPhone manufacturer to pay family of dead worker", abgerufen am 27. Dezember 2011
  2. Apple - iPhone Tech Specs, abgerufen am 1. April 2014
  3. Apple enthüllt das magische iPhone, Spiegel Online, abgerufen am 28. Dezember 2011
  4. Doppelt so schnell, immer noch Mängel, Spiegel Online, abgerufen am 30. Dezember 2011
  5. Telekom startet Verkauf von iPhone am 9. November, Merkur Online, abgerufen am 30. Dezember 2011
  6. Entsperrung nach Vertragsablauf kostenlos, iPhone-Fan, abgerufen am 29. Dezember 2011
  7. pressetext.de: Touchscreens für Apples iPhone: Balda-Aktie explodiert (10. Januar 2007)
  8. EE Times Europe: Infineon und Balda profitieren von Apples iPhone (10. Januar 2007)
  9. Singulus mitten im iPhone-Hypes. ARD. 23. Januar 2007. Archiviert vom Original am 19. Juli 2010. Abgerufen am 26. November 2011.
  10. Apple Inc: Apple Announces Long-Term Supply Agreements for Flash Memory (21. November 2005)
  11. AppleInsider.com: iPhone video teardown reveals Samsung, Intel, Balda design wins 2. Juli 2007, abgerufen am 9. Mai 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Apple iPhone (original) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: iPhone – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen