Arauco-Krieg

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Als Arauco-Krieg (Guerra de Arauco) bezeichnet man den kriegerischen Konflikt zwischen der indigenen Bevölkerung der Mapuche (die früher zusammen mit anderen Völkern der Region von den Spaniern irrtümlicherweise Araukaner genannt wurden) und den spanischen Eroberern im Süden des heutigen Chile. Der Begriff Guerra de Arauco dient als Oberbegriff für eine durch Perioden relativen Friedens unterbrochene Kette militärischer Auseinandersetzungen.

1546 trafen spanische Konquistadoren unter Pedro de Valdivia am Fluss Bío Bío erstmals auf die Mapuche, die die Kolonisatoren zunächst erfolgreich am Aufbau einer Festung hinderten. Erst 1550 gelang es den Spaniern, die Stadt Concepción zu gründen. Die Mapuche entschlossen sich daraufhin zum Kampf und im Herbst 1553 kam es zur ersten großen Erhebung der Ureinwohner. In der Schlacht von Tucapel schlugen die Indianer unter dem Kommando ihres Kriegshäuptlings (Toqui) Lautaro die in den Forts von Arauco und Tucapel stationierten spanischen Soldaten in die Flucht und töteten Pedro de Valdivia. Angeblich nahmen ihn die Mapuche gefangen und zwangen ihn, flüssiges Gold zu trinken. In den folgenden Jahren zerstörten sie in mehreren Angriffswellen eine Reihe von Stützpunkten, darunter auch die Festung Arauco und die befestigte Stadt Concepción, wurden dann aber auf dem Marsch nach Santiago de Chile von Francisco de Villagra bei einem Überraschungsangriff geschlagen, bei dem auch Lautaro ums Leben kam. García Hurtado de Mendoza unternahm 1557 einen neuen Feldzug nach Süden, der wiederum zu einer verlustreichen Niederlage in der Schlacht von Millapoa führte. Arauco konnte allerdings wieder besetzt werden und wurde endgültig erst 1723 von den Mapuche überrannt. Lautaros Nachfolger Caupolicán wurde 1558 von den Spaniern grausam getötet und diente dem spanischen Schriftsteller Alonso de Ercilla y Zúñiga 1569 als Vorbild für seinen Versroman La Araucana („Die Araukanerin“). In der Folgezeit zerstörten die Indianer die meisten der von Siedlern gegründeten Ansiedlungen im Süden des Landes und verhinderten damit eine weitere Kolonisierung Chiles nachhaltig.

Zu einem weiteren großen Aufstand kam es in den Jahren von 1598 bis 1604, nachdem die Huilliche, ein im Süden ansässiger Stamm der Mapuche, die spanischen Truppen 1598 in der Schlacht von Curalaba noch einmal vernichtend geschlagen hatten. Dabei war auch der spanische Gouverneur Chiles, Martín García Óñez de Loyola, getötet worden. Die spanische Verwaltung in Südchile konnte sich danach nur noch auf der Insel Chiloé halten.

Diese Siege der Mapuche waren der Auftakt zu einem langen und erbitterten Widerstandskampf gegen die europäischen Kolonisatoren, der im Großen und Ganzen siegreich war. Aus der Sicht der Mapuche handelte es sich anfangs um einen Verteidigungskrieg, aus dem später eine soziale Rebellion wurde. Aus der Sicht der Spanier handelte es sich um die erste und einzige bedeutende Niederlage bei der Eroberung und Kolonialisierung Hispanoamerikas. Es war ein kostspieliger Krieg, der sowohl in Übersee als auch in Spanien unpopulär war und der Kolonie Chile zeitweilig den Namen 'Friedhof der Spanier' eintrug. Der Chronist des Königreich Chiles Pedro Mariño de Lobera (1528–1594) beschreibt in seinem Werk Crónica del Reino de Chile die Kämpfe mit den Mapuche aus der Sicht der Eroberer.

Der andauernde Widerstand der Ureinwohner zwang die Spanier 1641 zur Anerkennung einer unabhängigen Mapuche-Nation im Vertrag von Quillín. Darin wurde der Bío-Bío-Fluss als Grenze festgeschrieben und dem Volk der Mapuche Souveränität zugebilligt, ein in der Geschichte indigener Bevölkerungen in Südamerika einzigartiger Vorgang. Erst 1881 wurde der Mapuche-Staat gewaltsam an das mittlerweile unabhängige Chile angegliedert. 1934 scheitert ein großer Aufstand der Mapuche bei Ranquil.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ricardo E. Latcham: Die Kriegskunst der Araucanos. Chiles Ureinwohner gegen die Conquista (= Sammlung Junius 3). Junius-Verlag, Hamburg 1988, ISBN 3-88506-403-0.