Archäologisches Museum Iraklio

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Archeologiko Mousio Irakliou
(Αρχαιολογικό Μουσείο Ηρακλείου)
Archäologisches Museum Iraklio 01.jpg
Südwestseite des Museumsgebäudes
Daten
Ort Iraklio
Art Archäologisches Museum
Eröffnung 1952
Leitung Nota Dimopoulou

Das Archäologische Museum Iraklio in der Stadt Iraklio (Heraklion) auf der Insel Kreta (Xanthoudiou 1) gilt als bedeutendste Antikensammlung Griechenlands nach dem Nationalmuseum in Athen.

Objekte[Bearbeiten]

Detail eines Sarkophags aus Agia Triada: rechter Abschnitt der östlichen Langseite, etwa 14. Jahrhundert v. Chr. (Saal XIV).

Ausgestellt sind unter anderem die Funde aus Knossos, Phaistos, Agia Triada sowie von diversen anderen Ausgrabungsstätten der Insel wie beispielsweise Kato Zakros.

Ausgestellt wird hier natürlich auch der berühmte Diskos von Phaistos (Saal III), Amphoren und Schalen mit Linearschrift A (Saal IV), ein Helm aus Eberzähnen (Saal VI), die Schlangengöttinen (Saal IV), der Stierspringer (Saal IV), das Tonmodell eines einstöckigen Hauses (Saal V), das Rhyton aus Bergkristall (Saal VII), die Schnittervase (Saal VII), der einzigartige Steinsarg aus Agia Triada (Saal XIV) sowie diverse Fresken (Säle XIV, XV und XVI).

Die Objekte stammen aus dem Zeitraum zwischen dem 7. Jahrtausend v. Chr. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr.; an diese Epoche schließt nahtlos das Historische Museum in Iraklio (frühchristliche Zeit bis Gegenwart) an.

Bis in die 1960er-Jahre wurden nahezu alle archäologischen Funde nach Iraklio gebracht; erst in neuerer Zeit wurden dezentrale Museen in Agios Nikolaos, Chania und Rethymno eingerichtet.

Seit dem 25. Juli 2007 wird ein kleiner Teil der Sammlung in einer temporären Präsentation ausgestellt. Gezeigt werden wesentliche Ausstellungsstücke aus dem Besitz des Museums.

Aufbau[Bearbeiten]

Sogenannte kleine Schlangengöttin aus Fayence aus der kultischen Schatzkammer des Heiligtums des Palastes von Knossos, etwa 1700–1450 v. Chr. (Saal IV)
Tonmodell eines einstöckigen Steinhauses mit zahlreichen architektonischen Details aus Archanes (Saal V)
Rhytonträger, Teil des „Prozessions-Freskos“ aus Knossos, 1400 v. Chr.
Münze aus Knossos mit einer Darstellung des Labyrinths, 4. Jahrhundert v. Chr.

Das 1930 von Patroklos Karantinos entworfene Museum besteht aus 20 Sälen, die auf zwei Etagen verteilt sind:

  • Erdgeschoss: Säle I, II, II, IV, V, VI, VII, VIII, IX, X, XI, XII, XIX und XX;
  • Obergeschoss: Säle XIV, XV, XVI, XVII und XVIII.

Die einzelnen Objekte werden gelegentlich neu geordnet, der grundlegende Aufbau des Museums ändert sich jedoch nur geringfügig; er folgt einer Mischung aus periodischer, geographischer und thematischer Sortierung. Seit 2004 sind die Säle XVII und XVIII mit der Sammlung Giamalakis wieder geöffnet.

  • Saal I: Neolithikum (7000–3500 v. Chr.) und Vorpalastzeit
  • Saal II: Altpalastzeit bzw. Frühpalastzeit (1900–1800 v. Chr.)
  • Saal III: Altpalastzeit und der Palast von Phaistos (1900–1700 v. Chr.)
  • Saal IV: Neupalastzeit bzw. Jüngere Palastzeit (1700–1400 v. Chr.) und die Paläste von Knossos, Phaistos und Malia
  • Saal V: Blüte und Spätzeit des Palastes von Knossos (1500–1450 v. Chr.)
  • Saal VI: Nekropolen von Knossos, Phaistos und Archanes (1450–1300 v. Chr.)
  • Saal VII: Megara, Villen und Herrenhäuser von Vathypetro, Nirou, Tylissos und Amnissos sowie die Höhlen Zentralkretas von Arkalochori, Psychro und Patsos und die Nekropolen von Malia, Mochlos, Gournia und Episkopi (1700–1450 v. Chr.)
  • Saal VIII: Palast von Zakros (1700–1450 v. Chr.)
  • Saal IX: Neupalastzeit in Ostkreta; Palekastro, Psira, Gourniam, Piskokephalo, Mochlos und Myrtos
  • Saal X: Nachpalastzeit: Minoische Kultur und Frühgeometrische Periode (1450–1100 v. Chr.)
  • Saal XI: Subminoische, protogeometrische und frühgeometrische Periode (1100–800 v. Chr.)
  • Saal XII: Hochgeometrische und orientalisierende Periode (800–650 v. Chr.)
  • Saal XIII: Minoische Sarkophage
  • Saal XIV: Minoische Wandmalereien (1700–1300 v. Chr.)
  • Saal XV: Minoische Wandmalereien
  • Saal XVI: Minoische Wandmalereien
  • Saal XVII: Sammlung Styl. Giamalakis (Jiamalaki)
  • Saal XVIII: Kleinkunst aus archaischer, klassischer und römischer Zeit (7. Jahrhundert v. Chr. bis 4. Jahrhundert n. Chr.)
  • Saal XIX: Großplastik aus archaischer Periode (650–550 v. Chr.)
  • Saal XX: Glyptik aus klassischer, hellenistischer und römischer Zeit (5. Jahrhundert v. Chr. bis 4. Jahrhundert n. Chr.)

Literatur[Bearbeiten]

  • Stylianos Alexiou: Guide to the archaeological museum of Heraclion. General Direction of Antiquities and Restoration, Athen 1968.
  •  Stylianos Alexiou: Minoische Kultur. Übersetzt von Werner Liebich. Muster-Schmidt, Göttingen u. a. 1976, ISBN 3-7881-1508-4.
  •  Antonis Vasilakis: Das Archäologische Museum Iraklion. Führer durch die Sammlungen. Verlag Adam, Athen o. J., ISBN 960-500-264-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Archäologisches Museum Iraklio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

35.33953825.137223005556Koordinaten: 35° 20′ 22″ N, 25° 8′ 14″ O