Arabe-Klasse

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Flagge
Arabe-Klasse
Zerstörer der Arabe-Klasse
Zerstörer der Arabe-Klasse
Übersicht
Typ Zerstörer
Einheiten 12
Bauwerft

sechs japanische Werften

Kiellegung Januar bis März 1917
Stapellauf Mai bis August 1917
Auslieferung bis November 1917
Namensgeber Volksstämme in französischen Überseegebieten
Außerdienststellung 1933 bis 1936
Technische Daten
Verdrängung

700 t

Länge

83 m über alles,
79,4 m p.p.

Breite

7,3 m

Tiefgang

2,3 m

Besatzung

91 Mann

Antrieb

4 Dampfkessel,
3 Dreifach-Expansionsmaschinen
10.000 PS, 3 Schrauben

Geschwindigkeit

29 kn

Reichweite

1600 sm bei 15 kn

Bewaffnung

1 × 120 mm-L/40-Schnellfeuergeschütz
4 × 76 mm-12-Pfünder-Schnellfeuergeschütze
4 × 45 cm-Torpedorohre

Treibstoffvorrat

102 ts Kohle, 118 ts Öl

Schwesterschiffe

10 Zerstörer der Kaba-Klasse

Die zwölf französischen Zerstörer der Arabe-Klasse waren Nachbauten der zehn japanischen Zerstörer der Kaba-Klasse. Da Frankreich im Ersten Weltkrieg nicht über genügend Werftkapazitäten verfügte und auch eine andere Beschaffung ausschied, wurden 1916 zwölf Boote in Japan bestellt. 1917 wurden sie von japanischen Besatzungen zum Suezkanal überführt, wo sie die französische Marine für den Einsatz im Mittelmeer übernahm.
Zwischen 1933 und 1936 schieden die Boote aus dem Dienst der französischen Marine aus und wurden verschrottet.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs verfügte die französische Marine als neueste Zerstörer über sechs Boote der Bison-Klasse (756/ 855 t, 1913/14). Bei Kriegsbeginn beschlagnahmte man die vier für Argentinien fast fertiggestellten Zerstörer der Aventurier-Klasse (930/1250 t), die sich als ausgesprochen unbefriedigend erwiesen. Im Bau befanden sich drei Boote der Enseigne Roux-Klasse (850/1075 t), von denen zwei 1916 fertiggestellt wurden. Der Mangel an größeren Zerstörern führte zur Beschlagnahme der griechischen Boote für die französische Marine und am 12. November 1916 zum Abschluss eines Vertrages mit Japan über die Lieferung von zwölf Nachbauten der Kaba-Klasse nach Port Said. Von dem im japanischen Marine-Notprogramm von 1914 bestellten Typ, waren 1915 zehn Boote von acht Werften an die Kaiserlich Japanische Marine geliefert worden. Die zwölf Boote für Frankreich wurde von sechs an der ersten Serie beteiligten Werften gebaut, die je zwei Boote fertigstellten. Die vier Marinewerften hatten je eins der japanischen Boote gebaut, die beiden beteiligten Privatwerften waren die einzigen, die auch zwei Boote für die japanische Marine gebaut hatten.

Die französischen Boote unterschieden sich kaum von den japanischen Vorläufern. Ihr Ölvorrat war etwas geringer und das vorletzte 8 cm (tatsächlich 7,6 cm)-Geschütz war bei den französischen Booten in der Ausführung als Flugabwehrgeschütz installiert. Baubeginn der neuen Serie war Januar bis März 1917, ab Mai bis zum 5. August waren alle Boote vom Stapel gelaufen und bis Oktober 1917 alle fertiggestellt. Am 1. August wurde in Sasebo der erste Konvoy von 5 Booten zur Überführung nach Port Said zusammengestellt. Die Algérien, Annamite, Arabe, Hova und Tonkinois bildeten die erste Gruppe, die am 15. September 1917 in Port Said eintraf.

Einsatzgeschichte[Bearbeiten]

Nach Eintreffen der ersten fünf Boote am 15. September 1917 in Port Said hatte die französische Marine bis zum Jahresende alle zwölf Boote übernommen und im Mittelmeer zum Einsatz gebracht. Acht der japanischen Schwesterboote versahen bereits seit Mai 1917 von Malta Geleitdienst zwischen Südfrankreich und den Kriegsschauplätzen am Mittelmeer. Im Juni 1918 sicherten Kabyle,Sakalave und Sénégalais U-Boote auf dem Marsch nach Mudros. Am 1. Juli 1918 dienten in der 3ème escadrille de contre-torpilleurs in Korfu die Algérien als Flottillenführer, die Arabe, Hova, Marocain, Tonkinois, sowie die Cavalier und Janissaire der Chasseur-Klasse (450/ 510 t). Bei der 11ème escadrille de contre-torpilleurs in Tarent wurden die übrigen Boote der Arabe-Klasse mit Touareg als Flottillenführer sowie der Annamite, Bambara, Kabyle, Sakalave, Sénégalais und Somali eingesetzt.

Die Algérien

1919 verlegten alle zwölf Boote zur „Escadre du Nord“. Die andauernden Konflikte führten zur Rückverlegung einiger Boote ins Mittelmeer. Im Juni wurde die Bambara mit dem Panzerkreuzer Ernest Renan und dem Kanonenboot Décidée zur Verteidigung von Syrien eingesetzt. Im November 1920 gehörten die Algérien, Sénégalais und Sakalave neben dem Schlachtschiff Provence, dem Panzerkreuzer Waldeck-Rousseau und etlichen Kanonenbooten zu den französischen Einheiten, die den Abzug der Wrangel-Armee von der Krim über Konstantinopel bis nach Bizerta begleiteten. Die Marocain begleitet im Dezember das Werkstattschiff Kronstadt (später Vulcain) der Wrangel-Flotte von Konstantinopel nach Bizerta.

Ab 1924 wurden während des Riff-Krieges Arabe und Sakalave bei Ceuta eingesetzt. Am 25. Oktober 1925 lief die Arabe bei Cap des Trois Fourches an der marokkanischen Küste auf, konnte allerdings schnell wieder abgebracht werden. Am 18. Januar 1930 kollidierte die Arabe nahe Cherbourg mit dem Aviso Ailette und wurde schwer beschädigt. Sie erreichte den Hafen und war nach drei Monaten Reparatur wieder einsatzbereit.

Endschicksal[Bearbeiten]

1933 wurden die Bambara und Annamite als erste Boote aus der Flottenliste gestrichen. 1935 und 1936 erfolgte dies auch bei den anderen Booten, die dann in Brest oder Lorient bis 1938 verschrottet wurden.

Liste der Arabe-Klasse[Bearbeiten]

**alle Boote hatten ein Zweibuchstabenkennung auf dem Rumpf

** Name Bauwerft Kiellegung Stapellauf Fertigstellung Schicksal
AG Algérien[1] Marinewerft, Yokosuka 1.1917 5.1917 8.1917 gestrichen 1936
AN Annamite[2] Marinewerft, Yokosuka 1.1917 7.1917 9.1917 gestrichen 17.August 1933
AB Arabe[3] Marinewerft, Kure 1.1917 5.1917 8.1917 gestrichen 16.Juni 1936
BM Bambara[4] Marinewerft, Kure 1.1917 7.1917 9.1917 gestrichen 17.August 1933
HV Hova[5] Marinewerft, Sasebo 1.1917 5.1917 8.1917 gestrichen 14.Juni 1936
KB Kabyle[6] Marinewerft, Sasebo 1.1917 5.1917 10.1917 gestrichen 14.Juni 1936
MR Marocain[7] Marinewerft, Maizuru 1.1917 5.1917 9.1917 gestrichen 24.Juli 1935
SV Sakalave[8] Marinewerft, Maizuru 3.1917 7.1917 10.1917 gestrichen 14.Juni 1936
SL Sénégalais[9] Kawasaki Shipbuilding, Kōbe 3.1917 5.1917 9.1917 gestrichen 14.Juni 1936
SM Somali[10] Kawasaki Shipbuilding, Kōbe 3.1917 7.1917 10.1917 gestrichen 24.Juli 1935
TK Tonkinois[11] Mitsubishi Heavy Industries, Nagasaki 2.1917 9.06.1917 7.1917 gestrichen 14.Juni 1936
TO Touareg[12] Mitsubishi Heavy Industries, Nagasaki 2.1917 5.08.1917 9.1917 gestrichen 24.Mai 1935

Literatur[Bearbeiten]

  • David Evans: Kaigun: Strategy, Tactics, and Technology in the Imperial Japanese Navy, 1887-1941. US Naval Institute Press, 1979, ISBN 0870211927.
  • Stephen Howarth: The Fighting Ships of the Rising Sun: The Drama of the Imperial Japanese Navy, 1895-1945. Atheneum, 1983, ISBN 0689114028.
  • Paul G. Halpern: A Naval History of World War I. Routledge, 1994, ISBN 1857284984.
  • Spencer Tucker: The European Powers in the First World War. Taylor & Francis, 1996, ISBN 081533351X.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Site "Pages 14-18" : torpilleur algérien
  2. Site "Pages 14-18" : torpilleur annamite
  3. Site "Pages 14-18" : torpilleur arabe
  4. Site "Pages 14-18" : torpilleur bambara
  5. Site "Pages 14-18" : torpilleur hova
  6. Site "Pages 14-18" : torpilleur kabyle
  7. Site "Pages 14-18" : torpilleur marocain
  8. Site "Pages 14-18" : torpilleur sakalave
  9. Site "Pages 14-18" : torpilleur sénégalais
  10. Site "Pages 14-18" : torpilleur somali
  11. Site "Pages 14-18" : torpilleur tonkinois
  12. Site "Pages 14-18" : torpilleur touareg