Ararat-Anomalie

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39.70277777777844.2754247Koordinaten: 39° 42′ 10″ N, 44° 16′ 30″ O

Ein Bild der Ararat-Anomalie aus dem Jahr 1949

Die Ararat-Anomalie ist eine auf Luftaufnahmen des Berges Ararat (Türkei) sichtbare Struktur auf einem der Schneefelder in der Nähe des Gipfels, die manche Menschen für die letzten Überreste der Arche Noah halten. Eine ähnliche, nach dem Luftwaffen-Kapitän İlhan Durupınar benannte Felsformation, die ebenfalls für die Arche gehalten wird, liegt 30 km weiter südlich.

Auf den veröffentlichten Fotos ist die „Anomalie“ ein mehrere Hundert Meter großer dunkler Fleck auf der nordwestlichen Ecke des westlichen Plateaus, etwa 2,2 km westlich des 5137 m hohen Gipfels, am Rande eines steilen Abhangs. Sie wurde zum ersten Mal während einer US-Air-Force-Luftaufklärungsmission im Jahr 1949 aufgenommen – das Ararat-Massiv befindet sich auf der ehemaligen türkisch-sowjetischen Grenze und war damit von militärischem Interesse. Die Akte wurde von der Luftaufklärung der Air-Force 1949 unter dem Stichwort „Ararat Anomaly“ abgelegt.[1]

Sechs Bilder aus dem Jahr 1949 wurden 1995 im Rahmen des Freedom of Information Act an den Privatgelehrten Porcher Taylor herausgegeben, einen Lehrer für Rechtsanwaltfachgehilfen an der University of Richmond. Taylor hofft, die Arche gefunden zu haben, und sammelt seither alle erreichbaren Luftaufnahmen der Region.[2]

2000 gab auf Taylors Betreiben die Zeitschrift Insight on the News der Firma Space Imaging (jetzt GeoEye) den Auftrag für neue Aufnahmen mit dem Satelliten IKONOS, die am 5. August und 13. September 2000 aufgenommen wurden. GeoEye erzeugte aus den Bildern ein CGI-Video,[3] das nach ungefähr der halben Laufzeit die „Anomalie“ zeigt. 2006 veranlasste Taylor Aufnahmen des kommerziellen Erkundungssatelliten QuickBird.[4]

Privatpersonen haben schon oft vergeblich versucht, vor Ort die angeblichen Überreste der Arche zu finden. Eine Erforschung am Ort der „Anomalie“ hat bisher jedoch nicht stattgefunden.[5]

Das Vorhandensein von Resten der Arche Noah ist für diejenigen Kirchen von Bedeutung, die die Bibel wortwörtlich auslegen (siehe: Fundamentalismus, Evangelikalismus). Diese sehen in dem Nachweis der Existenz der Arche einen Beleg für den Wahrheitsgehalt der als Geschichtsbuch verstandenen Bibel. Deshalb gab der amerikanische Millionär Daniel McGivern, keineswegs aus archäologischem Interesse, im Jahre 2006 Satellitenfotos in Auftrag. Er will mit einem türkischen Archäologen das vermeintliche Wrack am Ararat erkunden.[6]

Die von Insight befragten Spezialisten schließen ein von Menschenhand errichtetes Bauwerk nicht aus, glauben aber, dass die Anomalie geologischen Ursprungs ist.[1] Auch einer ZDF-Dokumentation aus dem Jahr 2006 zufolge handelt es sich nur um eine Gesteinsformation.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b „Insight on the News“ 20. Nov. 2000: Anomaly or Noah's Ark?
  2. Webseite von Taylor
  3. Computergeneriertes Video der „Anomalie“
  4. CNN.com 13. März 2006: Satellite closes in on Noah's Ark mystery.
  5. Hillary Mayell auf National Geographic News vom 27. April 2004
  6. a b „Die Arche Noah und das Rätsel der Sintflut“