Arbeiterliteratur

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Arbeiterliteratur (auch: Arbeiterdichtung) ist ein Sammelbegriff für literarische Werke von Arbeitern, in denen sie sich mit ihren eigenen Lebensbedingungen auseinandersetzen. Im weiteren Sinne ist damit auch jede Literatur über die Situation der Arbeiter gemeint, unabhängig von der sozialen Herkunft des Autors.

Entstehung[Bearbeiten]

Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Autoren, sich mit dem Aufkommen der Sozialen Frage auch mit den Lebensumständen des Arbeitermilieus zu beschäftigen. Die Schriftsteller, die großteils selbst aus dem Bürgertum stammten, riefen in ihren Werken zur sozialen Gerechtigkeit auf. Bedeutende Vertreter dieser Arbeiterliteratur sind unter anderem die Lyriker Heinrich Heine, Georg Herwegh und Ferdinand Freiligrath. Im Naturalismus (Gerhart Hauptmann) und im Expressionismus (Ernst Toller) nahmen sich Autoren der Thematik an. Nach dem Zweiten Weltkrieg verarbeiteten Autoren der Gruppe 61 in der Bundesrepublik und des Bitterfelder Weges in der DDR die Probleme der modernen Industriegesellschaft. Dort sollte Arbeiterdichtung aber eigentlich das Leben der Arbeiter im Sozialismus feiern.

Vertreter des Arbeitermilieus selbst begannen Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung und dem Aufkommen der Arbeiterbewegung Stoffe und Themen der Arbeiter literarisch zu verarbeiten. Diese Arbeiterdichtung erlebte ihren Höhepunkt nach dem Ersten Weltkrieg. Gegen Ende der 1920er Jahre versuchen Autoren aller Schichten, die Arbeiter mit Romanen zu klassenkämpferischem Handeln zu bewegen. Der siegreiche Weltkommunismus war das vorgeschriebene Ziel dieser Arbeiterliteratur, die das Alltagsleben der Proletarier vor allem durch die Parteibrille sah. Nach Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau war die Literatur der Arbeiter im Westen weniger pathetisch. Die alte Arbeiterliteratur wurde nach 1968 für Studenten neu aufgelegt.

Ein Vertreter der Arbeiterliteratur im 20. Jahrhundert war Hans Dieter Baroth. Bei ihm finden sich Schilderungen des Alltags im Bergbau im Ruhrgebiet.

Arbeiterliteratur außerhalb Deutschlands[Bearbeiten]

Österreich[Bearbeiten]

Mit Darstellungen des Alltags von Arbeitern am unteren Rand der Gesellschaft befassen sich die beiden zeitgenössischen österreichischen Autoren Franz Innerhofer und Gernot Wolfgruber.

Frankreich[Bearbeiten]

In anderen europäischen Ländern begannen Schriftsteller ab Mitte des 19. Jahrhunderts, sich mit der Situation des Arbeitermilieus zu beschäftigen. Émile Zola, ein Vertreter des französischen Naturalismus, beschrieb in seinem Roman Germinal den Arbeitsalltag und die Lebensumstände der Minenarbeiter in Nordfrankreich. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzen Henry Poulaille mit seinem Einsatz für eine proletarische Literatur (frz. littérature prolétartienne) und der Existentialist Jean-Paul Sartre mit seinem Konzept des literarischen Engagements, einen neuen Akzent in Richtung einer sozial-ethischen Funktion der Literatur. In der Folge des Mai 1968 entwickelte sich eine neue literarische Auseinandersetzung mit dem Arbeitermilieu und der sozialen Frage, die sich von Sartre abgrenzte und der Literatur stärkere Autonomie zusprach. Als wichtige Vertreter können Leslie Kaplan mit ihrem experimentellen Text Der Exzess (frz. L’excès-usine, 1978) und François Bon, unter anderem mit seinem Roman Sortie d’usine (1982) gelten. Eher soziologisch und sozial engagiert geht Robert Linhart in seinem Roman L’établi (1981) vor.

Autoren des Arbeitermilieus[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]