Arasch

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Statue des "Ārasch", Saadabad-Palastanlage, Teheran

Kay Ārasch (wörtl. König Ārasch), in lateinischer Schrift überwiegend als Ārash (persisch ‏آرش‎ - [ɒːˈraʃ]), ist ein mythischer Held der iranischen Mythologie. König Ärasch wurde mit dem mythischen König der Avesta Kavi Arschan, wörtlich Beherrscher von Arshan (Avesta) bzw. Eraxschan (Altpersisch), gleichgesetzt, um die Archämiden-Dynastie zu legitimieren und ihren Stammbaum zu verlängern. Der historische Ärasch muss daher unmittelbar vor der Archämidendynastie angesetzt werden, während der avestische Kavi Arshan ein Titel ist, den sich der Eroberer von Arshan rund 1000 Jahre früher gab. Die persische Literatur hat hier eine rund 1000-jährige Lücke, die geschickt durch das Wortspiel verdeckt wurde. Ob Kay Ārasch auch ein Titel ist oder nicht, ist dabei nicht klar, vermutlich ist es ein Beiname.

Die Legende[Bearbeiten]

Ārasch war ein Bruder Kai Kawous’. Der Legende nach opferte er sich im Krieg gegen Turan, um die Grenzen des antiken Iran in Zentralasien zu verteidigen. Die Legende vom „Bogenschützen Ārash“ hat seinen Ursprung – wie die meisten iranischen Volkssagen – im avestischen Zentralasien (siehe: Chorasan, Transoxanien).

Der Legende nach standen die Iraner kurz vor einer Niederlage und die Heere Turans waren bis zum Ufer des Kaspischen Meeres vorgedrungen. Um die Iraner zu demütigen, boten die Turanier ihnen an, einer ihrer besten Männer solle einen Pfeil abschießen, der dann die Grenze zwischen Iran und Turan bestimmen sollte. Der Krieger Ārasch meldete sich freiwillig und bat den Gott Ahura Mazda um Beistand. In diesem Moment verschmolz Āraschs Seele mit dem magischen Pfeil, sein Körper fiel zu Boden und starb, und der Pfeil flog, angetrieben vom Geist Ahura Mazdas, vom Südufer des Kaspischen Meeres über 2500 km in die Steppen Zentralasiens. So wurde diese Region für Jahrhunderte die von Ahura Mazda beschützte Grenze zwischen den Iraniern und den Völkern Turans.

Bedeutung und Wurzeln[Bearbeiten]

Ārasch ist einer der beliebtesten Helden der iranischen Mythologie. Sein Name ist gleichzeitig ein Synonym für „Pfeilspitze“, „Mut“ und „Klugheit“. Ihm zu Ehren feiert man noch heute das Tirgān-Fest.

Die Prinzen Kāūs und Ārasch werden in den Schriften Zarathustras erwähnt. Vermutlich gehörten sie zu einem Adelsstamm der Arier, die ca. 2500 v. Chr. in Zentralasien und ins Hochland von Iran einwanderten und Vorfahren der Baktrier und Sogdier wurden, und somit die Vorfahren der heutigen Perser bzw. Tadschiken.

Der Name Ārasch leitet sich womöglich aus dem avestischen Wort arshan ab, der legendären Stadt der Urväter, die „mutig“ und „tapfer“ ihre Unabhängigkeit erlangte und damit den Anfang der persischen Geschichtsschreibung einleitete. Somit setzte man arschan bald mit arsha, dem Mut gleich.

Vermutlich kann man hier auch Parallelen ziehen zu Arjuna und Ashoka beides Bogenschützen aus der hinduistischen Mythologie. Nebst anderen, deutlichen Parallelen der Legenden deuten auch Alternativbedeutungen des Namens auf einen gemeinsamen Ursprung mit der Legende von Achsa und Achsatag, denn Ārasch (Derakhschandeh, Derakhschān) als reine Bedeutung, abgesehen von Mythen, entspricht damit dem armenischem Volksheld Achsa „Mut“ und seinem Bruder Achsatag „noch mutiger“. Dazu passt auch das sie aus dem Kaukasus stammten, wo auch Ārasch der Legende nach herkommen soll. In der Legende vereinen sich als armenische, indische und persische Überlieferungen, daher dürften die Heldentaten wohl eher mythologischer Natur sein. Zudem finden sich in der Überlieferung noch weitere Parallelen zur griechischen Mythologie.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]