Arbeitsteilung

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Arbeitsteilung innerhalb einer Gruppe zur Zeit der Steinzeit (Gemälde von Wiktor Wasnezow, 19. Jhd.)
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Arbeitsteilung ist ein Element der Kooperation (Zusammenwirkung) und bezeichnet in erster Linie den Prozess der Aufteilung der Arbeit unter Menschen. Im übertragenen Sinne wird der Begriff auch auf Aktivitäten bzw. Aktionen anderer Lebewesen oder Systemen angewendet. Arbeitsteilige Gebilde sind zum Beispiel:

Die Arbeitsteilung bedarf der Koordination. Arbeitsteilung bewirkt Abhängigkeiten (Verlust der Selbstständigkeit) der einzelnen Akteure. Arbeitsteilung bewirkt Effektivität.

Zur Arbeitsteilung sind mindestens zwei Akteure notwendig, wie zum Beispiel bei der Brutpflege des Rabenkakadus. In den Industriegesellschaften des Menschen ist die Arbeitsteilung durch Spezialisierung sehr ausgeprägt und diversifiziert sich fortlaufend. In Deutschland gibt es aktuell ca. 24.000 Berufe.

Herkunft der Begriffsbezeichnung[Bearbeiten]

Adam Smith beschrieb im ersten Kapitel seines 1776 erschienenen Werks The Wealth of Nations den Begriff Arbeitsteilung[1]. Er überschrieb dieses Kapitel mit The division of labour und setzte damit ein Schlagwort in Umlauf, das für Volkswirtschaft wie Naturwissenschaft gleiche Bedeutung erlangte. Übersetzt heißt das "Die Teilung von Arbeit". Daraus entstand im Deutschen durch Wortzusammensetzung das Wort "Arbeit-s-teilung". Das "s" wird in der Grammatik als Fugenelement bezeichnet.

Wortherkunft[Bearbeiten]

1. Arbeit germanisch: arbaiþis, gotisch: arbaiþs, althochdeutsch: arapeit, mittelhochdeutsch: arebeit, arbeit = Mühe, Beschwernis, Leiden, wahrscheinlich gemeinsame Herkunft mit Altkirchenslawisch работа (rabota: Mühsal, Sklaverei)

2. Teilung Ableitung des Substantivs vom Stamm des Verbs 'teilen' mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -ung Bedeutungen: Zerlegung/Aufteilung einer Einheit oder Menge in mindestens zwei Bestandteile

Arten von Arbeitsteilung[Bearbeiten]

Im Anschluss an Karl Bücher (Die Entstehung der Volkswirtschaft) können mehrere, sich in der Regel überlagernde Formen der Arbeitsteilung unterschieden werden:

geschlechtliche Arbeitsteilung
die Aufteilung verschiedener Arbeiten zwischen Mann und Frau gehört zu den ältesten Formen der Arbeitsteilung; die Arbeitsvereinigung findet beispielsweise über Reziprozität in der Familie statt; es handelt sich hier grob um die Teilung zwischen reproduktiven Aufgaben, die den Frauen und produktiven Aufgaben, die den Männern zugewiesen würden (vgl. Geschlechterrolle, Ernährermodell).
Berufsbildung
die Spezialisierung von Produzenten und Produktionsstätten auf die Produktion bestimmter Arten von Gütern und Dienstleistungen. Zu den ältesten Berufen dürften Schmiede und Heiler/Schamane gehört haben; die Arbeitsvereinigung findet über Handel (z. B. durch Wanderhandel, auf Märkten, als Tauschhandel oder mittels Geld) oder über zentrale Umverteilung (redistributive Stammeswirtschaft, redistributive Palastwirtschaft) statt.
Berufsspaltung
die weitergehende Spezialisierung innerhalb von bestehenden Berufs- oder Gewerbegruppen auf Unterarten von Gütern und Dienstleistungen: Schmiede werden z. B. zu Grobschmieden, Kupferschmieden, Schwertfeger usw., die Arbeitsvereinigung findet beispielsweise auf Märkten über Tausch statt.
Arbeitszerlegung (auch betriebliche Arbeitsteilung)
die Aufteilung eines einzelnen Produktionsprozesses in verschiedene Teilprozesse, die innerhalb einer einzelnen Produktionsstätte von spezialisierten Arbeitskräften wahrgenommen werden (vgl. Manufaktur); die Arbeitsvereinigung findet über die betriebliche (fiskalische, unternehmerische) Ablauforganisation statt; dabei wird zwischen Artteilung – bei dem jeder Einzelne nur einen Teil der Arbeitsabläufe übernimmt (wie in Adam Smiths „Stecknadelbeispiel“) – und Mengenteilung – bei dem alle Beteiligten alle Arbeitsabläufe durchführen, dies jedoch nicht an allen Arbeitsgegenständen – unterschieden. Ein Beispiel ist die Arbeitszerlegung nach Alter, oft in Handwerksbetrieben, wenn körperlich anstrengende Anteile den Jüngeren zugewiesen wird.
Produktionsteilung (auch zwischenbetriebliche Arbeitsteilung)
die Aufteilung eines Produktionsprozesses in verschiedene Teilprozesse, die in verschiedenen (wirtschaftlich selbständigen oder unselbständigen) Produktionsstätten stattfinden; die Arbeitsvereinigung findet über die betriebliche Ablauforganisation (vgl. Oikos) oder Markttausch statt.
regionale Arbeitsteilung
die Spezialisierung einzelner Regionen auf die Produktion bestimmter Güter und Dienstleistungen; die Arbeitsvereinigung findet zum Beispiel über Fernhandel statt.
internationale Arbeitsteilung
die Spezialisierung einzelner Nationen auf die Produktion bestimmter Güter und Dienstleistungen; die Arbeitsvereinigung findet über den Außenhandel statt, der z. B. Zwangshandel (vgl. Kolonialismus) oder Freihandel sein kann.
nationale Arbeitsteilung
hierbei wird unterschieden
vertikaler Spezialisierung
hier folgen die spezialisierten Betriebe aufeinander. (Beispiel: Die von der Urproduktion (Land- und Forstwirtschaft) gewonnenen Rohstoffe werden von der Produktion (Industrie und Handwerk) zu Konsum oder Investitionsgüter be- und verarbeitet, dazwischen findet man jeweils Dienstleistungsbetriebe.)
horizontaler Spezialisierung
meint spezielle Wirtschaftsstufen, auf der die Betriebe unterschiedliche Leistungen auf der gleichen Ebene erbringen (etwa in der Bekleidungsbranche Unterwäsche, Damenoberbekleidung, Kinderschuhe).

Weiterhin gibt es folgende Unterteilungen:

familiäre Arbeitsteilung
innerhalb einer Partnerschaft oder Familie (vgl. Vereinbarkeit von Familie und Beruf), wobei egalitäre Arbeitsteilung eine symmetrische Teilung der Aufgaben bezeichnet (vgl. Doppelversorgermodell)
gesellschaftliche Arbeitsteilung
zwischen Menschen, Entwicklung einzelner Berufe – siehe auch Soziale Differenzierung
volkswirtschaftliche Arbeitsteilung
in Primärsektor, Sekundärsektor und Tertiärsektor (siehe Wirtschaftssektor)
territoriale Arbeitsteilung
nach Räumen mit unterschiedlichen naturräumlichen und/oder soziokulturellen Gegebenheiten. Wenn jede Region das für sie günstigste Produkt produziert, kann die Effizienz gesteigert werden und somit ein größeres Wirtschaftswachstum erzielt werden. Erforderlich für die produktivitätssteigernde Wirkung ist dann allerdings ein internationaler (Außen-)Handel, um die Güter, Waren und Dienstleistungen auszutauschen
biologische Arbeitsteilung
Differenzierung innerhalb von Organismen und zwischen Organismen (Symbiose).

In der Managementlehre[Bearbeiten]

Im Produktionsmanagement als Teilbereich der Managementlehre unterscheidet man die modale Aufteilung[2] einer Arbeit beispielsweise nach Menge und Art auf mehrere Menschen oder Betriebsmittel. Demzufolge wird zwischen Mengenteilung und einer Artteilung unterschieden.[3] Ebenso kann Arbeit auch in verschiedene Phasen aufgeteilt werden, beispielsweise bei Projektarbeit und auch bei Produktionsarbeit in die Phasen Planung, Vorbereitung und Ausführung.[4]

Bei einer Mengenteilung wird eine Arbeit so aufgeteilt, dass jeder Mensch oder jedes Betriebsmittel den gesamten Arbeitsablauf an einer Teilmenge ausführt. Dabei ist es das Ziel, den Arbeitsauftrag durch diese Art der Aufteilung in kürzerer Zeit fertigzustellen.

Bei einer Artteilung wird eine Arbeit derart aufgeteilt, dass jeder Mensch oder jedes Betriebsmittel nur einen Teil des Arbeitsablaufes von der Gesamtmenge ausführt. Dabei ist es das Ziel, durch Spezialisierung die Mengenleistung und auch die Qualität zu erhöhen.

Die Phasenteilung trägt dazu bei, dass gemäß den unterschiedlichen Anforderungen an die Qualifikation zur Planung und zur Ausführung auf Personen und gegebenenfalls Kostenstellen mit verschiedenen spezifischen Kosten für die Arbeitsleistung aufgeteilt werden kann.

In den Sozialwissenschaften[Bearbeiten]

Unter Arbeitsteilung versteht man in der Volkswirtschaftslehre jede Form der Aufteilung der gesellschaftlichen Produktion von Gütern in unterschiedliche Teilprozesse, die dann von verschiedenen Wirtschaftseinheiten (Produzenten, Produktionsstätten, Regionen) ausgeführt werden. Jede Form der Arbeitsteilung setzt eine entsprechende Form der Arbeitsvereinigung, das heißt der gesellschaftlichen Organisation der Koordination der verschiedenen Teilprozesse voraus.

Platon[Bearbeiten]

Schon Platon hat in seiner Politeia das Entstehen von Gesellschaft dadurch erklärt, dass Menschen unterschiedliche produktive Fähigkeiten und Bedürfnisse besitzen und sie sich daher am besten in ihrer Arbeit spezialisieren und die Arbeitsprodukte untereinander austauschen.[5]

Bernard Mandeville[Bearbeiten]

Den Ausdruck „Arbeitsteilung“ hat offenbar Bernard Mandeville 1714 in seiner „Bienenfabel“ erstmals gebraucht (division of labour).

Adam Smith[Bearbeiten]

Die Arbeitsteilung steigert nach Adam Smith die Produktivität der Arbeit. Dies hat unter anderem drei wesentliche Gründe:

  • Spezialisierung und somit Förderung der „größeren Geschicklichkeit jedes einzelnen Arbeiters“
  • Zeitersparnis
  • Technische Fortschritte

Die Spezialisierung bewirkt, dass sich Akteure (Menschen, Unternehmen, Länder) auf den Teil des gesamten Produktionsprozesses konzentrieren, bei denen sie komparative Vorteile haben. Jeder Akteur kann den Zeit- und Arbeitsaufwand, den er für andere Teiltätigkeiten aufwenden musste, nun allein für diejenigen Teiltätigkeiten einsetzen, in denen er besonders produktiv ist. Dies gilt für nationale wie für internationale Arbeitsteilung (vgl. die Theorie komparativer Kostenvorteile nach David Ricardo).

Die Zeitersparnis hat Smith in seinem berühmten Stecknadel-Beispiel erklärt:[6]

Ein einzelner ungelernter Arbeiter kann an einem Tag nur wenige Stecknadeln herstellen. Wird die Arbeit aufgeteilt in mehrere Handgriffe (Draht ziehen, abzwicken, zuspitzen, Kopf oben drauf, Verpacken, ...), so können beispielsweise fünf Arbeiter tausende von Stecknadeln an einem Tag herstellen.

Der technische Fortschritt kommt dadurch zustande, dass einzelne Teile eines Produktionsvorganges leichter verbessert werden können. Nach heutiger Auffassung sind aber auch schon die durch die Arbeitsteilung veränderte Organisation der Produktion und der dadurch erzielte Produktivitätsgewinn bereits „technischer Fortschritt“.

Arbeitsteilung erfordert eine Koordination der ökonomischen Aktivitäten. Die einzelnen Produktionszweige sind stark voneinander abhängig und müssen ihre Produktionspläne koordinieren. In einer Marktwirtschaft erfüllen preisgesteuerte Märkte und Organisationen (markttechnische und hierarchische Koordination, siehe: Transaktionskostentheorie) diese Funktion der Koordination.

Nach Adam Smith ist Spezialisierung begrenzt durch das "Ausmaß des Marktes"[7]. Dieser Ausdruck lässt sich sowohl auf die Nachfrage- als auch Angebotsseite beziehen. Nachfrageseitig mag in kleinen Märkten eine weitgehende Spezialisierung nicht nötig sein, da zusätzlicher Output ohnehin nicht abgesetzt werden könne. Angebotsseitig kann Spezialisierung durch die Anzahl von Arbeitskräften eine Grenze gesetzt sein.

Smith sieht darüber hinaus auch die Gefahren der Arbeitsteilung. Menschen verdummen, wenn sie nur einen einzelnen Handgriff andauernd ausüben. Die berufliche Befriedigung durch eine umfassende Tätigkeit ist durch einfache und monotone Handgriffe nicht mehr gegeben. Als Gegenmaßnahme fordert er eine verbesserte Ausbildung. Er stellt auch die Probleme bei geistiger Spezialisierung dar, bei der beispielsweise ein Philosoph so überheblich werden könne, dass er mit einem Lastenträger keine Ähnlichkeit mehr erkennt.

Karl Marx[Bearbeiten]

Für Karl Marx ist die dialektische Darstellung der kapitalistischen Produktionsweise nur rational, wenn sie ihre Grenzen kennt; das heißt, dass die konkrete Totalität der Formen der Warenproduktion ihre Voraussetzungen in der wirklichen Geschichte hat, welche damit für die Theorie nicht mehr weiter ableitbar sind. Allerdings kann man eine historische Bedingung nur dann als Voraussetzung hervorheben, wenn schon bekannt ist, wofür sie die Voraussetzung bildet. Konkreter ausgedrückt: Erst wenn man Warenproduktion wesentlich als Tausch- und Wertbildungsprozess begreift, kann man in der Vorgeschichte der betreffenden Produktionsweise nach deren Vorbedingungen suchen.

„Vorgeschichte des gewordenen Gegenstandes“ heißt demnach für Marxens Kapital die Identifizierung von Institutionen wie Arbeitsteilung, Austausch und Privateigentum, von Vertrag und Markt. Diese bedingen sich wechselseitig und müssen zumindest rudimentär vorhanden sein, damit ein System der Warenproduktion überhaupt in Gang kommen kann.[8]

„In der Gesamtheit der verschiedenartigen Gebrauchswerte oder Warenkörper erscheint eine Gesamtheit ebenso mannigfaltiger, nach Gattung, Art, Familie, Unterart, Varietät verschiedner nützlicher Arbeiten – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung. In der altindischen Gemeinde ist die Arbeit gesellschaftlich geteilt, ohne daß die Produkte zu Waren werden. Oder, ein näher liegendes Beispiel, in jeder Fabrik ist die Arbeit systematisch geteilt, aber diese Teilung nicht dadurch vermittelt, daß die Arbeiter ihre individuellen Produkte austauschen. Nur Produkte selbständiger und voneinander unabhängiger Privatarbeiten treten einander als Waren gegenüber.“

Karl Marx [9]

Der marktmäßige Austausch stellt den gesamtgesellschaftlichen Koordinationszusammenhang zwischen den Privatarbeiten her und reduziert deren konkreten Formen auf „abstrakte Arbeit“ und damit den Tauschwert der Waren auf deren gesellschaftlichen Wert, welcher die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit repräsentiert.[10] Basierend auf dieser theoretischen Erkenntnis kritisiert Marx, Adam Smith (1723-1790) habe den gesellschaftlichen Charakter der Privatarbeiten übersehen:

„Der Akzent liegt hier auf dem durch die Teilung der Arbeit hervorgebrachten change, daß nämlich der Reichtum nicht mehr im Produkt der eignen Arbeit besteht, sondern in dem Quantum fremder Arbeit, die dies Produkt kommandiert, der gesellschaftlichen Arbeit, die es kaufen kann, welches Quantum durch das Quantum der in ihm selbst enthaltenen Arbeit bestimmt ist. In der tat ist hier nur der Begriff des Tauschwerts enthalten, daß meine Arbeit nur noch als gesellschaftliche und daher ihr Produkt als Kommando über gleiches Quantum gesellschaftlicher Arbeit meinen Reichtum bestimmt. Der Akzent liegt hier auf der mit der Teilung der Arbeit und dem Tauschwert herbeigeführten Gleichsetzung meiner Arbeit und fremder Arbeit, in andren Worten gesellschaftlicher Arbeit (daß auch meine Arbeit oder die in meinen Waren enthaltene Arbeit schon gesellschaftlich bestimmt ist und ihren Charakter wesentlich verändert, entgeht Adamen).“

Karl Marx [11]

Die Arbeitsteilung, die die Arbeit des Produzenten ebenso einseitig wie seine Bedürfnisse vielseitig macht, verwandelt das Arbeitsprodukt in Ware und erfordert damit deren Verwandlung in Geld.[12] „Die gesellschaftliche Macht wird zur Privatmacht der Privatperson.“[13]

Eine arbeitsteilige Wirtschaft ist eine Wirtschaftsform, in der jeder Mensch bei seiner Arbeit sich auf bestimmte Arbeitsbereiche konzentriert und spezialisiert, in anderen jedoch nur begrenzt und ineffizient ist. In jenen Arbeitsbereichen, auf die sich ein Mensch spezialisiert hat, ist dieser Mensch jedoch in einem höheren Grade produktiv. Für Marx führt insbesondere die kapitalistische Produktionsweise, in der die lohnabhängige Arbeitskraft dem Kapital gegenübersteht und in diesem Klassenverhältnis ausgebeutet wird, zur Entfremdung des Produzenten von seinem Produkt. Auch hat Marx die Unterteilung in immer spezialisiertere Arbeitsschritte kritisch gesehen.[14] Der Arbeiter werde vom Produkt seiner Arbeit entfremdet und sei insgesamt menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Außerdem setze der erhöhte Einsatz ungelernter Arbeit die Bedeutung des einzelnen Arbeiters herab. In der früheren Produktionsweise der unabhängigen Handwerker kam jedem individuellen Produzenten aufgrund seiner über Jahre erlernten Fähigkeiten eine besondere Bedeutung zu. Diese verschwinde mit zunehmender Spezialisierung. Der einzelne Arbeiter sei lediglich ein kleines Rädchen im großen System – oder ein Organ. Der Kapitaleigentümer könne durch die gesenkten Arbeitskosten mehr Profit durch sein Produkt erwirtschaften. Der Mehrwert des Produkts steige, die Macht des Arbeiters sinke, die Ausbeutung könne zunehmen.

Herbert Spencer[Bearbeiten]

Herbert Spencer analysierte die Arbeitsteilung in der Abhandlung Specialisation of Functions and Division of Labour aus dem Werk 'Principles of Sociology' (ab 1877) als natürliches Ergebnis gesellschaftlicher Evolution und regionaler Unterschiede.

Émile Durkheim[Bearbeiten]

In seinem Werk De la division du travail social (1893) beschrieb Émile Durkheim in dem Volumen und der Dichte einer Bevölkerung die ursächlichen Faktoren, die den Übergang von einem einfachen Typus von Gesellschaft, die durch „mechanische Solidarität“ gekennzeichnet sei, zum Typ einer komplexen Gesellschaft bewirken, die durch "organische Solidarität“ gekennzeichnet sei. Deren Basis bilde die Arbeitsteilung, die sowohl die Unabhängigkeit der Individuen bei einer gesteigerten Interdependenz bzw. wechselseitigen Abhängigkeit gewährleiste und somit die soziale Kohäsion der betreffenden Gesellschaft verstärke.[15]

Georg Simmel[Bearbeiten]

Zeitgleich, aber nicht in direkter Auseinandersetzung beschäftigte sich Georg Simmel in seinem soziologischen Erstling Über sociale Differenzierung (1890) mit dem Thema der Arbeitsteilung.

Gemeinsam ist allen drei Werken das wesentliche Ziel, den Widerspruch zwischen zunehmender Individualisierung und kollektivem Zusammenhalt der Gesellschaft aufzulösen. Darüber hinaus legt jeder Autor ein Gedankenmodell der Teilung zu Grunde, bei der sich ein homogenes Ganzes über einen Zeitraum zu einer heterogenen Sammlung von Einzelteilen entwickelt, die aber ihrerseits wieder ein (höheres) Ganzes bildet. Die Unterschiede setzen bereits bei der Zuordnung dieses einfachen Modells an: So kann dieses Ganze die Menge möglicher Tätigkeiten zur Gesellschaftserhaltung (Spencer), die Menge aller bisher vorhandenen Tätigkeiten (Durkheim) oder die Menge der Interessen und Vorstellungen eines Individuums (Simmel) sein.

Gary Becker, Kevin M. Murphy[Bearbeiten]

Nach Gary Becker und Kevin M. Murphy (1992) geht zunehmende Spezialisierung mit einem überproportionalen Anstieg der Koordinationskosten einher. Dadurch seien der Spezialisierung Grenzen gesetzt, die sich aus der Steuerung der Aktivitäten spezialisierter Arbeitskräfte ergeben. Dieser Grund mag in vielen Zusammenhängen durchaus bedeutender sein als das "Ausmaß des Marktes". Der Ansatz bietet auch einen Erklärungsbeitrag zur Organisation von Unternehmen und Industrien: wenn Marktkoordination billiger ist, dann findet Spezialisierung von Unternehmen auf bestimmte Aufgaben statt. Im gegenteiligen Fall würden sich Arbeitskräfte innerhalb eines Unternehmens spezialisieren. Da Transportkosten einen großen Anteil an den Koordinationskosten zwischen Unternehmen haben können, erklärt dieser Ansatz zum Beispiel, warum in größeren Städten mehr spezialisierte Unternehmen zu finden sind bzw. warum sich bestimmte Industrien an denselben Orten konzentrieren.

Theorievergleich[Bearbeiten]

Das Objekt der Teilung[Bearbeiten]

Ausgehend von dem allen Autoren gemeinsamen Teilungsgedanken werden in der Folge die einzelnen Aspekte dieser Teilung betrachtet, um auf diese Weise die unterschiedlichen Facetten der untersuchten Bezeichnungen division of labour, specialisation of functions (Spencer), division du travail social (Durkheim) und soziale Differenzierung (Simmel) heraus zu arbeiten.

Die deutlichste Aussage zum Objekt der Teilung ist bei Spencer zu finden. Specialisation of functions bezieht sich auf alle Tätigkeiten oder deren Teile, die zum Fortbestehen einer Gesellschaft nötig oder wichtig sind (dies sind die Tätigkeiten von Regierung, Militär, Geistlichkeit, Verwaltung und Industrie). Division of labour schränkt Spencer gemäß der allgemeinen Auffassung seiner Zeit auf den Teil der specialisation of functions ein, der direkt oder indirekt der Erfüllung materieller Wünsche oder der Herstellung materieller Hilfsmittel zur Erfüllung geistiger Wünsche dient. Zur division of labour gehören darüber hinaus noch die einen Produktionsprozess regulierenden geistigen Arbeiten. Auch auf Tätigkeiten ausgerichtet scheint die Arbeitsteilung Georg Simmels, die selten Verwendung findet. Sie hat mit Differenzierung der Arbeit eine ähnliche oder identische Bezeichnung. Sie teilt verwandte Aufgaben einer beruflichen Tätigkeit, deckt sich also höchstens mit der specialisation of functions, wenn man den Beruf als Beitrag zum Fortbestehen einer Gesellschaft ansehen will, und die Aufgabe im Sinne von in naher Zukunft stattfindender Tätigkeit versteht.

Differenzierung greift indes deutlich weiter über diesen Bereich hinaus und meint zunächst Ungleichheit, so dass Arbeitsteilung schließlich eine mögliche Konkretion von Differenzierung ist. So ist das Objekt der Differenzierung unbestimmt. Soziale Differenzierung ist deutlich an den Entwicklungsprozess von einer homogenen Gruppe von Menschen zu einer heterogenen gebunden, aber auch hier beschreibt sie direkt nur eine Unterschiedlichkeit. Schließlich ist in der Differenzierung der Persönlichkeit, die mit der sozialen Differenzierung einhergeht, doch eine Art Teilung gefunden. Denn sinnvoll lässt sich diese nur deuten als die Unterschiedlichkeit der Interessen einer Person und damit die Aufspaltung, die Teilung des Interesses einer Person in verschiedene Teile. Diese Teile sind die Zugehörigkeiten dieser Person zu verschiedenen Gruppen (Kreisen), die bei einer Vielzahl vorhandener Kreise die Persönlichkeit als einzigartiger Schnittpunkt dieser Vielzahl beschreiben.

Émile Durkheim bezieht seine division du travail social einmal auf Arbeit und einmal auf Funktion. Da die Arbeitsteilung aber "ein Ergebnis des Lebenskampfes" ist, sind die zur Disposition stehenden Tätigkeiten auf die Erringung von knappen Gütern gerichtet, beziehungsweise auf solche, die durch viele menschliche Konkurrenten knapp geworden sind. Da diese Güter sowohl geistige wie materielle sein können, ist ein Vergleich mit der specialisation of functions und der Arbeitsteilung möglich. Ein Unterschied zur ersteren liegt in solchen Tätigkeiten, die für das Fortbestehen der Gesellschaft nötig sind, aber keine (zumindest nicht aufwändig konstruierten) knappen Güter beschaffen.

Beispiele für diese Tätigkeiten sind das Wählen einer Partei, das sich Informieren durch die Medien oder der (moralische) Austausch mit seinen Mitmenschen. Diese Tätigkeiten befriedigen zwar Bedürfnisse des Handelnden, stehen aber unbeschränkt zur Verfügung, insbesondere unabhängig davon, wie viele andere Menschen die gleiche Tätigkeit ausüben. Jedoch eine Gesellschaft ohne Wahlbeteiligung oder Kommunikation über die gesellschaftlichen Anliegen würde (auch im Sinne Durkheims) wohl kaum weiterbestehen können. Will man 'berufliche Tätigkeiten' weniger an eine 'Berufung' und stärker an eine Lohnarbeit binden, so ist Arbeitsteilung gewissermaßen der 'kleinste gemeinsame Nenner' der hier diskutierten Begriffe.

Die Komplementarität der Teilung[Bearbeiten]

Ein wesentlicher Kritikpunkt Durkheims an der Arbeit Herbert Spencers ist die Nichtbeachtung der Absprache und damit des zuvor nötigen moralischen Bandes zwischen den Personen, die eine Arbeit untereinander aufteilen. Basis dieser Kritik ist die „Natur“ der division du travail social, die „eine Funktion in zwei exakt komplementäre Funktionen“ zu teilen verlangt. Dies ist eine übermäßige Einschränkung des Teilungsbegriffs, will man den Ausführungen Spencers gerecht werden, denn dieser betrachtet ebenso eine voneinander unabhängige ‚Teilung‘ (wenn man sie dann noch als solche bezeichnen will), wie sie beispielsweise zwischen verschiedenen Regionen möglich wäre, als auch eine sich gegenseitig unterstützende Teilung ähnlich einer Symbiose, die sowohl Überlappungen als auch völlig verschiedene Teile beinhalten kann. So kann, um diese Unterschiede durch Beispiele plastischer zu machen, ein Bauer seine Feldarbeit in Säen und Ernten komplementär teilen. Er kann aber auch mit einem Nachbarn zusammenarbeiten, schwerpunktmäßig Ackerbau betreiben und seine Viehzucht stark einschränken, während sich sein Nachbar umgekehrt verhält, was einer überlappenden Teilung gleichkäme. Schließlich könnten Fischer und Bauer ohne sie verbindenden Handel oder gegenseitige Kenntnis nebeneinander existieren, so dass, gemessen an den denkbaren Möglichkeiten der Lebensmittelversorgung einer Gesellschaft, eine völlig unabhängige Teilung festzustellen ist. Die Kritik Durkheims ist nur im Falle einer komplementären Teilung tragfähig. Es ist ein beachtlicher Unterschied zwischen „division du travail social“ und specialisation of functions beziehungsweise division of labour festzustellen.

Die Differenzierung der Persönlichkeit kann, nehmen wir als Basis das im vorigen Kapitel konstatierte Teilungsobjekt, alle drei der oben entworfenen Teilungsformen annehmen. Die Arbeitsteilung hingegen tritt durch den starken Bezug auf Lohnarbeit häufig als von einem Leitenden geplant auf und ist daher oft komplementär angelegt, erscheint aber auch überlagernd. Wichtig ist Simmel aber gerade die Verbindung zwischen den einzelnen Tätigkeitsbereichen, so dass eine unabhängige Teilung zwar durch die Formulierungen nicht ausgeschlossen werden kann, aber zumindest kaum von ihm berücksichtigt wird. Durch diese Verbindung nämlich kommen die für ihn interessanteren Folgen der Arbeitsteilung zustande: Dass der Mensch einen anderen Menschen mit gleichem Beruf, aber anderen Interessen hat (oder umgekehrt), und so die sachlichen Zusammenhänge von den schematischen Gleichheiten zu unterscheiden lernt und darüber das abstraktere Gemeinsame erkennt.

Die von der Teilung Betroffenen[Bearbeiten]

Die eben angesprochene Folge der Arbeitsteilung bei Simmel ist nur zu finden, wenn zwei verschiedene Personen oder Gruppen die getrennten Teile der Arbeit ausführen, die Teilarbeiten also parallel ausgeführt werden können. Aus ähnlichem Grunde ist auch die Form der Teilung, bei der eine Tätigkeit nur räumlich und/oder zeitlich geteilt wird und trotzdem von einer Person oder einer Gruppe (ohne Spezialisierung ihrer Mitglieder) durchgeführt wird, für Durkheim uninteressant und wird nicht berücksichtigt. Denn in diesem Fall kann die Entstehung von Solidarität zwischen verschiedenen Personen nicht gefolgert werden. So findet diese Möglichkeit nur bei Spencer eine (explizite) Erwähnung zumindest für die serielle division of labour von einer Einzelperson.

Unbeachtet bleibt die Frage nach der Austauschbarkeit der Beteiligten der Teilung bei Spencer in den behandelten Kapiteln, denn diese scheint parallel mit der allgemeinen Teilungsentwicklung zu steigen. Zwar behandelt er die Freiheiten des Lohnarbeitsverhältnisses, aber der Gedanke, dass eine Aufsplitterung komplexerer Tätigkeiten nicht nur Raum für eine Spezialisierung der an der Teilung beteiligten Personen ermöglicht, sondern umgekehrt auch die verbleibenden Teile so einfach machen kann, dass prinzipiell jeder Mensch ohne besondere Qualifikationen diese Teiltätigkeiten ausführen kann, findet sich bei Spencer nicht.

Auch Durkheim beschäftigt sich nicht mit diesem Themenbereich. So findet sich in der Sekundärliteratur eine Charakterisierung der 'segmentären', also in Durkheims Klassifizierung primitiven, wenig entwickelten Gesellschaft der folgenden Art: "Von den meisten Individuen wird erwartet, dass sie jede Aufgabe erfüllen können, sie müssen, was die Funktionserfüllung betrifft, fast austauschbar sein, und besitzen in diesem Sinne aus gesellschaftlicher Perspektive keine 'Individualität'." Letztere entsteht bei Durkheim gerade durch die division du travail social, was aber eine solche Spezialisierung der Arbeitsanbieter voraussetzt, dass sie ihrerseits eben deutlich weniger austauschbar sind als zuvor (Diese Entwicklung ist nach Durkheim auch durch die Konkurrenz der Arbeitsanbieter verursacht). Betrachtet man aber zumindest den Teil der Arbeitsteilung, der zur Steigerung der Produktivität von Arbeitgebenden bewusst geplant ist, so sind viele dieser Teilarbeiten so unpersönlich und unqualifiziert, dass die angestellten Menschen in hohem Maße austauschbar sind und keine oder kaum besondere Qualitäten vorweisen können. Dann ist aber nicht einsehbar, warum eine Solidarität zwischen diesen Personen entstehen sollte, da jeder ihre Aufgaben übernehmen könnte und somit keiner von ihnen abhängig ist. Auch ist dieser Aspekt nicht als Anomalie an den Rand zu stellen, da selbst in einer nur auf freiwilliger Berufswahl und natürlich gewachsener division du travail social beruhenden Gesellschaft stets unqualifizierte und damit personell austauschbare Arbeiten anfallen. Diese werden dann nicht aus Interesse, Veranlagung oder Fähigkeiten angenommen, sondern aus Mangel an anderen Arbeitsmöglichkeiten.

Deutlich geht Simmel auf diesen Punkt, wenn auch in allgemeinerer Form, ein. Er sieht die Objektivierung der sozialen Beziehungen in Einklang mit einer steigenden individuellen Freiheit wachsen, da die Verpflichtungen nicht mehr gegenüber einer konkreten Person, sondern nur noch gegenüber einer Position bestehen. Diese Entwicklung hat ihre Grenzen, da die anderen "zunächst doch da sein und empfunden werden [müssen], damit sie einem gleichgültig sein können. [...] Die Ursache wie die Wirkung derartiger objektiver Abhängigkeiten, bei denen das Subjekt als solches frei ist, liegt in der Auswechselbarkeit der Personen: in dem freiwilligen oder durch die Struktur des Verhältnisses bewirkten Wechsel der Subjekte offenbart sich jene Gleichgültigkeit des subjektiven Momentes der Abhängigkeit, die das Gefühl der Freiheit trägt." Bezogen auf die Arbeitsteilung hieße das, dass nur die Positionen oder Posten, denen die Teile der Arbeit zugeordnet sind, voneinander abhängig sind, nicht aber die diese besitzenden Individuen. Nun schafft das Bewusstsein der Individuen über die Abhängigkeiten ihrer Posten das Gefühl, von allen anderen Individuen abhängig zu sein, da potentiell jeder andere einen solchen Posten erhalten könnte, und somit eine indirekte Abhängigkeit vorhanden wäre. Dabei ist allerdings, und insofern trifft meine oben geäußerte Kritik auch auf Simmel zu, nicht der unterschiedliche Grad der Austauschbarkeit, abhängig von der Tätigkeit und den dazu nötigen Qualifikationen, berücksichtigt, der eben nicht eine Abhängigkeit des Einzelnen von allen gleichermaßen, sondern eine mit der Qualifikation des Postens steigende Abhängigkeit erzeugt.

Ein weiterer Punkt ist die Frage, ob eine Person an mehreren Teilungsprozessen beteiligt sein kann. So scheint es für Spencer selbstverständlich zu sein, dass jede Person nur einen Tätigkeitsteil oder Beruf ausüben kann. Dem widerspricht Simmel, der gerade in der Vielfalt der Kreise, an denen die gleiche Person beteiligt ist, eine wesentliche Entwicklung feststellt (dabei wird in Beispielen deutlich, dass auch verschiedene Tätigkeiten und Berufe mit der Mitgliedschaft in solchen Kreisen verbunden sein können). Die Ausführungen Durkheims lassen beide Möglichkeiten zu. Anders als Simmel beachtet Durkheim jedoch die aus mehreren Tätigkeiten bei einer Person möglicherweise entstehenden Konflikte nicht.

Offene Probleme[Bearbeiten]

Durch Arbeitsteilung entstehen einerseits Probleme bei der Koordination, etwa Probleme bei der Suche oder Bereitstellung, andererseits Probleme bei der Motivation, etwa Problemen der Spezifität und Abhängigkeit oder Messung und Bewertung. Der Gewinn durch die Arbeitsteilung wird durch den Aufwand der Koordinierung geschmälert. Das bedeutet, ein Gewinn durch mehr Arbeitsteilung muss den Koordinationsaufwand übersteigen.

Als Lösungen sind Institutionen geeignet, mit denen sich in der Soziologie die Wirtschaftssoziologie und in der Volkswirtschaftslehre, insbesondere die Neue Institutionenökonomik befasst.

Weitere Fragen ergeben sich, wenn Arbeitsteilung als eine Form von diskriminierender Hierarchie auftritt.

Von feministischer Seite wird die geschlechterhierarchische Arbeitsteilung, die Frauen die Haushaltsarbeit (reproduktive Arbeit: Hausarbeit und Sorgearbeit) zuschreibt, kritisiert. Diese kulturelle und institutionalisierte Arbeitsteilung führe zur Schlechterstellung auf dem Erwerbsarbeitsmarkt und zur Ungleichverteilung der Last der Arbeit insgesamt.

Aufgezeigt werden auch rassistische Diskriminierungen, die dazu führen, dass Einwanderern und Farbigen der Zugang zu höher bezahlten, besser qualifizierten Arbeitsplätzen versperrt wird.

Nach der neoliberalen Wirtschaftsideologie soll internationale Arbeitsteilung und Spezialisierung in Verbindung mit Außenhandel zu Wohlstandsgewinnen für alle Beteiligten führen. Aus globalisierungskritischer Sicht ist jedoch zu beachten, dass „Wohlstandsinseln" wie die USA, Europa oder Japan davon profitieren, viele ärmere Länder jedoch gar nicht.[16] Die einseitige Festlegung vieler Entwicklungsländer auf die Bereitstellung von billiger Arbeitskraft und Rohstoffproduktion verhindert deren Industrialisierung und eine Vermehrung des Wohlstandes.

In der Geschichte[Bearbeiten]

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Es war von einer Abkehr vom Taylorismus gesprochen worden. Seit den späten 1990er Jahren wird jedoch zunehmend eine Tendenz zur Re-Taylorisierung beobachtet, etwa durch wieder zunehmende Arbeitszerlegung und Standardisierung.[17]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Tomasello : Warum wir kooperieren. Suhrkamp Verlag Berlin 2010, ISBN 978-3-518-26036-4, (Originaltitel: Why We Cooperate)
  • Joachim Bauer: Prinzip Menschlichkeit – Warum wir von Natur aus kooperieren. Hoffmann und Campe, September 2006, ISBN 3-455-50017-X.
  • Adam Smith (1776): An Inquiry into the nature and causes of the wealth of nations. Vol. I & II, 1981; http://en.wikisource.org/wiki/The_Wealth_of_Nations/Book_I/Chapter_1, auf dt.: “Wohlstand der Nationen”, 1974.
  • Charles Babbage (1832): Die Ökonomie der Maschine. Kulturverlag Kadmos, Berlin, 1999.
  • Karl Marx und Friedrich Engels (1846): Die deutsche Ideologie. Marx-Engels-Werke 3, Dietz-Verlag, Berlin, 1959, 9-77.
  • Karl Marx (1867): Das Kapital. Bd.1, MEW 23, Dietz Verlag, Berlin, 1962.
  • Émile Durkheim (1893): Über soziale Arbeitsteilung. Studie über die Organisation höherer Gesellschaften. Suhrkamp-Verlag, Frankfurt/M., (1977) 1988.
  • May, H.: Arbeitsteilung als Entfremdungssituation in der Industriegesellschaft von Emile Durkheim bis heute. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden, 1985.
  • Düll, K. & Lutz, B.: Technikentwicklung und Arbeitsteilung im internationalen Vergleich. Campus-Verlag, Frankfurt/M. & New York, 1989, ISBN 3-593-34095-X.
  • Grassl, H.: Strukturwandel der Arbeitsteilung. Globalisierung, Tertiarisierung und Feminisierung der Wohlfahrtsproduktion. Universitätsverlag Konstanz, 2000, ISBN 3-87940-720-7.
  • Müller, N.: Reglementierte Kreativität. Arbeitsteilung und Eigentum im computerisierten Kapitalismus. edition sigma, Berlin, 2010, ISBN 978-3-8360-3571-2.
  • Frigga Haug: Arbeitsteilung, in: Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus, Bd. 1, Argument-Verlag, Hamburg, 1994, Sp. 562-582.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Wealth of Nations/Book I/Chapter 1 - Wikisource, the free online library
  2. Modus und Ausdruck (PDF; 165 kB)
  3. REFA Bundesverband e. V. (Hrsg.): Ausgewählte Methoden zur Prozessorientierten Arbeitsorganisation. Darmstadt: REFA, 2002 (REFA-Bestell-Nr. 198213). S. 40.
  4. Erfolgreiche Projekte (PDF; 841 kB).
  5. Plato: The Republic, translated by H. D. P. Lee (London: Penguin Books, 1955), Part II, §§ 1-2, pp. 102-8 (Book II, 369-73); zit. nach: J. H. Abraham: The Origins and Growth of Sociology. Penguin Books 1973. S. 31ff.
  6. Adam Smith: Der Wohlstand der Nationen. Hrg. von Horst Claus Recktenwald. Deutscher Taschenbuch Verlag 5. Aufl. 1990. ISBN 3-423-02208-6. S. 9ff.
  7. Ausmaß des Marktes
  8. Istvan Meszaros: Marx’s Theory of Alienation. London 1970. S. 79f.
  9. Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Dietz Verlag Berlin 1969. (MEW 23) S. 56f
  10. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Dietz Verlag Berlin 1969. (MEW 23) S. 52f
  11. Theorien über den Mehrwert. Erster Teil. (MEW 26.1) Dietz Verlag Berlin 1985. S. 46f
  12. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Dietz Verlag Berlin 1969. (MEW 23) S. 120f
  13. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Dietz Verlag Berlin 1969. (MEW 23) S. 146
  14. Kritik der politischen Ökonomie.
  15. J. H. Abraham: The Origins and Growth of Sociology. Penguin Books 1973. S. 98
  16. Dieter Haller (Text), Bernd Rodekohr (Illustrationen): Dtv-Atlas Ethnologie. 2. Auflage. dtv, München 2010, S. 159
  17. Die Monotonie kehrt zurück in die Fabriken. (PDF; 59 kB) Böcklerimpuls 20/2009.