Aramon

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Aramon (Begriffsklärung) aufgeführt.

Aramon ist eine sehr alte rote Rebsorte. Sie stammt möglicherweise aus Spanien. Untersuchungen von Ferdinand Regner legen jedoch eine enge Verwandtschaft mit der Heunisch-Familie nahe.

Nach letzter Erhebung liegt die Rebfläche in Frankreich bei 3.304 (Stand 2007, [1], [2]). Im Jahr 1998 waren immerhin noch 10.870 Hektar Rebfläche mit Aramon bestockt. Hauptanbaugebiet ist weiterhin das Languedoc. Daneben findet sie noch in den Ländern Algerien, Marokko, Portugal, Rumänien und Uruguay Verwendung, so dass weltweit ca. 8.000 Hektar bekannt sind.

Sie ist sehr ertragreich, liefert aber eher minderwertigen Rotwein mit wenig Farbe.

Zusammen mit der Sorte Teinturier du Cher war sie Kreuzungspartner für die Neuzüchtung Petit Bouschet, zusammen mit Jaeger 70 für die Sorte Aramon du Gard und Flot Rouge. Später entstand zusammen mit der Sorte Petit Bouschet die Rebsorte Grand Noir de la Calmette.

Als Mutation aus der Sorte Aramon entstanden die Rebsorten Aramon Blanc und Aramon Gris.

Anbaugeschichte[Bearbeiten]

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis weit ins letzte Jahrhundert, als in Südfrankreich fast ausschließlich Massenware produziert wurde, war sie die dominierende Traube im Languedoc, besonders im Département Hérault. Um 1870 belegte sie alleine dort 214.000 Hektar und war noch lange Zeit die meistangebaute Sorte in Frankreich. Selbst im Jahr 1958 wurden noch 150.230 Hektar bestockter Rebfläche in ganz Frankreich erhoben. Mit der Einführung eines flächendeckenden Schienennetzes in Frankreich wurden die preiswerten Weine des Massenträgers Aramon landesweit exportiert und garantierten ein verlässliches Einkommen der Winzer im Languedoc.

Ihr Niedergang begann, als 1955 in Frankreich die Klassifizierung der Rebsorten eingeführt und sie nicht als Qualitätsrebsorte klassifiziert wurde und somit keine Zulassung in den Appellationen Frankreichs fand. Daher hat sich die Strategie der Winzer auch in der Region drastisch gewandelt, die Rebe ist seit langem auf dem Rückzug und wird von anderen wie z.B. Carignan, Cinsault u.a. verdrängt, die wesentlich gehaltvollere Weine versprechen.

Ampelographische Sortenmerkmale[Bearbeiten]

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist leicht weißwollig behaart. Die Jungblätter sind spinnwebig behaart und gelbfarben gefleckt.
  • Die großen Blätter (siehe auch den Artikel Blattform) sind dünn und nur schwach ausgeprägt dreilappig (selten fünflappig). Die Stielbucht ist V-förmig offen. Der Blattrand ist spitz gesägt. Die Zähne sind im Vergleich zu anderen Rebsorten eng gesetzt.
  • Die walzen- bis kegelförmige Traube ist sehr groß (meist 400 - 600 gr schwer, vereinzelt bis zu 1 kg), geschultert und dichtbeerig. Die rundlichen Beeren sind groß. Sie sind bei Vollreife von tiefblauer bis schwarzer Farbe.

Die Rebsorte Aramon reift circa 25 Tage nach dem Gutedel und ist gilt damit für eine Rebsorte international als spät reifend. Die Sorte gilt als sehr ertragsreich.

Aramon treibt früh aus und ist somit bei späten Frühjahrsfrösten gefährdet. Sie ist wenig empfindlich gegen die Pilzkrankheit Echter Mehltau, jedoch sehr empfindlich gegen den Falschen Mehltau, die Eutypiose sowie gegen die Grauschimmelfäule. Sie neigt zu Phytoplasmabefall. Der Phytoplasmenbefall führt zu Vergilbungskrankheiten wie die Goldgelbe Vergilbung (franz.: Flavescence dorée) oder auch die Schwarzholzkrankheit. [3]

Während die Erträge in kargen Hanglagen bei niedrigen 50 bis 70 hl/ha liegen, kann er in fruchtbaren Ebenen auf 250 bis 400 hl/ha steigen.

Synonyme[Bearbeiten]

Die Rebsorte Aramon ist auch unter den Namen Aramon Noir, Aramon noire, Aramon chernyi, Aramon negro, Aramon pignat, Aramon pigne, Aramon rozovyi, Aramon Saint-Joseph, Aramone, Aramonen, Aramont, Arramont, Burchardt´s Prince (in England), Burckarti Prinz, Burkhardt, Eramoul, Eromoul, Gros Bouteillan, Kék Aramon, Pisse-Vin, Plant riche, Rabalaïré, Ramonen, Reballaïré, Reballayre, Revalaire, Revellaire, Ugni neru, Ugni nevu, Ugni Noir, Uni negre und Uni noir bekannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. LES CEPAGES NOIRS DANS LE VIGNOBLE (PDF), Statistik zu roten Rebsorten je Großregion, Teil 1, Veröffentlichung des OFFICE NATIONAL INTERPROFESSIONNEL DES FRUITS, DES LEGUMES, DES VINS ET DE L’HORTICULTURE – kurz ONIVINS, Stand 2008
  2. LES CEPAGES NOIRS DANS LE VIGNOBLE (PDF), Statistik zu roten Rebsorten je Großregion, Teil 2, Veröffentlichung des OFFICE NATIONAL INTERPROFESSIONNEL DES FRUITS, DES LEGUMES, DES VINS ET DE L’HORTICULTURE – kurz ONIVINS, Stand 2008
  3. Horst Dietrich Mohr: Farbatlas Krankheiten, Schädlinge und Nûtzlinge an der Weinrebe, Seite 80, ISBN 3800141485

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]