Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs

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Logo des Arbeiter-Samariter-Bundes Österreichs
Ein VW T5-Hochdach-Rettungswagen der Gruppe Graz
Sozialmarkt in Wien

Der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs (kurz ASBÖ; im heutigen Sprachgebrauch meist nur Samariterbund) ist eine österreichische Hilfsorganisation, die vor allem im Rettungsdienst und Krankentransport tätig ist. Historisch gesehen geht der Arbeiter-Samariter-Bund auf Initiativen von Arbeitern und Handwerkern zur Selbsthilfe im Bereich der Notfallrettung und der Ausbildung in Erster Hilfe zurück. Der ASBÖ ist weiters Gründungsmitglied des Internationalen Samariterbundes.

Die Mitarbeiter beim Arbeiter-Samariter-Bund sind großteils ehrenamtliche Mitarbeiter und Zivildiener, so wie hauptberuflich beschäftigte Mitarbeiter. Um im Rettungs- und Krankentransportdienst tätig zu werden, muss man die Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert haben.

Um die politische Unabhängigkeit zu demonstrieren, werden auf Uniformen, Rettungsautos und diversen Unterlagen meist nur mehr die verkürzten Bezeichnungen Samariterbund oder Die Samariter verwendet; lediglich im Logo (u. Ä.) kommt noch der volle Name Arbeiter-Samariter-Bund zur Anwendung.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Zeit vor dem Samariterbund[Bearbeiten]

Zur Zeit der Industriellen Revolution, und davor, war die Sanitätsversorgung von Kranken und Verunglückten abhängig vom sozialen Stand. Je nach Stand konnte man von Wund- oder Sprengelärzten versorgt werden, von städtischen Bürgerspitälern oder lediglich von karitativen kirchlichen Einrichtungen. Beim Militär, wo die Versorgung verletzter Soldaten höchste Priorität hatte, trug man ebenfalls Wissen über die Versorgung Verletzter und Kranker zusammen.

Nach und nach formierte sich ein öffentliches Rettungswesen, das jedoch für die ständig wachsende Bevölkerung nicht ausreichte. So war man auf private Rettungsgesellschaften angewiesen, wie zum Beispiel die 1881 gegründete Wiener Freiwillige Rettungsgesellschaft.

1927: Der Österreichische Arbeiter-Samariterdienst wird gegründet[Bearbeiten]

In Deutschland wurde bereits 1888 der Arbeiter-Samariterbund Deutschlands gegründet, der sein Ziel primär bei der Versorgung von verletzten Arbeitern sah. In Österreich jedoch wurde der Samariterbund, im Gegensatz zur Deutschen Schwesterorganisation, aus den Arbeiterzusammenschlüssen der Ersten Republik gegründet.

Innerhalb des Arbeiterbundes für Sport und Körperkultur (ASKÖ) wurde 1927 der Österreichischer Arbeiter-Samariterdienst gegründet. Hauptaufgabe war die Versorgung und Erste-Hilfe-Leistung von Verletzten bei Sport- und Freizeitunfällen. Kurz darauf wurde bereits eine Wasserrettung gegründet. Vor 1927 waren Samariter-Sanitätskräfte nur innerhalb des bewaffneten republikanischen Schutzbundes bekannt.

Weil der Arbeiter-Samariterbund dem Republikanischen Schutzbund unterstellt war, konnte er seine Erste-Hilfe-Leistungen nicht bei politischen Gegnern (Konservative etc.) vollbringen, weswegen 1932 die Auslösung aus dem Republikanischen Schutzbund mit der Gründung des zivilen Arbeiter-Samariter-Bundes beschlossen und durchgeführt wurde. Dies sollte eine Entpolitisierung zur Folge haben.

Wie andere sozialdemokratische Einrichtungen wurde 1934 der Arbeiter-Samariter-Bund von den Organen des Ständestaates verboten und verlor dabei auch sein ganzes Vermögen.

1947: Neuformierung nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Gruppenanzahl
Datum Gruppen
1947 1
1948 5
1949 7
1950 9
1954 17
1956 20
1960 21
1962 24
1964 22
1970 23
1975 32
1982 42
1985 48
1992 57
2007 47
2009 51

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der ASBÖ in Wien neu formiert. Die Initiative ging von Schweizer Samaritern aus, da lediglich in der Schweiz und in Schweden der Arbeiter-Samariter-Bund vor und während des Zweiten Weltkrieges nicht aufgelöst wurde. Schweizer Samariter wollten also in Wien nach dem Krieg ein Lebensmittellager errichten, kontaktierten ihnen bekannte Samariter und formierten den ASBÖ in Wien 1947 neu. Da aber außer den russischen alle Besatzungsmächte Einwände gegen eine Neugründung hatten, wurde vorerst nur in dieser Besatzungszone ein Samariterbund gegründet.

Bereits 1948 ging in Eichgraben das erste Rettungsfahrzeug in den Dienst. Schnell konnte man an seine früheren Tätigkeiten anschließen, so waren 1950 neun Gruppen in Wien und Niederösterreich aktiv. 1954 wurde der neu formierte Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs bereits auf eine Bewährungsprobe gestellt: Beim Donau-Hochwasser bewährte man sich in der Katastrophenhilfe, wo man seine internationalen Kontakte zum Wohle der Bevölkerung einsetzte. 1956, während der Ungarn-Krise, war der ASBÖ ein großer Teil der Organisation und koordinierte unter anderem die Hilfsgütertransporte. 300.000 Flüchtlinge konnten bereits an der Grenze medizinisch versorgt und verpflegt werden.

1960er und 1970er Jahre[Bearbeiten]

Aufgrund des großen Einsatzes des ASBÖ während der Ungarnkrise war man auch in breiteren Bevölkerungsschichten bekannt geworden. Nun konnte man sich einer größeren Öffentlichkeit präsentieren. Man versuchte dies unter anderem, indem man Erste-Hilfe-Kurse für Führerscheinwerber anbot, die damals noch nicht gesetzlich vorgeschrieben waren. Als 1973 diese Kurse für „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ gesetzlich verpflichtend wurden, konnte der Gesetzgeber bereits auch auf die Erfahrungen des Samariterbundes diesbezüglich zurückgreifen.

Nach und nach wurde der Samariterbund zu einem immer wichtiger werdenden Ansprechpartner in Sachen Katastrophenhilfe, Strahlenschutz oder dem ordentlichen Zivildienst.

1971 wurde in Wien XV in der Pillergasse 24 die neue Bundeszentrale des Arbeiter-Samariter-Bundes Österreichs eröffnet.

1980er- und 1990er Jahre[Bearbeiten]

Mit der rapiden Entwicklung der Gesellschaft gegen Ende des 20. Jahrhunderts musste auch der ASBÖ sich den neuen Gegebenheiten anpassen.

Die Leistung im sozialen Bereich wurde immer wichtiger, die Tätigkeiten stiegen weit über den Krankentransport hinaus. Man profilierte sich bei der Einrichtung des so genannten Seniorenalarms und der Unterstützung Behinderter. Auch im Bereich der Sport- und Freizeitveranstaltungen wuchsen die Anforderungen. So betreute man in den 80er- und 90er-Jahren den Wiener Stadtmarathon. Ebenso seit damals leitet man die Sanitätsüberwachung beim alljährlichen Donauinselfest.

Doch auch andere Veranstaltungen, wie Musikveranstaltungen, die Papstbesuche in Österreich oder das Jazzfest Wiesen standen unter der Sanitätsleitung des ASBÖ.

1992 konnte in der Hollergasse 2-6 in Wien XV ein neues Bundesgebäude eröffnet werden.

Seit 2000[Bearbeiten]

Seit 2000 ist der Samariterbund in ganz Österreich etabliert, in den einzelnen Bundesländern jedoch unterschiedlich stark aktiv. Am größten ist die Präsenz in Wien, wo täglich bis zu 1000 Transporte durchgeführt werden. Ähnlich stark ist der ASBÖ in Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg vertreten. Die einzelnen Ortsgruppen sind als eigenständige Vereine konstituiert und vergleichsweise lose in einer föderalen Struktur mit einem Bundesverband und neun Landesverbänden organisiert.

Österreichweit ist der Samariterbund nach dem Roten Kreuz die zweitgrößte Rettungsorganisation, in einzelnen städtischen Ballungsräumen ist er jedoch führend. Das Spektrum der Einsatzbereiche heutzutage reicht hiebei vom klassischen Rettungsdienst und Krankentransport, über Hauskrankenpflege, Seniorenalarm und Essen auf Rädern („Vitalmenüs“) bis hin zur Wasserrettung, Katastrophenhilfe, Flüchtlingsbetreuung und Rettungshundestaffeln. Nach dem Katastrophenhilfseinsatz in Sri Lanka begann auch ein immer stärkeres internationales Engagement. Seit 2007 konnte mit der GEZA (Gesellschaft für Entwicklungszusammenarbeit) auch Österreichs drittgrößte Entwicklungshilfeorganisation mit Projekten in Süd- und Mittelamerika, sowie in Afrika erfolgreich etabliert werden.

Während in Teilen Nieder- und Oberösterreichs der ASB die alleinige rettungsdienstliche Versorgung übernimmt, führen in anderen Regionen die Ortsgruppen den Rettungsdienst gemeinsam mit anderen Organisationen durch oder beschränken sich auf Krankentransporte, Fahrtendienste oder einzelne soziale Dienste bzw. die Ausbildung in Erster Hilfe.

Der derzeitige Präsident des ASBÖ ist der ehemalige Generalinspektor der Wiener Sicherheitswache und nunmehrige Sicherheitschef des Magna-Konzerns Franz Schnabl. Ehrenpräsident ist der frühere Präsident, Unternehmer und Ex-Finanzminister Hannes Androsch.

Stark steigend sind die Dienste im Bereich Altenpflege. So existieren beispielsweise in der Steiermark bereits fünf so genannte Seniorenkompetenzzentren, wovon vier unter der Leitung des Arbeiter-Samariter-Bundes Gruppe Graz stehen, das mit 100 Betten deutlich größte Zentrum in Stubenberg/See wird durch die Bundesorganisation direkt geführt. Die Bundesorganisation errichtete in den Jahren 2008 und 2009 auch vier weitere solche Zentren (davon 2 noch in Bau) im Burgenland (Strem, Weppersdorf, Draßburg und Olbendorf).

2007 feierte der Samariterbund sein Jubiläum zum achtzigjährigen Bestehen.

In der Nacht 29. Juni auf 30. Juni 2009 kam es am Stützpunkt der Ortsgruppe Floridsdorf-Donaustadt in einem abgestellten Fahrzeug zu einem Kabelbrand, der sich in weiterer Folge auf die gesamte Garage ausbreitete und 2 Einsatzfahrzeuge komplett zerstörte und 11 weitere, zum Teil, schwer beschädigte.[1] Um die Einsatzfähigkeit der Gruppe zu gewährleisten, stellten sowohl andere Ortsgruppen, als auch die Wiener Berufsrettung und diverse gemeinnützige Rettungsorganisationen eine Vielzahl an Fahrzeugen zur Verfügung.

Leistungen[Bearbeiten]

Rettungswagen vom Typ VW-T4

ASBÖ-Landesgruppen[Bearbeiten]

Burgenland[Bearbeiten]

Im Burgenland sind die Stützpunkte Andau, Hornstein und Weppersdorf vertreten.

Kärnten[Bearbeiten]

Kärnten hat mit der Gruppe Villach, die seit 1985 existiert, eine Dienststelle.

Im Jahr 2008 wurden die operativen Tätigkeiten in die Samariterbund Kärnten Rettung und Soziale Dienste gemeinnützige GmbH übertragen.

Niederösterreich[Bearbeiten]

Niederösterreich hat 25 Gruppen zu verzeichnen und ist damit die größte Organisation des ASBÖ in Österreich.

  • Gruppe Altlengbach
  • Gruppe Dunkelsteinerwald
  • Gruppe Ebreichsdorf
  • Gruppe Eichgraben
  • Gruppe Frankenfels-Schwarzenbach
  • Gruppe Gaaden-Wienerwald
  • Gruppe Gr. Gerungs
  • Gruppe Loosdorf
  • Gruppe Maria Lanzendorf
  • Gruppe Mödling
  • Gruppe Persenbeug
  • Gruppe Pottenbrunn
  • Gruppe Purkersdorf
  • Gruppe Pöchlarn/Neuda
  • Gruppe Rabenstein
  • Gruppe St. Pölten
  • Gruppe St. Georgen/Steinfeld
  • Gruppe St. Veit/Gölsen
  • Gruppe Steinfelden-Schönau-Leobersdorf
  • Gruppe Ternitz-Pottschach
  • Gruppe Traisen
  • Gruppe Traiskirchen/Trumau
  • Gruppe Traismauer
  • Gruppe Wilhelmsburg
  • Gruppe Wiener Neustadt

An allen Standorten außer Dunkelsteinerwald, Mödling, Purkersdorf, Wr. Neustadt und St. Pölten hat der ASBÖ die alleinigen Rettungsverträge mit der Gemeinde.


Die Gruppe Purkersdorf wurde 1968 gegründet. Seit 1979 ist die Gruppe im Rettungsdienst tätig. 1996 wurde Purkersdorf auf Initiative der Obfrau Brigitte Samwald zum Standort eines Notarztwagens, welcher seitdem rund um die Uhr in Purkersdorf stationiert wird. Der Notarztwagen Purkersdorf wird, wie auch der Notarztwagen St. Pölten und diverse Notarzteinsatzfahrzeuge, im wöchentlichen Wechsel von zwei Rettungsorganisationen, dem Roten Kreuz und dem Samariterbund, betrieben. Seit dem Jahr 2000 ist die Dienststelle im ständigen Aufwärtstrend. Von nur 3 Fahrzeugen konnte die Rettungsstelle ihren Fuhrpark bis 2008 auf insgesamt 13 Fahrzeuge erweitern. Damit gehört die Dienststelle zu den größten des Samariterbundes Niederösterreich. Neben den klassischen Dienstleistungen Rettungsdienst und Erste-Hilfe-Kurse, kam ein breites Angebot an Sozialen Diensten hinzu. So werden neben "Essen auf Rädern", auch Seniorenreisen, Jugendreisen und Notruftelefone angeboten. Seit 2009 betreibt der Samariterbund einen Sozialmarkt und verkauft zu günstigen Preisen Möbel, Kleidung, Geschirr, Bücher und andere Alltagsgegenstände. 2011 wurde der Sozialmarkt mit dem "Richard Löwenherz Preis" des Landes Niederösterreich als kommunales Sozialprojekt ausgezeichnet.

Oberösterreich[Bearbeiten]

In Oberösterreich bestehen bislang fünf Gruppen:

  • Gruppe Alkoven
  • Gruppe Bad Ischl
  • Gruppe Feldkirchen
  • Gruppe Linz und
  • Gruppe Weissenbach

Die Gruppe Linz besteht schon seit vielen Jahren als etwa gleich große Organisation wie das Rote Kreuz Linz-Stadt. Von drei Dienststellen in den Stadtteilen Urfahr, Neue Welt und Keferfeld bedient die Organisation mit ihren Fahrzeugen den Großraum Linz. Außerdem betätigt sich der ASB Linz im Notarztdienst und stellt ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF). Dieses wird von der Rettungsleitzentrale des Roten Kreuzes disponiert, weil dort auch der Rettungsnotruf "144" der Stadt Linz einläuft. Andere Gruppen, etwa jene in Feldkirchen an der Donau, nehmen selbst die 144 an.

Salzburg[Bearbeiten]

Salzburg hat zwei Gruppen vorzuweisen:

  • Landesgruppe Salzburg und
  • Gruppe Zell/See

Die Landesgruppe Salzburg wurde im Jahr 1973 gegründet und ist mittlerweile mit 80 Fahrzeugen und bis zu 1000 Transporten täglich eine der größten eigenständigen Gruppen in Österreich.
Das Kerngeschäft ist der Fahrdienst für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sowie der Rettungs- und Krankentransport. Weiters werden von der Landesgruppe zwei Seniorentageszentren in Hallein und Schleedorf betrieben.

Das weitere Leistungsspektrum der Gruppe Salzburg:

  • Erste-Hilfe Kurse
  • Eventbetreuung
  • Samariter Menü-Service (Essen auf Rädern)
  • Nationaler- und Internationaler-Katastrophenhilfsdienst
  • Intensivtransporte
  • Europaweiter Rückholdienst

Steiermark[Bearbeiten]

Ein weiterer Rettungswagen der Gruppe Graz vor der Klinik Judendorf-Straßengel

In der Steiermark bestehen bis dato zwei Gruppen:

  • Gruppe Graz mit der Außenstelle in Judendorf-Straßengel
  • Gruppe Langenwang (Mürzzuschlag)

Die Gruppe Graz wurde ursprünglich in Rohrbach-Steinberg als Gruppe Hitzendorf/Rettung Liebochtal gegründet. 2004 verlegte man den Hauptsitz nach Graz, Rohrbach wurde zur ersten Grazer Außenstelle. Es stehen der Gruppe Graz eine Flotte von 14 Fahrzeugen zur Verfügung. 2007 eröffnete man die zweite Grazer Außenstelle in Gössendorf, welche 2009 wieder geschlossen wurde. Die Außenstelle Rohrbach-Steinberg wurde 2011 geschlossen. Im Nord-Westen von Graz, in Judendorf-Straßengel, wurde 2009 eine neue Außenstelle eröffnet. Im Großraum Graz ist der Samariterbund im Gegensatz zu anderen Bundesländern nicht in die zentral Landesleitstelle des Rettungsdienstes eingebunden. Das heißt, dass die Fahrzeuge von einer eigenen Leitstelle disponiert werden und keine Notfalleinsätze unter der Rufnummer 144 übernommen werden. Dennoch werden einige RTW vorgehalten, um bei Notfällen, die in der eigenen Leitstelle auflaufen (z.B. Hausnotruf etc.), selbst Rettungsmittel entsenden zu können, ohne den Einsatz an den Regelrettungsdienst abgeben zu müssen.

Eine Wasserrettungsstaffel kann die Gruppe Graz seit 2002 vorweisen.

Die Gruppe Langenwang in Mürzzuschlag wurde am 20. Mai 1989 gegründet und ergänzt die Versorgung der Region bei Sanitätsdiensten und Krankentransporten, auch sie ist nicht in den Regelrettungsdienst eingebunden.

Tirol[Bearbeiten]

Der Samariterbund Tirol wurde erst 2003 gegründet, ab 2007 bestand ein Rettungsdienstvertrag mit der Gemeinde Wildschönau. Im Zuge der landesweiten Ausschreibung des neuen Rettungsdienstgesetzes ging der Samariterbund mit dem Roten Kreuz eine Bietergemeinschaft ein. Dadurch konnten weitere Dienststellen eröffnet oder gemeinsam mit dem Roten Kreuz betreut werden.

Seit 1. Juli 2011 werden die Notarzteinsatzfahrzeuge in Kufstein und St. Johann in Tirol gemeinsam betrieben, in Schwaz ist ein Rettungswagen stationiert. Später folgten ein Rettungswagen und zwei Krankentransportwägen in Innsbruck sowie ein Rettungswagen und fünf Krankentransportwägen in Wörgl bzw. Kirchbichl. Die Fahrzeuge sind an die Leitstelle Tirol in Innsbruck angebunden und werden von dieser zentral disponiert.[2]

Außerdem hat der Samariterbund Tirol eine Rettungshundestaffel, ein Kriseninterventionsteam und sowohl eine Jugendgruppe in Kirchbichl als auch in Innsbruck.

Vorarlberg[Bearbeiten]

In Vorarlberg gibt es die Gruppe Feldkirch. Von einem Stützpunkt nahe dem Feldkircher Stadtzentrum aus wird gemeinsam mit dem ÖRK ein Einzugsgebiet von 20 Gemeinden abgedeckt. Der Fuhrpark umfasst 2 RTW, 3 KTW sowie einen MTW, der auch als B-KTW eingesetzt werden kann. Ständig im Dienst befindet sich ein RTW; zusätzlich wochentags zumindest drei und am Wochenende ein KTW.

Die Fahrzeuge sind – wie sämtliche andere Mittel der Rettungsdienste, Feuerwehr, Bergrettung, Kriseninterventionsteam, Notarzthubschrauber und Wasserrettung – an die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) Vorarlberg angebunden und werden von dieser zentral alarmiert.

Nach mehr als dreijähriger Planungs- und Vorbereitungsphase erfolgte im April 2013 u.a. durch ASB-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller und ÖRK-Präsident Fredy Mayer der Spatenstich zum Neubau eines gemeinsamen Stützpunktes von ASB und ÖRK, der in Österreich in dieser Form einzigartig sein wird. In einem viergeschossigen Gebäude werden beide Organisationen unter einem Dach arbeiten: die gemeinsame Nutzung von Schulungs- und Sitzungszimmern, Garage, Lager, usw. schafft Synergien und soll für beide Partner Vorteile bringen. Die Fertigstellung des 4,5 Mio. Euro teuren Gebäudes ist für Dezember 2014 geplant.[3]

Wien[Bearbeiten]

RTW und N-KTW des ASBÖ Wien

In Wien verfügen Bundes- und Landesverband über eigene Fuhrparks, wodurch die zehn Wiener Gruppen weniger Fahrzeuge benötigen. Der Samariterbund als größte Hilfsorganisation der Stadt stellt – in enger Zusammenarbeit mit der per Gesetz für den Rettungsdienst zuständigen Wiener Rettung – täglich mindestens drei Rettungswagen und um die 70 Krankentransportwagen, welche zu einem großen Teil mit hauptamtlichen Mitarbeitern und Zivildienern, aber auch ehrenamtlichen Mitarbeitern besetzt werden. Der Landesverband leistete so 2008 weit über 30.000 Primäreinsätze und führt täglich bis zu 900 Krankentransporte durch.

Die zehn Wiener Bezirksgruppen verteilen sich wie folgt über das Stadtgebiet (in Klammer die zuständigen Bezirke):

Der 1952 gegründete Arbeiter-Samariter-Bund Floridsdorf-Donaustadt (kurz ASBÖ 921) ist mit seinem Stützpunkt an der Wiener Donaucity die größte Bezirksgruppe des Wiener Samariterbundes und eine der größten Österreichs. Mit über 30 Hauptamtlichen, rund 330 ehrenamtlichen Mitarbeitern und jährlich 100 Zivildienstleistenden sorgt diese Gruppe besonders für die Versorgung in den nördlichen Wiener Gemeindebezirken.
Das Leistungsspektrum des ASBÖ 921 umfasst den Rettungsdienst, Krankentransporte, Ambulanzdienste, Medikamentennotdienste, Rückholdienste, Katastrophenhilfe, Wasserrettung, Jugendarbeit und die Durchführung von Erste Hilfe Kursen.
In enger Zusammenarbeit mit der MA70 – der Wiener Berufsrettung, stellt der Rettungsstützpunkt Floridsdorf-Donaustadt ganzjährig 2 Rettungstransportwagen und 1-4 Notfallkrankentransportwagen die 24 Stunden am Tag im Einsatz sind. Neben dem Haupteinsatzgebiet in den Bezirken 22 und 21 zählen dann auch die Bezirke 2 und 20 zum Einzugsgebiet der Gruppe.
Eine besondere Bewährungsprobe stellt das jährlich von drei Millionen Besuchern frequentierte Donauinselfest dar: Die komplette sanitätstechnische Betreuung des Festivals wird seit dessen Bestehen 1982 von der Gruppe 921 organisiert und mit der Unterstützung von Samaritern aus dem In- und Ausland durchgeführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Meihsl (Hrsg.): Von der Selbsthilfe zur Einsatzorganisation: die Geschichte des Arbeiter-Samariter-Wesens. Pichlerverl., Wien 1992, ISBN 3-85431-071-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. orf.at: Rettungsfahrzeuge bei Brand zerstört. In: orf.at. 30. Juni 2009, abgerufen am 24. Juni 2010 (deutsch).
  2. Anbindung Arbeiter Samariterbund Tirol, Presseaussendung der ILL, 9. August 2011
  3. Feierlicher Spatenstich: Rettungszentrale in Feldkirch, abgerufen am 2. August 2013/