Arbeiterolympiade

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Anstecknadel: 1. Internationale Arbeiter-Olympiade, Frankfurt 1925[1]

Internationale Arbeiterolympiaden waren Großveranstaltungen der Arbeitersportbewegung in der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg. Organisiert wurden sie von der Confédération Sportive Internationale du Travail.

Austragungsorte[Bearbeiten]

Veranstaltungen dieser Art fanden 1925 in Frankfurt am Main im Waldstadion und 1931 in Wien im Praterstadion statt. Im Jahr 1936 war eine „Volksolympiade“ in Barcelona als direkte Gegenveranstaltung zu den olympischen Spielen in Berlin gedacht. Die Veranstaltung musste aber kurz nach der Eröffnung wegen des Beginns des spanischen Bürgerkriegs abgebrochen werden. Stattdessen fand 1937 in Antwerpen eine weitere Arbeiterolympiade statt.

Neben den Sommerspielen gab es jeweils auch Winterspiele. Im Jahr 1925 fanden sie in Schreiberhau im Riesengebirge statt. Die Winterspiele 1931 wurden in Mürzzuschlag und in Semmering in Österreich ausgetragen, die Winterspiele 1937 im tschechischen Janské Lázně.

Zielsetzung[Bearbeiten]

Bereits 1912 hatten sich Arbeitersportvereine auf internationaler Ebene zusammengeschlossen. Allerdings fanden ihre Wettkämpfe kaum Beachtung. Dies änderte sich mit den Arbeiterolympiaden. Den von Pierre de Coubertin neu belebten olympischen Spielen warfen die Arbeitersportler vor, vorwiegend dem Wettkampf der Nationen zu dienen und so „Krieg mit sportlichen Mitteln“ zu führen. Dagegen sollten die Arbeiterolympiaden die geistig-körperliche Erneuerung der Arbeiterschaft demonstrieren.

Ablauf der Spiele[Bearbeiten]

An der Frankfurter Arbeiterolympiade vom 24. bis 28. Juli 1925 nahmen 3000 aktive Sportler aus zwölf Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz, Danzig, Tschechoslowakei-Prag, Tschechoslowakei-Aussig, Polen, Lettland, Finnland, England, Frankreich und Belgien) teil, die ohne Fahnen oder andere nationale Abzeichen unter den Klängen der Internationalen in das neue Waldstadion einmarschierten. Der Rad- und Kraftfahrerbund Solidarität, mit über 300.000 Mitgliedern der größte Arbeitersportverein der Weimarer Republik hatte wesentlichen Anteil an der Organisation der Veranstaltung.[2]

Neben den Wettkämpfen in Fußball, Wassersport oder Turnen gehörte zu der Arbeiterolympiade ein „Tag der Massen“, bei dem sich Vertreter der verschiedenen Gruppen des Arbeitersports präsentierten. Auch Massenfreiübungen gehörten dazu. Insgesamt waren wohl 100.000 Arbeitersportler beteiligt. Insgesamt 450.000 Zuschauer wohnten dieser Veranstaltung bei.

An den Wiener Spielen von 1931, die stark von einer klassenkämpferischer Allegorik und Masseninszenierungen geprägt war, nahmen 25.000 Sportler teil. Sie fanden im neu gebauten Praterstadion und dem Stadionbad statt. Wettkämpfe gab es in 117 Disziplinen. Die Spiele 1937 waren nicht zuletzt wegen der Zerschlagung der deutschen und österreichischen Arbeiterbewegung nur halb so groß, wie die vorangegangenen Veranstaltungen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pinsmuseum: Pins / Anstecknadeln: »Arbeiter-Olympiade«
  2. Gerhard Beier: Arbeiterbewegung in Hessen. 1984, ISBN 3-458-14213-4, S. 271-275.