Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen

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Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V.
Logo
Institutsform Verein
Gegründet 21. Februar 1946
Institutssitz Kiel, Schleswig-Holstein
Schlüsselpersonen
  • Norbert Scharbach, Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein, Vorstandsvorsitzender
  • Dietmar Walberg, Geschäftsführer
Mitglieder über 440 (Einzelmitglieder und Institutionen)
Branche Bau- und Wohnberatung, Angewandte Bauforschung, Qualitätssicherung am Bau, Fort- und Weiterbildung von Fachkräften, Architekten und Ingenieuren
Geschäftsbereiche
Veröffentlichungs-
richtlinien
zur jährlichen Mitgliederversammlung
Webseite www.arge-sh.de

Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (ARGE-SH) ist ein Institut für angewandte Bauforschung und Bau- und Wohnberatung in Schleswig-Holstein, Hamburg und Norddeutschland und Rationalisierungsinstitut des Landes Schleswig-Holstein. Die Satzungsaufgaben der ARGE-SH sind gemeinnützig.

Gründung und Geschichte[Bearbeiten]

Die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. wurde 1946 zur Erforschung und Förderung des Lehmbaus und der Organisierten Gruppenselbsthilfe im Wohnungsbau gegründet. Später lag der Schwerpunkt in der Begleitung und Auswertung der Demonstrativbauvorhaben der Bundesrepublik Deutschland im Bereich des Wohnungs- und Städtebaus. Mit Beschluss der Bauministerkonferenz der Deutschen Länder von 1949 wurde die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. als Institut für Bauforschung und die Begleitung der Demonstrativbauvorhaben der Bundesrepublik Deutschland anerkannt und beauftragt.

Die satzungsgemäßen Aufgaben sind: Rationalisierung im Bauwesen, Angewandte Bauforschung und Siedlungsforschung, Erforschung und Erprobung zeitgemäßer und innovativer Baustoffe und Bauarten, Beratung und praktische Schulung, Auswertung von Versuchs- und Vergleichsbauten, Forschungs- und Versuchsergebnisse in Veröffentlichungen und Vorträgen. Schwergewicht hat die Ökonomische und nachhaltige Bau-, Planungs und Wohnberatung und ferner noch die Organisation der Fortbildung (u. a.) im Bereich der Bautechnik.

1972 erfolgte die Anerkennung durch das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein als Rationalisierungsinstitut für den geförderten Wohnungsbau. Die ARGE ist ein Institut für Bau- und Wohnberatung in Schleswig-Holstein, Hamburg und in anderen Teilen Norddeutschlands mit Aktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene und Netzwerk für das innovative Bauen und technische und baulich-soziale Kommunikation, die angewandte Bauforschung und Projektentwicklung.

Die ARGE ist ein öffentlich anerkanntes Institut für die Zertifizierung von Effizienzhäusern verschiedener energetischer und/oder nachhaltiger Standards, zum Beispiel Niedrig-Energiehäusern und Passivhäusern und vergibt entsprechende Prüfsiegel, wie zum Beispiel den "Qualitätspass Schleswig-Holstein".

Mitgliedschaft[Bearbeiten]

Die 440 weitgehend institutionellen Mitglieder der ARGE sind Architekten und Ingenieure, Rechtsanwälte, die Wohnungsunternehmen Schleswig-Holsteins, Hamburgs und Mecklenburg-Vorpommerns, Kommunen und Landkreise, die Bauwirtschaft und die Verbände der Bau- und Wohnungswirtschaft deutschlandweit, der Bauindustrie und Baustoffindustrie, der Mieterverein, die Verbraucherzentrale, die Investitionsbank Schleswig-Holstein.

Vorstand[Bearbeiten]

Das Vorschlagsrecht für den elfköpfigen Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen haben das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein, die Investitionsbank Schleswig-Holstein, der Baugewerbeverband Schleswig-Holstein, der Bauindustrieverband Schleswig-Holstein, der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen, der Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, die Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein, der Verband Beratender Ingenieure, die Verbände der Baustoffindustrie und die private Wohnungswirtschaft (Haus & Grund, Deutscher Siedlerbund/Verband Wohneigentum).

Aufgaben[Bearbeiten]

Die ARGE berät, begleitet und zertifiziert Bauvorhaben bauwirtschaftlich, technisch und energetisch. In den letzten 15 Jahren wurden z. B. über 35.000 WE und Gebäude im Besonderen Niedrig-Energiehaus-Standard der Landes Schleswig-Holstein (20 % bzw. 30 % Unterschreitung der Anforderungen nach EnEV – von der ARGE in Zusammenarbeit mit der Landesregierung Schleswig-Holstein definiert), aber auch z. B. ca. 100 Passivhäuser und WE von der ARGE begleitet, betreut und zertifiziert. Die Definition des NEH-Standards gilt auch für besondere Förderungen bei Modernisierungsvorhaben.

Die Führung einer umfangreichen Datenbank erfolgt zu Baukosten und Baupreisen. Für Bauwirtschaftliche und Bautechnische Bewertung von Bauvorhaben ist der Verein Mitglied im Lenkungsausschuss des Deutschen Instituts für Normung DIN.

Die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. veröffentlicht im eigenen Verlag seit 1947 in ununterbrochener Folge Fachpublikationen in mehreren Reihen: „Bauen in Schleswig-Holstein“ und „Mitteilungshefte der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V.“, „Arbeits- und Informationsblätter“ sowie zahlreiche Projektdokumentationen zum energieeffizienten Bauen oder der energetischen Gebäudemodernisierung.

Veröffentlichungs- und Schriftenreihen[Bearbeiten]

Verlagstätigkeiten seit 1947:

  • Mitteilungsblätter (seit 1947)
  • Bauen in Schleswig-Holstein (seit 1948)
  • Arbeits- und Informationsblätter (seit 1980)
  • Bauforschungsberichte (seit 1953)
  • Projekt- und Sonderveröffentlichungen

Wohnberatung[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 2000 unterhält die ARGE die Leitstelle Wohnberatung Schleswig-Holstein mit einer Homepage und Projektdatenbank, bei dem sich die Wohnprojekte und Initiativen kostenlos einschreiben können um Interessierte anzusprechen. Im Jahr 2003 wurde ein „Leitfaden für Gruppenwohnprojekte und innovative Wohnkonzepte“ in Zusammenarbeit mit der Landesregierung Schleswig-Holstein herausgeben, der bundesweit nachgefragt wird. Betreuung, Beratung und Erforschung der Organisierten Gruppenselbsthilfe.

Netzwerk Innovative Dämmtechniken[Bearbeiten]

Im Rahmen dieses Netzwerks soll Forschungswissen über innovative Wärmedämmung in die Hochschul- und Handwerksausbildung integriert werden. Außerdem wird angestrebt, dieses Wissen der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen.

Themen im Netzwerk sind z. B. Lehmbau im Neubau und bei der Altbausanierung, Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, Bauen mit Holz und Vakuumdämmtechnik, Einsatz von PC-Materialien (engl. phase-change materials).

Weblinks[Bearbeiten]